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Kolumne „Expat“ Jakarta - Bali und zurück

13.03.2011 ·  Expats, die jahrelang in der indonesischen Hauptstadt Jakarta - also auf Java - gelebt haben, ziehen in Scharen auf die Nachbarinsel Bali. Manche verlegen dabei ihren Wohnort, ohne die Arbeitsstelle zu verändern. Sie pendeln zwischen Jakarta und Bali.

Von Jochen Buchsteiner
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Arbeiten auf Bali, das klingt für viele nach einem Traum. Und immer mehr erfüllen ihn sich. Expats, die jahrelang in der indonesischen Hauptstadt Jakarta - also auf Java - gelebt haben, ziehen in Scharen auf die Nachbarinsel. Sie wollen dem Verkehr entkommen, dem Gestank, der Hektik der Großstadt. Gesucht wird gute Luft, ein vermeintlich leichteres Leben, Entspannung im neuen asiatischen Zentrum der Spa-Kultur.

Manche, nicht zuletzt Entwicklungshelfer, verlegen dabei ihren Wohnort, ohne die Arbeitsstelle zu verändern. Sie pendeln zwischen Jakarta und Bali. Allein Air Asia bietet täglich fünf Flüge in jede Richtung - wer die Wochenenden des Jahres durchbucht und die „Promo-Aktionen“ in Anspruch nimmt, kommt für umgerechnet 50 Euro hin- und zurück. Der Flug dauert eine Stunde und zwanzig Minuten, von Büro- zu Haustür sind es so etwa vier Stunden.

Die Entwicklungen des Flugmarktes und der digitalen Kommunikation haben den Ortswechsel möglich gemacht - und stellen zunehmend ihren Sinn in Frage. Hochqualifizierte Bali-Arbeiter können nun jederzeit in Strandcafés online arbeiten und mit Meerblick „Machbarkeitsstudien“ schreiben. Aber erreichen sie so eine höhere Lebensqualität als in ihren Büros in der Hauptstadt? In Ortschaften wie Legian oder Seminyak unterscheidet sich der Verkehr kaum noch von dem in Jakarta. Die Straßen zum Flughafen von Denpasar sind oft verstopfter als die gefürchtete „Toll Road“ in der Hauptstadt. Die Zahl der Besucher steigt jährlich - und mit ihr das Preisniveau. Der Zustrom lässt überall neue Häuser entstehen und drängt die pittoresken Reisfelder zurück. Hundertschaften von Immobilienmaklern kaufen inzwischen auch an entlegenen Orten den Bauern das Land ab. In den beliebten Zentren entwickelt sich Bali zur Partyinsel, was vielen den Schlaf raubt.

Mit dem Boom sind auch die Räuber gekommen. Immer mehr Häuser werden nächtlich heimgesucht. Sogar die Zahl der Morde ist gestiegen. In ihrer Angst, den traditionellen Ruf der Traum- und Götterinsel zu verlieren, hat der Polizeipräsident von Bali seine Beamten unlängst angewiesen, an Tatorten ruhig großzügig von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Die Stimmung hebt das nicht. „Hätte ich nicht Frau und Kind hier, würde ich wieder gehen“, sagt ein deutscher Fotograf. „Bali wird verscherbelt, und man kann hier als Weißnase fast nur noch überleben, wenn man sich am Ausverkauf beteiligt.“ Nach Jakarta will der Deutsche trotzdem nicht zurück. Eher träumt er von Fidschi.

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Jahrgang 1965, politischer Korrespondent für Süd- und Südostasien sowie Australien mit Sitz in Jakarta.

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