01.09.2010 · Eine Reihe unschöner Vorfälle brachte Zürichs Taxen ins Gerede: Ruchbar wurde, dass Taxifahrer kurze Fahrten ablehnten, Tiere nicht ins Auto ließen und auch Kranke, sowie eine Schwangere in den Wehen, nicht befördern wollten. Jetzt reagiert der Taxiverband mit einer Freundlichkeitsoffensive.
Von Jürgen DunschMan kennt das aus vielen Städten: Im Taxigewerbe scheint der Markt irgendwie nicht richtig zu spielen. Auf der einen Seite stehen an den Taxiständen lange Autoschlangen. Dennoch sind die Kunden vielfach gezwungen, in schmutzige Klapperkisten einzusteigen. Sie werden von weitgehend ortsunkundigen Fahrern unfreundlich behandelt und sollen am Ende noch ein Trinkgeld berappen.
Zürich bildet keine Ausnahme. Nach einer Reihe unschöner Vorfälle kochte die Volksseele hoch über das, was gemeinhin als die „Visitenkarte“ einer Stadt gilt. Ruchbar wurde, dass Taxifahrer kurze Fahrten ablehnten, Tiere nicht ins Auto ließen und auch Kranke, sowie eine Schwangere in den Wehen, nicht befördern wollten. Selbst für das frühere Stadtoberhaupt von Zürich habe es schon mehrfach „nix Hund“ geheißen, wie die Lokalpresse berichtete.
Praxistest am Hauptbahnhof. An diesem Vormittag ist nicht viel los. Allerdings warten auch nur zehn Taxen auf Passagiere, für diesen Standplatz kommt dies einer Ödnis gleich. Ein Fahrer gestikuliert wild mit einem Geschäftsmann, der unverrichteter Dinge von dannen zieht. Der Taxi-Mann ist Omar aus Somalia. Das nicht ganz alltägliche Ziel vermag ihn nicht zu verblüffen, vielmehr steuert er es ohne Umwege an. Warum er den anderen Fahrgast nicht akzeptiert hat? Der habe nur den Namen der Firma gekannt, die in der Region mindestens zehn Standorte habe, antwortet der Chauffeur. Er könne auch nicht nachfragen, da er an keine Taxizentrale angeschlossen sei. Am Ende der Fahrt freut er sich offen über das kleine Trinkgeld, den „Zustupf“, wie man in der Schweiz sagt.
Die positive Erfahrung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es unter den mehr als 1500 Taxichauffeuren, die durch Zürich kurven, einige windige Gesellen gibt. Sie beklagen sich ihrerseits über unflätige Fahrgäste. Hinzu kommt die Konkurrenz der sogenannten Landtaxen, die in der Stadt vorschriftswidrig Fahrgäste aufnehmen.
Der Taxi-Verband ging jetzt mit weißen Bändeln in die Offensive. Sie darf sich an die Antenne heften, wer freundlich ist, beim Gepäck hilft und auch sonst die Bestimmungen der Beförderungspflicht einhält. Am Grundproblem, dass Zürich offenbar zu viele Taxen hat und die Konzessionen zu locker vergeben werden, ändert dies nichts.
Die Antworten, warum der Taximarkt nicht richtig spielt, ...
Klaus Hill (morchel)
- 01.09.2010, 17:35 Uhr
Windige GEsellen ist schön gesagt...
Michael Meier (never1)
- 01.09.2010, 17:37 Uhr
Jürgen Dunsch Jahrgang 1948, Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.
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