08.02.2013 · Akademiker mit wenig Zeit, aber viel Geld können ihre Dissertation schreiben lassen. Unser Autor hat für eine spezielle Agentur gearbeitet und fragt sich nun, wem er zum Doktortitel verholfen haben könnte.
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Ghostwriting - nur eine Hilfe oder strafbar?
"Wer verlangt, dass man bei einer akademischen Arbeit selber
formuliert" - Gleichgültig, ob als Frage oder Feststellung
gemeint, bestätigt sie, möglicherweise eine verbreitete
Haltung, die Abschreiben in der Schule für genauso akzeptabel
hält wie das Abgeben von "fremden" Studienleistungen.
Zweifellos begünstigen Rahmenbedingungen es, dass Studierende sich
ohne Folgen mit fremden Federn schmücken können. Da ist das
Wegschauen von Aufsichtspersonal in Klausuren im Vergleich zu copy and
paste in Hausarbeiten als eher harmlos einzustufen, ganz zu schweigen
von Betrug, den die Erstellung von Examens- und Qualifikationsarbeiten
durch Dritte darstellt.
Es ist unredlich an Politiktern ein Exempel zu statuieren, ohne die
Überprüfung bei der Professorenschaft in den gefährdeten
Fakultäten als beleg eigener Redlichkeit vorzunehmen.
Währet den Anfängen, indem nachhaltige Maßnahmen gegen
den Betrug im Zusammenhang mit notenbestimmenden Leistungen breit
durchgesetzt werden.
Fakultäten: Routine und Leichtfertikeit anstelle wissenschaftlicher Sorgfalt
Eine amüsante Geschichte, die uns dieser Schmetterling unter den Geflügelten auftischt, die Nektar aus den Blüten der Erkenntnis saugen. Darüber soll nicht vergessen werden. dass es auch die fleißigen Arbeitsbienen gibt, die letztlich dafür sorgen, dass es einen Fortschritt in den Wissenschaften gibt. Keine Frage dass es hier, wie überall, Scharlatane und Dünnbrettbohrer gibt, allerdings sind die gottlob nicht die Regel, wozu auch die Sorgfalt beiträgt, mit der die jeweilige Hochschule ihrer Pflicht zur Anleitung und Überwachung bei der Anfertigung einer Dissertation nachkommt. Die unrühmlichen Beispiele für eklatante Entgleisungen auf diesem Feld, die uns in letzter Zeit dank der Leistungen moderner Informationstechnologie ("Guttenplag"...) überraschten, sind vor allem ein Armutszeugnis für die in diese Fälle verwickelten Fakultäten, die bei der Betreuung der Doktoranden Routine und Leichtfertigkeit anstelle wissenschaftlicher Sorgfalt walten ließen.
... dass irgendwer irgendwann einen Ego- oder Karrierebooster in Form
eines akademischen Titels benötigt - mag sein - Österreichs
Bundeskanzler hatte das nicht nötig!
Schwächere eventuell schon - aber
der Doktorvater, die Doktormutter dürfen weder durch Titel oder
Mittel, gesellschaftliche Positionen oder Erfolgsdruck beeinflussbar
sein- Wissenschaft hat frei zu sein! PS:
Fachhochschulen sind hier in Ihrem vorgeschriebenen Curriculum als Weg
zum Job und zur Karriere kaum zur freien Wissenschaftlichkeit zu
rechnen.
Um nochmals zu kassieren?
Heutzutage kann wirklich jeder Mist, selbst Modedesign ect. an Unis
studiert werden. Überall wo studiert werden kann, kann auch
promoviert werden. Das Problem dabei liegt in der Vergleichbarkeit, wie
Dr. med zu Dr. rer. nat. Es sollte genauer differenziert werden.
Gehören Gesellschafts -und Wirtschaftswissenschaften (evtl.
selektiv betrachtet) wirklich an eine Universität mit
Promotionsrecht ?
Vielleicht braucht es ein Stufensystem.
Für Menschen die aufwendig experimentell gearbeitet haben und echte
Ergebnisse erzielt haben (die Arbeit kann dann auch kein Ghostwriter
übernehmen, nicht mal das schreiben) ist so ein Zustand abwertend
und ungerecht.
Wo bleibt die Kritik an den Universitäten?
Wenn es tatsächlich so einfach ist aus Fragmenten, mit
Desinteresse, in wenigen Monaten eine Diss. zu schreiben, richtet sich
meine Kritik Richtung der Unis, die solche Arbeiten annehmen und absegnen.
Dieser Punkt stört mich in der gesamten Plagiatsaffäre. Da
werden Kleingeister und Fälscher gejagt, aber die Frage, warum sie
damit durchkommen, stellt sich niemand.
Wofür erteilen die Universitäten Titel und Abschlüsse?
Ginge es tatsächlich um wissenschaftliche Erkenntnisse (im
Idealfall sogar neue Erkenntnisse) oder nach wissenschaftlichen Nutzen,
dürften solche Arbeiten keine Chance haben. Eine Forschung stellt
man nicht mal eben in ein paar Monaten auf die Beine - nicht mal in den
so verrufenen Geistes- und Sozialwissenschaften.
Das allerschlimmste Ergebnis der laufenden Diskussionen wird sein, dass
diese daran nichts ändern, denn von nun an interessieren die
Gutachter vor allem Literaturverzeichnis und Fußnoten. Prima -
wieder nicht der Inhalt -passend zum Schmalspurstudium
Das Schreiberleben ist kein Spass.
So mancher musste sich durch das Leben schlagen, fuer andere
"goldenen Worte" und schlaue Bemerkungen zu produzieren.
Nicht nur als "Ghostwriter" fuer Doktoranten, sondern als
"Speechwriter" fuer Politicos, Geschaeftsbarone, Geldfuersten,
und andere die Hilfe brauchten. Es scheint eine lang=etablierte Zunft zu sein.
Ich glaub die Schreiber leiden . Die Stipenden fuer ihre Meisterwerke
sind anscheinend minimal, und sie bekommen kaum Anerkennung dafuer.
Letzt sah ich einen mit T-Shirt. Da stand drauf "Will write for
food." Ein Anderer bezeichnete sich als " pen for hire."
Die Zeiten scheinen schlecht fuer Wortschmiede. All die goettlichen
Worte, und dann bleibt der Autor noch anonym. Schade.
Man sollte deren Werke anerkennen, selbst wenn sie unter einem nome de
plume erscheinen. War Shakespear Ghostwriter?
Welche Politiker verlassen sich wohl auf Speechwriters?
Wie ein "Ghost" bemerkte: "It's a living."
Pax vobiscum
Der Ghostwriter, Dein Freund und - hilfebedürftiger - Helfer?
Selber mit einem anspruchsvollen Thema promoviert, das mich einige Jahre hingabevoller Recherche und Niederschrift gekostet hat (per Hand und klappriger Schreibmaschine, PC'S, Internet usw. gab es noch nicht), müßte ich jetzt empört sein. Bin ich aber nicht; denn der Artikel klingt irgendwie sympathisch und sehr menschlich - fast wie die Lebensbeichte einer reumütigen alten Hure. Tja, Not und Gelegenheit machen halt Diebe ... und Beteiligte an einem großangelegten, systematischen Wissenschaftsbetrug! Es wird nicht leicht sein, diesen Sumpf auszutrocknen. Eine besondere Verantwortung dürfte hier den "Doktorvätern" zufallen, die jede Dissertation, soweit möglich, engmaschig begleiten und beim geringsten Plagiatsverdacht gezielte Suchaktionen per Google usw. starten sollten.
Nicht nur beim Doktor: Akademischer Betrug hat viele Facetten oder "Wie schaffen es unsere Blender?"
Es gibt den Klausurbetrug, indem man beim Nachbarn irgendwie
„abschreibt“ oder unerlaubte Hilfsmittel eingesetzt werden.
Es gibt den Seminarbetrug. Nicht besuchte Seminare werden aus Mitleid
irgendwie bescheinigt.
Es gibt den Betrug bei heimischen Seminararbeiten genauso wie bei
Magister- , Bachelor- oder Doktorarbeiten, indem einfach weitere
Personen an dem Werk mehr oder weniger maßgeblich beteiligt waren.
Es gibt auch Betrug in nicht-textbasierten Fächern, etwa dem
Architekturstudium. Hier ist es fast üblich, sich bei den in
Heimarbeit zu zeichnenden Entwürfen „helfen“ zu lassen.
Entsprechend gibt es Übergänge vom bloßen Tipp bis hin
zur kompletten Fremdbeauftragung.
Es gibt den Betrug bei den akademisch vorgeschriebenen Praktika. Da
werden viele Dinge bescheinigt, die es so nie gegeben hat.
Es gibt den üblichen Schindluder bei naturwissenschaftlichen
Publikationen, bei denen stets eine Heerschar von Autoren genannt wird,
wobei manche wenig bis gar nichts beigesteuert haben.
Wir haben inzwischen in den Kommentaren Hinweise bekommen auf
Datenbanken und Suchmaschinen, mit denen man ähnliche
Dissertationen finden kann. Vielen Dank dafür.
Die Arbeit ist allerdings auf diese Weise nicht identifizierbar. In
unterschiedlichen Datenbanken gibt es unterschiedliche Arbeiten
über eben jene Netzwerke in der Emilia Romagna; sie waren
früher offenbar ein beliebtes Dissertationsthema. Auch wenn eine
Datenbank oder eine Suchmaschine nur eine solche Arbeit findet,
lässt sich daraus nicht schließen, dass jene Arbeit die hier
beschriebene ist.
Wir sperren die entsprechenden Kommentare, um die Autoren der
Dissertationen nicht einem unbegründeten Verdacht auszusetzen.
Eigentlich müsste dem angehenden "Doktor" doch klar sein, dass ...
... er überhaupt keine Ahnung hat, wo sein Ghostwriter (bei dieser Art von Fließbandarbeit) so alles abgeschrieben hat. Diese Unwissenheit erklärt womöglich auch, weshalb so viele "Doktoren" bei Plagiatsvorwürfen aus allen Wolken fallen und - ernsthaft - ihre Hände in Unschuld waschen (möchten) ...
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.02.2013 08:22 UhrAllerdings...
und da erinnere ich mich noch an die Aussage eines namhaften Politikers "Bei meiner Arbeit ist nicht plagiiert worden" - wobei das Passiv schön offen lässt, von wem...
Mir sind auch Faelle bekannt ...
... wo Medizinern von Dritten auf Anweisung des zustaendigen Professors
mindestens die Rohlinge ihrer Dissertationen geschrieben wurden. In
meinem Fachgebiet (Mathematik) duerfte so etwas eher selten vorkommen
(viel zu schwierig - lohnt sich nicht für den Gostwriter).
Allerdings sind mir Faelle bekannt, in denen Mathematiker Schuelern fuer
die Teilnahme am Bundeswettbewerb Mathematik gegen Bezahlung Loesungen
bereitgestellt haben.
Den "Loesungsvorschlag", das offizielle Fuehren eines
Doktortitels generell abzuschaffen, halte ich allerdings für
unsinnig! Das ist ein Schlag ins Gesicht derer, die sich ihren
Doktortitel selbst mit harter Arbeit erworben haben. Eine Doktorarbeit
ist ja eigentlich auch kein ueberfluessiges Spielchen sondern hat den
Anspruch, wissenschaftlich neue Erkenntnisse zu produzieren. Wer
schreibt schon noch Doktorarbeiten, wenn er nachher nicht einmal einen
Doktortitel fuehren darf, beispielsweise als Qualifikationsnachweis in Firmen?
@Ralph Burgwald
Ich rede ja auch nicht von der aktuellen rechtlichen Lage sondern von
Vorschlaegen, die kuerzlich durch die Medien geisterten. Danach wuerde
beispielsweise der "Dr." als Namenszusatz insbesondere in
Ausweisdokumenten entfallen. Es wird propagiert, dass der Grad nur im
akademischen Umfeld relevant sei und deshalb in anderen Bereichen nichts
zu suchen haette.
Die Situation in Unternehmen ist heterogen. Firmen beispielsweise, deren
Kunden Mediziner sind, legen sehr viel Wert auf Doktorgrade ihrer
Mitarbeiter. Firmen, deren Management eher geringere Qualifikation
aufweist, tw. nur FH-Abschluesse, waeren derlei Namenszusaetze lieber
los (jedenfalls Manager ohne Promotion).
Persoenlich lege ich Wert darauf, meine hochwertige Ausbildung auf
meiner Visitenkarte und in meiner Signatur darzustellen.
Sehr geehrter Herr Klein
Sie dürfen Ihren Doktor Grad (nicht Titel, schauen Sie mal in Ihre Promotionsurkunde) genauso führen wie Ihren akademischen Grad eines Diplom- Mathematikers. Der einzige Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass Sie den Doktor Grad, ebenso wie Künstlernamen, gemäß Passgesetz und Personalausweisgesetz zusätzlich zu Ihrem Vor- und Familiennamen eintragen lassen können. Namensbestandteil wird der Doktor Grad dadurch nicht. Immer wieder lesenswert hierzu der Leserbrief "Ein Nachweis eigener Befähigung" von Dr. Dirk Uwer in dieser Zeitung.
Damit wird der Doktor entwertet, denn jeder der genügend bieten kann, kann ihn sich kaufen.
Diese Praxis scheint weit verbreitet zu sein. Und diejenigen geben sich nicht einmal die Mühe, die Arbeit zu lesen. Hauptsache sie bekommen den Zugang zu bestimmten Positionen. Es geht nicht um Leistung, sondern um Titel. Armes Bildungssystem.
Mir kam spontan die BWL-Fakultaet einer grossen nordbayerische Stadt in den Sinn
denn da war vor einiger Zeit doch ein kleiner Artikel in einer taeglich erscheinenden Handelszeitung, dass doch Herr XY, seines Zeichens CEO der deutschen Niederlassung einer amerikanischen Grossbank doch heute nach nur einem Jahr die erfolgreiche Promotion in BWL feiern wuerde. Dies sei - so der Bericht voellig ironiefrei weiter - mit viel Fleiss und Disziplin in 12 Monaten moeglich gewesen. Tja, so ein CEO (und wahrscheinlich Mitglied von zig-Aufsichtsraeten) hat ja auch sonst nichts zu tun. Ein wirklich helles Koepfchen.
dass Ghostwriter auch nur Samenspender sind. Sie sollten für ihre Elaborat haftbar germacht werden.
Mehr Schein als Sein. Kleider machen Leute. Der erste Eindruck. Die Selbstreinigung.
Ist ein Akademiker, der sich seine Dissertation schreiben
läßt, ein Akademiker? Während meines Studiums wurde in
den Klausuren von einigen Kommilitonen/innen schon derart offensichtlich
getäuscht, manche hatten auch da schon ihre Ghostwriter dabei,
daß ich mich sehr gewundert habe, daß die Aufsicht dies
augenscheinlich ignoriert hat. Daß dies beim Erwerb von Titeln
nicht anders sein würde, war da nur noch ein Gebot der Logik.
Äußerlichkeiten spielen im Berufsleben durchaus eine Rolle
und wer sich gar noch mit einem Titel schmücken kann, hat es oft
leichter. Nicht selten aber trügt der Schein, der erste Eindruck
stellt sich als fataler Irrtum dar und auch die schönsten Kleider
helfen dann nicht weiter.
Entscheidend ist dann die Reaktion. Eigentlich sollte die dann klar und
eindeutig sein, aber wer will schon sein eigenes Unvermögen bei der
Kandidatenauswahl eingestehen, schadet es doch auch der eigenen Reputation.
Ob sich die Wissenschaft damit einen Gefallen tut? Selbstreinigung!
Eigene Erfahrung aus dem Studium: Ein Herr mitte Dreißig, bereits
vollzeit und gut bezahlt arbeitend, will wohl für das Prestige
einen akademischen Grad draufsetzen. Spricht mich eines Tages an, er
müsse seine Arbeit über das und das Thema schreiben und kennt
sich da in den technischen Dingen nicht so aus (der Mann arbeitete!!! in
dem Bereich) und könne sich nicht groß einlesen wegen Arbeit
- ob ich wohl helfen könnte beim Programmieren über die
Semesterferien. Ich entgegne treudoof, dass ich wegen Job keine Zeit
habe, aber er sich bei schwerwiegenden Fragen gerne an mich wenden
könne. Ja, ne, das sei wohl zu wenig.
Später stellt sich heraus, dass auch noch andere Kommilitonen
gefragt wurden und dort sogar von Bezahlung die Rede gewesen ist. 2000
EUR auf die Kralle für einen Monat Arbeit ist für einen
Studenten wirklich eine Menge Holz aber bestimmt billiger als eine
Agentur. Keine Ahnung, ob jemand darauf eingegangen ist.
@Andrea Mueller - Unverschaemtheit siegt ...
... ohne diese Ingredienz kommt man wohl kaum zu Top-Managerweihen. Ich kenne allerdings auch Kollegen, die ihre Dissertation neben der Erwerbsarbeit wirklich selbst geschrieben haben (bei mir war das uebrigens auch so). Das geht dann aber nicht in einem Jahr. Da hat man haeufig 16-Stunden-Arbeitstage/naechte. Um so aergerlicher dann diese Typen, die sich gegen Bezahlung mit fremden Federn schmuecken.
Natürlich ist XY ein Opfer des Systems. Natürlich verhilft ein
Blick nach Skandinavien oder Benelux zur Erkenntnis, dass durch die
universitäre Personalpolitik in Deutschland alles getan wird, um
eine wissenschaftliche Laufbahn extrem unattraktiv zu machen.
Aber ein System muss reproduziert werden und es wird von jenen
fortgeschrieben, die in fehlgeleiteter Demut diese
Beschäftigungsverhältnisse akzeptieren. Es wird auch durch
jene unterstützt, die strukturelle Schwächen zum eigenen
Vorteil ausnutzen.
Wie gesagt, es bleibt eine Gewissensfrage, ob man für €1000
seine wissenschaftliche Seele verkaufen will, ein Betrag, der wohl kaum
ausreicht, um viel am eigenen Prekariat zu ändern - und wohl auch
nicht notwendig ist, um Kinder vor dem Hungertod zu bewahren.
Gründe lassen sich anführen, legitim ist aber etwas anderes.
Ganz so einfach sollte es nicht sein
Seriöse Universitäten werden eine solche Arbeit nicht akzeptieren, jedenfalls nicht mehr heute. Im Normalfall gehören diverse weitere Verpflichtungen dazu: Seminarbesuche, eine eigene Forschungsarbeit, die Publikation dieser Ergebnisse in anerkannten Journals oder die Präsentation auf Konferenzen, etc. Ich halte es zwar nicht für unmöglich dass alles ebenfalls zu faken, allerdings ist der Aufwand schon deutlich höher als einfach ein paar Scheine auf den Tisch zu legen.
Der ganze Artikel ist merkwürdig. Wir schon von anderer Seite
bemerkt, kann jeder eine Doktorarbiet finden. Nur dieser arme
Ghoswtriter nicht? Er kopiert zuhause irgendetwas zusammen, ohne Ahnung
davon zu haben, was er da macht? Er arbeitet monatelang für 1.000
Mark (500 Euro). Zu allem Überfluss und weil ihm nicht besseres
einfällt nimmt er noch gleich ausrangierte Teile seiner eigenen
Doktorarbeit mit rein? Zu einem ganz anderen Thema?
Das sieht doch eher so aus, also ob hier ein Autor schnell mal einen
Aritikel rund um Schavan und Co. plazieren wollte, ohne eigentlich zu
wissen, über was er da schreibt. Schade das heute immer öfter
die gründliche Recherche den Bach runter geht.
Dann sind wir mindestens schon zwei
denen das Ganze hier nicht ganz koscher vorkommt.
Praktisch, dass dieser Ghostwriter sich gerade jetzt, nach 15 oder mehr
Jahren an die FAZ Redaktion wendet.
Interessant ist auch die humanistische Einstellung der Redaktion. Da
melden sich haufenweise Vroniplag Aktivisten, die die hier angeblich
genannte Arbeit kennen wollen, aber mit Rücksicht auf die Autoren
will man keine falschen Verdächtigungen schüren. Seit wann
läßt sich ein Journalist so eine Story entgehen? Es ist wohl
eher die Befürchtung, dass diese fiktive Geschichte weitere Kreise
zieht und da hält man den Ball lieber flach.
Sie merken an, was mir auch durch den Kopf ging,
nämlich, daß der Verfasser nur mal fix auf's Trittbrett eines rollenden Medienzuges aufspringen wollte. Aber, wahrscheinlich haben Sie Recht. Ich möchte nicht im Detail wissen, wie um den Bildungsstand all' derer bestellt ist, die derzeit meinen, sich zur Qualität des "Wissenschaftsstandortes Deutschland" äußern zu müssen...