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Gründerserie : Burritos für die Hochzeitsfeier

Jan Dinter und Oliver Meiser vor ihren Streetfood-Trucks in Frankfurt. Bild: Claus Setzer

Ein Trend in der Gastronomie ist Streetfood: die kleine Zwischendurchmahlzeit im Vorbeigehen. Diese beiden Gründer haben das Konzept ordentlich veredelt – und Streetfood sogar hochzeitstauglich gemacht.

          „Für das kommende Jahr liegen uns bereits heute viele Hochzeitsanfragen vor“, zeigt sich Oliver Meiser selbst etwas überrascht. Aber der Buchungsstand zeigt nur, dass Meiser und sein Partner und Mitgründer Jan Dinter mit ihrer Idee in der breiten Mitte der Gesellschaft angekommen sind: Streetfood für das schönste Fest des Lebens, bis vor kurzem noch undenkbar. Und Dinter und Meiser nehmen für sich in Anspruch, dazu wesentlich beigetragen zu haben, dass heute zum Hochzeitsfest ein Streetfood-Unternehmen als Caterer gebucht wird. Das ist nicht nur eine Frage des Preises. 1500 Euro sind die Untergrenze für eine Buchung zur Hochzeitsfeier.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Dafür kommt aber eben auch nicht nur ein Buffett, sondern eine Kochstation, auf Neudeutsch eine Front-Cooking-Station, die von mexikanisch (unter der Marke Burritobande) über italienisch (Cucina Nostra) bis zu Fleischspezialitäten (BBQ-Catering) alles anbietet, was der Magen begehrt. „Wir bieten frisch zubereitetes Essen zu optimalen Preisen“, erklärt Dinter einerseits den Zuspruch für ihre Geschäftsidee und andererseits auch ihren Anspruch, nicht nur preiswert, sondern auch gut zu sein, gut von der Qualität der Speisen bis zur Präsentation und dem Service.

          Der Spagat zwischen Qualität und Preiswürdigkeit scheint zu gelingen; die Celebrate Streetfood Catering & Event GmbH, Frankfurt, expandiert. „Wir mieten gerade neue Büroräume an“, entschuldigen die Gründer den Gang durch verwinkelte Treppenhäuser in einen Besprechungsraum. Sie können ihren Erfolg selbst kaum glauben. Die beiden Enddreißiger kennen sich seit ihrem BWL-Studium in Gießen. Meiser fand dann den Weg in die Logistik bei der Lufthansa Cargo. Dinter betätigte sich schon während des Studiums als Finanzberater. Er habe durchaus zu denen gehört, die „mit ihrem Erfolg zufrieden sein können“. Aber er war es satt, immer allein zu arbeiten, er wollte etwas Größeres, ein Unternehmen, aufbauen. „Wir hatten viele Ideen“, gestehen beide. Die meisten seien schnell wieder verworfen worden. Bis dann die Idee kam, das in Mexiko bekannte Gericht Burrito nach Deutschland zu bringen. Burrittos sind mit Hackfleisch, Bohnen, Reis, Tomaten oder Käse gefüllten Tortillas aus Weizenmehl.

          „Selbst, wenn die Idee scheitert, lernt man viel“

          Eine große Marktforschung haben sie nicht gemacht. „Irgendwann muss man einfach mal anfangen; auch das Risiko des Scheiterns eingehen“, beschreibt Dinter den Haupterfolgsgrund junger Unternehmer. Denn „selbst wenn die Idee scheitert, lernt man viel aus einer Gründung und gewinnt für sich zumindest die Beruhigung, es einmal versucht zu haben“. Mit einem dritten Gesellschafter gründeten sie 2013 das Unternehmen, an dem Dinter und Meiser heute knapp 50 Prozent halten – und starteten mit einem Verkaufswagen mit der Aufschrift „Burrito Bande“ in Frankfurts Osten. „Mittags dort Burritos anbieten, wo sich stationäre Gastronomie nicht halten kann“, war die Idee.

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