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Gründerserie : Die Erinnerungen für die Nachwelt retten

Hans-Günter Herrmann (links) und Christoph Kind Bild: Edgar Schoepal

In vielen Familien schlummern alte Fotos und Dias in Kisten und Regalen. Um sie der Nachwelt zu erhalten, sollte man sie digitalisieren. Das Kölner Start-up Mediafix weiß, wie das geht.

          Ein älterer weißhaariger Herr schleppt drei schwere Klappkisten ins Gebäude und stapelt unzählige der langen grauen Diakästen auf den Annahmetresen. Eine andere Kundin hat Fototüten und mehrere Streifen alter Negative in der Hand und lässt sich von der Mitarbeiterin im Empfangsraum über Möglichkeiten und Preise beraten. Was beim Betreten der Geschäftsräume der Mediafix GmbH zu beobachten ist, sind die typischen Alltagssituationen, wie Hans-Günter Herrmann später im Gespräch beschreibt. Denn die von ihm mitgegründete Firma hat sich auf die Fahnen geschrieben, alte Erinnerungen für die Nachwelt zu retten, indem sie analoge Medien wie Dias, Papierbilder, Schmalfilme oder Videokassetten digitalisiert.

          Brigitte  Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

          Der Anstoß zu dem 2012 gegründeten Kölner Start-up kam eigentlich von Herrmanns Großcousin Hans-Walter Knuth. Der diplomierte Chemiker im Ruhestand verfügte über eine gewaltige Diasammlung aus dreißig Jahren Fotografierleidenschaft. Weil ihm die Ergebnisse handelsüblicher Diascanner für den Hausgebrauch qualitativ zu schlecht und die Kosten für die Digitalisierung in einem professionellen Fotolabor viel zu hoch waren, tüftelte er an einem eigenen Digitalisierungssystem, das seinen Ansprüchen besser gerecht wurde. Als er später auf einem Familienfest von seiner Erfindung erzählte, kam Herrmann der Gedanke, daraus ein Geschäftsmodell zu machen. Weiterentwickeln konnte er seine Idee im Rahmen eines Projektes am Professional Center der Universität Köln, einer Einrichtung, die das Ziel verfolgt, eine Brücke zwischen Studium und Beruf und zwischen Universitäten und Arbeitsmarkt zu schlagen.

          Für den heute 32 Jahre alten Diplom- Volkswirt war der Sprung in die Selbständigkeit nichts Neues. Er, der sich in seinem Unternehmen vor allem um Marketing, Strategie und die Finanzen kümmert, hatte schon vorher kleinere Startups gegründet. Wichtiger Mitstreiter war von Beginn an Christoph Kind, den er im Gründerinnovationszentrum Köln kennenlernte. Denn der heute ebenfalls 32-Jährige, der Sport und Informatik studiert und zunächst als selbständiger Softwareentwickler gearbeitet hat, kümmerte sich gemeinsam mit Elektrotechnikern und Fotoexperten um die Perfektionierung des ursprünglichen Prototyps. Heute ist er als Cheftechniker für die Softwaresteuerung und die gesamten IT-Abläufe verantwortlich und hat mit seinen Kollegen inzwischen schon die nächsten Generationen an Geräten entwickelt.

          Furcht vor Nachahmern

          Operativ nicht mehr an Bord ist hingegen Mitgründer Stefan Wickler, der in der Startphase vor allem Vertriebserfahrung eingebracht hatte. Zwar begleitet er Mediafix noch als strategischer Gesellschafter, aber als bekennender Gründertyp widmet er sich schon einem neuen Projekt rund um gesunde Ernährung.

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