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Ausbildung : Was junge Menschen werden wollen

Jungs basteln und schrauben, Mädchen werden Kauffrauen Bild: dpa

Lieber Werkstatt oder Büro? Oder doch etwas mit Tieren? Welche Ausbildungsberufe in der Gunst junger Männer und Frauen oben stehen.

          Kaufmännische Berufe erfreuen sich unter Jugendlichen enormer Beliebtheit. Unter den fünf häufigsten Ausbildungsgängen 2016 waren gleich drei Berufe mit einer entsprechenden Ausrichtung zu finden. Am beliebtesten war im vergangenen Jahr dabei der Einzelhandelskaufmann mit fast 30.000 neuen Ausbildungsverträgen. Es folgten die Kaufleute für Büromanagement, Verkäufer, Kraftfahrzeugmechatroniker sowie Industriekaufleute. Auf diese fünf häufigsten Ausbildungsberufe entfielen etwa ein Viertel aller fast 510.000 neu abgeschlossenen Verträge, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das waren 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenig wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

          Viele Verträge vorzeitig aufgelöst

          Sven Astheimer

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Berufswahl sind jedoch enorm. Während bei den Jungs mit dem Kraftfahrzeugmechatroniker, dem Elektroniker, dem Industriemechaniker sowie dem Fachinformatiker gleich vier Berufe aus dem technischen Bereich in der Spitzengruppe auftauchten, dominierten bei den Mädchen neben den kaufmännischen Ausrichtungen die medizinischen Fachberufe. Mehr als 146.000 Ausbildungsverträge wurden vorzeitig gelöst, was ein Minus von 2,9 Prozent bedeutete. Der Anteil der weiblichen Ausbildungsstarter mit Hochschulzugangsberechtigung (Abitur, Fachabitur) lag mit 34,5 Prozent um zehn Punkte über dem der männlichen. Dafür gab es mehr junge Männer unter den Lehrlingen ohne Hauptschulabschluss.

          Der deutsche Ausbildungsmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Blieben noch bis ins vergangene Jahrzehnt hinein jedes Jahr Tausende Bewerber ohne Lehrstelle, macht sich der demographische Wandel mittlerweile deutlich bemerkbar. Zudem ziehen immer mehr Schulabgänger ein Studium der Ausbildung vor. Das führt dazu, dass die Zahl der Fachkräfte in Ausbildung sinkt. Nach Angaben der KFW-Mittelstandsbank gibt es derzeit über alle Lehrjahre hinweg 1,32 Millionen Azubis in Deutschland, so wenige wie noch nie. Rund 90 Prozent davon sind im Mittelstand beschäftigt.

          Noch 188.000 Bewerber unversorgt

          Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres am 1. September meldet die Bundesagentur für Arbeit eine stabile Entwicklung. Von Oktober bis Juli sind den Agenturen rund 512.000 Ausbildungsstellen von den Unternehmen gemeldet worden. Fast genauso hoch ist die Zahl der Bewerber. Damit ergibt sich rein rechnerisch eine ausgeglichene Situation: Auf 100 Stellen kamen 102 Bewerber. Allerdings gibt es große regionale und inhaltliche Unterschiede. In Süddeutschland sowie einigen kleinen Bundesländern gibt es deutlich mehr Plätze als Kandidaten, vor allem in Nordrhein-Westfalen aber auch in Berlin und Hessen ist die Lage umgekehrt.

          Außerdem bekommen viele Arbeitgeber im Hotel- und Gaststättenbereich, am Bau, in vielen Gewerken und auch Speditionen ihre Lehrstellen nicht besetzt, während es etwa für Büro- und Verwaltungsberufe, die Tierpflege, Medienberufe oder in künstlerisch-kreativen Berufen einen Überhang an Bewerbern gibt. Im Juli waren noch 179.000 Stellen offen und 188.000 Bewerber unversorgt. Die Augustdaten gibt die Arbeitsagentur an diesem Donnerstag bekannt.

          Quelle: F.A.Z.

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