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INSM-Bildungsmonitor : Deutsche Schulen kommen bei Integration nicht hinterher

  • Aktualisiert am

Ein nach Deutschland geflüchtetes Kind in einer Willkommensklasse in Brandenburg: Die Integration stellt das deutsche Schulsystem vor Herausforderungen. Bild: dpa

Die Wirtschaft sucht händeringend Fachkräfte. Und sieht mit Sorge, dass das Bildungsniveau an deutschen Schulen sinkt. Das sagt eine neue Bildungsstudie.

          Schulen bekommen die Integration von Migranten und die Bekämpfung von Bildungsarmut einer Studie zufolge nicht gut genug in den Griff. Die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sieht laut ihrer Untersuchung sogar erstmals nahezu bundesweit Rückschritte in vielen Handlungsfeldern. Vor allem bei Schulqualität, Integration und Verminderung von Bildungsarmut verschlechterten sich die Ergebnisse deutlich, wie aus dem INSM-Bildungsmonitor 2018 hervorgeht, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Es müsse mit Blick auf die Herausforderungen der Integration verstärkte Anstrengungen in Schule und Ausbildung geben.

          Bereits im Monitor des Vorjahres wurde demnach deutlich, dass eine Reformagenda für das Bildungssystem notwendig sei. Dazu gebe es einen Mehrbedarf an Bildungsinvestitionen von 12 Milliarden Euro jährlich. Dieses Geld sollte zielgerichtet zur Gestaltung der Digitalisierung und zur Sicherung von Teilhabechancen eingesetzt werden.

          Wirtschaft in Sorge

          Der beobachtete Rückschritt bereite auch der Wirtschaft Sorge, hieß es von der INSM. So schnitten in Deutsch und Mathematik Viertklässler aktuell schlechter ab als in den Vorjahren. Die Schulabbrecherquote unter Ausländern nehme zu. Unter ausländischen Jugendlichen stieg der Anteil von Abgängern ohne Abschluss von 11,8 Prozent im Jahr 2015 auf 14,2 Prozent im Jahr 2016. „Wir brauchen einen neuen Bildungsaufbruch und dabei mehr Qualität für bessere Teilhabechancen“, erklärte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr.

          Im aktuellen Bildungsmonitor der wirtschaftsnahen Initiative wurde erstmals vertieft der Bereich Digitalisierung untersucht. Im internationalen Vergleich hätten deutsche Schulen bei der Computernutzung Nachholbedarf, ebenso bei den IT-Kompetenzen der Schüler und in der Forschung. Zwischen den Bundesländern zeige sich hier ein qualitativ differenziertes Bild mit Stärken in Bayern und Baden-Württemberg und Schwächen in Schleswig-Holstein und den neuen Ländern, mit Ausnahme Thüringens.

          Es braucht: Bessere Ausstattung und mehr Austausch

          Pellengahr forderte eine bessere Ausstattung der Schulen, mehr Lehrerfortbildungen sowie mehr Austausch über innovative digitale Lehr- und Lernkonzepte. Zudem müssten die digitalen Kompetenzen von Schülern und Lehrern regelmäßig überprüft werden. Der Leiter der Studie, Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft, erläuterte, zu oft fehle den Schulen die technische Ausrüstung zur Vermittlung von Digital-Kompetenzen. Und wo sie vorhanden sei, werde diese zu oft nicht sinnvoll genug eingesetzt.

          Die leistungsfähigsten Bildungssysteme haben Sachsen, Thüringen und Bayern gefolgt von Baden-Württemberg, Hamburg und dem Saarland, so der INSM-Monitor. Im Vorjahresvergleich konnten sich nur Schleswig-Holstein und Berlin im Ranking verbessern. Berlin ist erstmals seit 10 Jahren nicht mehr Schlusslicht, sondern belegt den 13. Platz.

          Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding erklärte, um dem Rückschritt an Schulen entgegenzuwirken, „muss die Bundesregierung dringend mehr in Bildung investieren. Denn nur so bleiben wir weltweit wettbewerbsfähig“.

          Der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Oliver Kaczmarek, nannte die Entwicklung „alarmierend“. Allerdings würden auch die Grenzen des Bildungsmonitors deutlich. „Ländervergleiche geben keinen hinreichenden Aufschluss auf die Herausforderungen für die Einzelschule.“

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