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Befragung : Unzufriedene deutsche Mitarbeiter

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Wie zufrieden sind deutsche Beschäftigte? Diese hier haben sich entschieden, gar nicht (mehr) für einen Arbeitgeber, sondern als Freelancer im Co-Working-Space zu arbeiten. Bild: dpa

Studien zur Zufriedenheit von Beschäftigten gibt es viele. Diese hier ist auch deshalb interessant, weil sie unter Einsatz von lernenden Algorithmen gemacht worden ist.

          Über Mitarbeiterzufriedenheit sind schon viele Studien gemacht worden. Diese hier ist deshalb interessant, weil sie mit einer recht ungewöhnlichen Methode gemacht wurde. Ein auf Mitarbeiter-Engagement spezialisiertes Start-up hat dafür eine  selbst entwickelte Software genutzt, die punktuell auch auf lernende Algorithmen zurückgreift.

          „Peakon“ heißt das dänische Jungunternehmen, das normalerweise im Auftrag von Arbeitgebern tätig wird. Mit folgender Methode: Mitarbeiter werden nicht nur einmal befragt, sondern immer wieder. In den vergangenen 12 Monaten hat das Start-up insgesamt 8800 Arbeitnehmer aus Deutschland, Skandinavien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten in regelmäßigen Abständen interviewt. Besonders daran war auch, dass schlaue Algorithmen dabei geholfen haben. Wenn ein Mitarbeiter etwa eine Frage auffällig schlecht beantwortete, wurde ihm automatisch eine passende Folgefrage gestellt, um mehr darüber zu erfahren (z.B. „Warum ist das Arbeitspensum zu hoch?“).

          Heraus kam Ernüchterndes: Skandinavische und amerikanische Betriebe übertrumpfen ihre deutschen Konkurrenten bei der Mitarbeiterzufriedenheit in allen Dimensionen. Die Arbeitnehmer dort fühlen sich von der Arbeit erfüllter als hierzulande, haben mehr Gestaltungsfreiraum und sind von den Zielen des Managements überzeugter.

          Außerdem stimmen die Werte der amerikanischen und skandinavischen Unternehmen häufiger mit denen überein, die den Mitarbeitern selbst wichtig sind. Skandinavier und Amerikaner würden ihr Unternehmen im Schnitt auch deutlich lieber Freunden weiterempfehlen, als das Deutsche tun würden. Nur in Großbritannien sind die Werte zum Teil noch schlechter als hierzulande.

          Ein tieferer Blick in die Befragung über Deutschland zeigt zudem, dass nur jeder vierte Teilnehmer hierzulande zu Protokoll gab, mit seinem Arbeitspensum zurechtzukommen. Zudem sind nur 18 Prozent damit zufrieden, was sie verdienen. Auch die nicht-monetäre Anerkennung für ihre Arbeit scheint einigen zu fehlen: Nur 29 Prozent gaben an, davon genügend zu bekommen.

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