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Whatchado : Online-Dating für den Job

Ehemaliger Flüchtling, Schulabbrecher und dann Softwareingenieur: Der Unternehmensgründer Ali Mahlodji. Bild: whatchado.com

Das Start-up Whatchado bietet eine Partnerbörse für Berufseinsteiger an. Gründer des Erfolgsunternehmens ist ausgerechnet ein Schulabbrecher.

          Es gibt putzige Berufe mit putzigen Namen. Was etwa macht ein "Category Manager"? Tolle Dinge, zum Beispiel Kekse verkosten, um zu entscheiden, welche Sorte ein Supermarkt ins Sortiment aufnehmen sollte. Die großen Handelsketten beschäftigen Category Manager, um den knappen, kostbaren Platz in den Regalen möglichst gewinnbringend zu nutzen. Diese Mitarbeiter kalkulieren die Preise für bestimmte Warengruppen (Kategorien), lassen sich von den Lieferanten die Produkte vorstellen, denken über die Werbung nach, probieren in den Testfilialen aus, wie sich die Neuzugänge verkaufen lassen und was stattdessen aus dem Angebot fliegt.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Wie es in ihrem Beruf zugeht, hat uns Martina erzählt. Sie arbeitet für Rewe in Österreich, wo sie als Category Managerin die Tochterunternehmen Billa und Merkur betreut. Getroffen haben wir die junge Frau nie, aber sie hat uns in einem Online-Video mit netten bunten Bildern und vielen lächelnden Kollegen und Geschäftspartnern ihre Arbeit ausführlich vorgestellt. Zu sehen ist das Filmchen bei Whatchado.com aus Wien, einer der erfolgreichsten Berufsfindungsplattformen im deutschsprachigen Raum.

          Dieser Artikel stammt aus der Frankfurter Allgemeine Woche.

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          Wem Martina Lust auf ihren Beruf gemacht hat, der findet unter dem Video weitere Details: Ein Category Manager verdient 2200 bis 3500 Euro im Monat; Bewerber brauchen ein Studium, am besten in BWL mit Schwerpunkt Marketing; von Vorteil sind einige Jahre Berufserfahrung im Projekt- oder Produktmanagement. Besonders interessant wird es am Ende der Seite. Da präsentieren sich deutsche, österreichische und Schweizer Unternehmen mit ihren Stellenangeboten - auch für Category Manager.

          Mit vierzehn Fragen zum Traumjob

          Diese Kombination macht den Charme von Whatchado aus. Der Name ist der Slang-Aussprache von "What to do" nachempfunden, zu Deutsch "Was soll ich anfangen?" Die Plattform lässt Berufstätige über ihren Werdegang, Alltag, ihre Hochs und Tiefs berichten. Zugleich gibt sie Arbeitgebern die Möglichkeit, für sich zu werben. Clever ist auch das "Matching-Tool", eine Orientierungshilfe für junge Menschen, die noch nicht wissen, welche Richtung sie einschlagen wollen. Um auf unbekannte Berufsfelder wie den Category Manager zu stoßen, kann ein Nutzer 14 Fragen beantworten. Will ich viel reisen oder wenig? Regelmäßig oder kaum Kundenkontakt? Geistig oder körperlich arbeiten? Lieber Spaß an der Arbeit oder viel verdienen?

          Das Programm vergleicht die Angaben mit jenen der Personen, die in den Videos ihre Arbeit vorstellen, etwa mit Martinas Profil. Dann klappen die Filme mit der größtmöglichen Übereinstimmung auf und halten manche Überraschung parat. So hat der Autor dieses Textes, ein Journalist, am meisten gemein mit der schwedischen Managerin für das Sonnenbrillen-Marketing von Adidas. Alle Berufstätigen beantworten dieselben Fragen: Welche Ratschläge würde ich mir als Vierzehnjährigem geben? Was ist das Coolste an meinem Job? Welche Einschränkungen bringt er mit sich? Was genau tue ich? Wie sah mein Werdegang aus?

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