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Zuwanderer : Holpriger Start ausländischer Absolventen

  • Aktualisiert am

Die befragten ausländischen Absolventen hatten besonders oft technische Fächer studiert. Bild: dpa

Ein Studium in Deutschland ist eigentlich für Ausländer die beste Chance für einen erfolgreichen Berufsstart hierzulande. Und trotzdem hapert es noch an überraschend vielen Stellen.

          Wenn es darum geht, junge Ausländer in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, klappt das über keinen anderen Weg besser als über die Hochschulen. Das ist ein ziemlich alter wissenschaftlicher Befund. Eine neue Studie, die ausländische Studierende vor und nach ihrem Abschluss befragt hat, kommt allerdings nun zu dem Ergebnis: Selbst in dieser Gruppe holpert der Start am Arbeitsmarkt in Deutschland mehr als erwartet; der Weg vom Hörsaal in den Betrieb ist bei weitem kein Selbstläufer.

          Um das herauszufinden hat der Forschungsbereich beim Sachverständigenrat für Integration und Migration 418 internationale Absolventen befragt: Einmal während ihres Studiums im Sommer 2015 und einmal nach ihrem Abschluss im Winter 2016/2017. Die Hochschulabgänger waren vergleichsweise erfolgreich und eigentlich vielversprechend für den deutschen Arbeitsmarkt: Sie hatten überdurchschnittlich oft Mathe, Naturwissenschaften, Informatik oder technische Fächer studiert – das sind derzeit hierzulande sehr gefragte Disziplinen.

          Besonders Ingenieure waren häufig vertreten. Seltener als andere ausländische Studenten hatten die Befragten einen Studienabbruch hinter sich. „Allerdings bringt sogar diese Positivauswahl nicht alle Voraussetzungen mit, die es für einen erfolgreichen Berufseinstieg braucht“, schreiben die Studienautoren. So suchten noch 36,9 Prozent der Absolventen 18 Monate nach ihrem Studienabschluss weiterhin nach einer Stelle – für Nicht-EU-Ausländer ist das der Zeitpunkt, zu dem sie üblicherweise ausreisen müssen, wenn sie keinen Job gefunden haben.

          Es mangelt an Netzwerken – und an Praktika

          Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass es an mehreren Stellen gleichzeitig hapert. So mangelt es den ausländischen Absolventen zum Beispiel an Netzwerken, die einen erfolgreichen Berufseinstieg erleichtern und an Wissen über Abläufe bei der Stellensuche in Deutschland. Sie haben seltener als deutsche Absolventen Praktika absolviert und haben daher oft nur eingeschränkte Erfahrungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt gemacht. Außerdem verlassen sich viele im Testfall lieber auf ihre Englisch- als auf ihre Deutschkenntnisse – was in deutschen Unternehmen noch immer eine Hürde darstellen kann.

          Die Studie befasste sich darüber hinaus mit der Frage, welche ausländischen Studierenden überhaupt dauerhaft in Deutschland bleiben – und welche wieder zurückwandern. Die Autoren stellen fest, dass vor allem diejenigen bleiben, die schon während des Studiums fest dazu entschlossen waren, also eine langfristige Bleibeabsicht hatten. Mit höherer Wahrscheinlichkeit blieben auch diejenigen, die eigentlich fest zur Rückkehr entschlossen waren, sich aber während des Studiums stark freiwillig engagierten, etwa in der Kirche, in Vereinen oder sozialen Initiativen. Außerdem wanderten diejenigen besonders häufig zurück, die ihr Studium ohne Abschluss beendet hatten.

          Aber – und das ist ein sehr spannendes Ergebnis – auch diejenigen, die ihr Studium mit einem überdurchschnittlich guten Abschluss (Note 1,5 oder besser) beendet hatten, wanderten mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder aus Deutschland ab. Das erklären die Studienautoren damit, dass sich dieser Gruppe sehr gute Karrierechancen in vielen Ländern der Welt bieten und deutsche Arbeitgeber mit internationalen Unternehmen um diese Gruppe konkurrieren müssen.

          Quelle: nab.

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