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Wunsch-Arbeitgeber : Am liebsten zum Autobauer

  • Aktualisiert am

Autos entwerfen, Autos verkaufen: Wunschträume deutscher Studenten Bild: dapd

Deutschland - Autoland: Das gilt jedenfalls, wenn es um die Wunsch-Arbeitgeber der Wirtschafts- und Ingenieurstudenten geht. Die wollen am liebsten zu Audi, BMW oder Porsche. Die Finanzbranche ist weiterhin out.

          Die Deutschen bauen gerne Autos? An diesem Vorurteil scheint einiges dran zu sein. Zumindest, wenn es um die Frage geht, welchen Arbeitgeber sich deutsche Studenten nach ihrem Abschluss wünschen. Egal ob Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieure - angehende Akademiker aus diesen Studiengängen wollen am allerliebsten für Audi arbeiten. Das besagt die neueste Studie des Marktforschungsunternehmens Universum. Und die Liste fällt für die Autohersteller sogar noch besser aus: BMW auf Platz zwei, Porsche auf Platz drei, VW auf Platz vier - erst an fünfter Stelle steht mit Google bei den Wirtschaftsstudenten ein Internetunternehmen.

          Etwas anders ist das Bild bei angehenden Informatikern: Hier ist Google der beliebteste Arbeitgeber. Bei Studierenden der Naturwissenschaften genießt die Max-Planck-Gesellschaft den besten Ruf.

          Die Autohersteller dominieren die Top-Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschaftler; erst auf Platz fünf kommt Google.
          Die Autohersteller dominieren die Top-Arbeitgeber der Wirtschaftswissenschaftler; erst auf Platz fünf kommt Google. : Bild: F.A.Z.

          Die höchsten Gehaltserwartungen mit 42.700 Euro jährlich haben die angehenden Ingenieure, gefolgt von Informatikern mit 42.400 Euro. Wirtschaftswissenschaftler rechnen dagegen mit nur 40.800 Euro im Jahr und Naturwissenschaftler sogar mit noch deutlich weniger: 37.800 Euro sind es hier.

          Interessanterweise glauben Frauen schon vor dem Einstieg ins Berufsleben, dass sie weniger verdienen werden als ihre männlichen Kollegen. Angehende Ingenieurinnen etwa erwarten ein um etwa 5900 Euro niedrigeres Einstiegsgehalt als männliche Ingenieurstudenten. Frauen in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen sind sich der Gehaltsdifferenzen zwischen Männern und Frauen sogar noch bewusster und erwarten im Durchschnitt 6300 Euro weniger Jahreseinkommen als ihre männlichen Kommilitonen.

          Für die Ingenieurstudenten sind sogar die Top-Fünf der Wunscharbeitgeber allesamt Autobauer.
          Für die Ingenieurstudenten sind sogar die Top-Fünf der Wunscharbeitgeber allesamt Autobauer. : Bild: F.A.Z.

          Die Karriereziele der jungen Akademikergeneration sind geprägt vom Wunsch nach einem sinnvollen Verhältnis von Arbeit und Freizeit: Eine ausgewogene Work-Life-Balance nannten die meisten Studenten als wichtigsten Punkt. Danach folgte der Wunsch nach einer sicheren und beständigen Stelle, erst an dritter Stelle das Ziel, Führungskraft mit leitender Funktion zu werden.

          Innerhalb der als Karriereziel für so wichtig befundenen Work-Life-Balance streben die angehenden Akademiker vor allem ein positives Arbeitsklima an, wünschen sich einen familienfreundlichen Job und ausreichend Freizeit.

          Weiter Gegenwind für die Finanzbranche

          Während die Automobilindustrie für die Studenten der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften die mit Abstand attraktivste Branche ist, konnten in der diesjährigen Befragung auch Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer bei jungen Ökonomen wieder etwas besser punkten als in den Jahren zuvor. Der bei den angehenden Wirtschaftswissenschaftlern am besten bewertete Unternehmens- und Strategieberater McKinsey auf dem achten Platz konnte sich um drei Positionen verbessern und ist damit wieder in die Top 10 vorgestoßen. Die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) rückte um fünf Positionen vor und liegt nun auf Platz 19.

          Bei den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften stieg PwC im Vergleich zum Vorjahr um sieben Positionen auf und liegt nun auf Platz 15. Auch KPMG konnte sich um vier Positionen von Platz 29 auf Platz 25 verbessern. Lediglich Ernst & Young musste sechs Positionen abgeben und liegt nun auf Platz 21. Deloitte konnte sich wie in den beiden Vorjahren nicht in den Top 50 plazieren.

          Weiterhin mit einigem Gegenwind kämpft die Finanzbranche: Banken und Versicherungen tun sich seit der Finanzkrise schwer damit, bei den
          Wirtschaftsstudenten als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Einige konnten sich im Ranking gleichwohl leicht verbessern. Das größte deutsche Geldhaus, die Deutsche Bank allerdings musste im Vergleich zum Vorjahr drei Positionen abgeben und liegt in der Umfrage nun auf Platz 16. Die Europäische Zentralbank liegt auf Platz 18, eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr um zwei Positionen. Die Deutsche Bundesbank konnte sich um vier Positionen verbessern und liegt nun auf Platz 31. Etwas zulegen konnte auch die Sparkassen-Finanzgruppe, die sich um sechs Positionen verbesserte und mit Platz 49 erstmals in den Top 50 enthalten ist.

          Quelle: nab./FAZ.NET

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