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Donnerstag, 09. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Titelstreit Schavan unterstützt Rückkehr zum Dipl.-Ing.

02.08.2010 ·  Die neun technischen Universitäten (TU9) wollen den Titel Diplom-Ingenieur zurück. Das hatte die F.A.Z. schon im Frühjahr berichtet. Jetzt wird das Vorhaben konkreter. Denn die Bildungsministerin unterstützt die Rückkehr zum alten Titel. Die neuen Strukturen sollen indes bleiben.

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) unterstützt ausdrücklich das Streben der neun technischen Universitäten (TU9), zum Grad „Diplom-Ingenieur“ („Dipl.-Ing.“) als deutsches Markenzeichen für ihre Absolventen zurückzukehren. Dies bestätigte am Montag ein Sprecher des Ministeriums. Die TU9 wollen allerdings nicht von den neuen gestuften Bachelor- und Masterstudiengängen abrücken und zu den Strukturen des früheren Diplomstudiums zurückkehren, sondern lediglich den Titel „Dipl.-Ing.“ als Namen erhalten, wie die F.A.Z. schon vor mehreren Monaten berichtet hatte (Titel: Die Rückkehr des Dipl.-Ing.). Mit der Unterstützung des Ministeriums werden diese Bestrebungen nun offenbar konkreter.

„Wir wollen den akademischen Grad Diplom-Ingenieur wiederhaben“, sagte der Präsident des Zusammenschlusses der technischen Hochschulen und Rektor der RWTH Aachen, Ernst Schmachtenberg. Die TU9 wolle aber die Struktur der Bachelor- und Masterstudiengänge nicht antasten. Beim Titel müsse die
Kultusministerkonferenz nachkorrigieren.

„Ein Label für die deutsche Ausbildung von Ingenieuren“

Das Diplom sei ein weltweit anerkannter Qualitätsbegriff wie das „Made in Germany“ in der Industrie, sagte Schmachtenberg. „Wir sehen in dem Diplom-Ingenieur ein Label für die deutsche Ausbildung von Ingenieuren“. Absolventen mit dem Titel hätten auf dem Arbeitsmarkt eindeutig einen Wettbewerbsvorteil. Der Master of Science unterscheide nicht mehr zwischen einem Physiker, Chemiker, Germanisten und Ingenieur. Der Berufsbezug sei in dem akademischen Grad nicht mehr erkennbar.

Der Sprecher des Bundesbildungsministeriums sagte, der deutsche Titel „Dipl.-Ing.“ habe weltweit einen guten Klang. Es sei Zeichen des Selbstbewusstseins der Universitäten, wenn sie an diesem Titel festhalten wollten.

Der Bund ist nach der Föderalismusreform von 2006 weiterhin für die Regelung der akademischen Abschlüsse wie für die Zulassung zum Studium zuständig. Schavan hat allerdings bislang auf ein Bundesgesetz verzichtet.

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