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Viele Einschränkungen : Teilzeitstudium bleibt die Ausnahme

Studieren in Teilzeit bleibt die Ausnahme Bild: dpa

Eigene Kinder, pflegebedürftige Angehörige, ein Job - es gibt viele Gründe, die ein Studium in Vollzeit schwierig machen. Studieren in Teilzeit ist aber oft nicht möglich.

          Teilzeitarbeit ist keine große Sache mehr, eher eine Selbstverständlichkeit. An den Hochschulen sieht das immer noch anders aus. Ein Teilzeitstudium ist an den meisten Standorten zwar möglich, aber es gibt Einschränkungen. Die Universität Frankfurt etwa – nur ein Beispiel von sehr vielen – bietet ihren Studenten durchaus die Möglichkeit, in Teilzeit zu studieren. Kleiner, verschnörkelter Zusatz: „wenn und soweit die Prüfungsordnung des gewählten Studiengangs, der mit einer Hochschulprüfung abschließt, dies nicht ausschließt und für das entsprechende Fachsemester keine Zulassungsbeschränkungen bestehen“.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Und weiter: Eine Berufstätigkeit wäre zwar ein angemessener Grund, ein Studium in Teilzeit zu beantragen – aber eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 14 bis 28 Stunden für die Dauer von mindestens zwei Semestern müsse nachgewiesen werden; auch die Betreuung eines Kindes könne ein Teilzeitstudium begründen – wenn es denn jünger als zehn Jahre ist und im gleichen Haushalt lebt. Und wer besonders gut im Sport ist und dem A-, B- oder C-Kader eines Sportverbandes angehört, könne ebenfalls ein Teilzeitstudium beantragen – allerdings nur dann, wenn dieser Verband zu den olympischen oder paralympischen Sportarten gehöre.

          Außerdem werden als Gründe für ein zeitlich reduziertes Studium anerkannt: die Pflege eines nahen Angehörigen, eine Behinderung oder chronische Erkrankung.

          Wenige Studiengänge in Teilzeit

          Dieses Einzelbeispiel deckt sich mit den Zahlen zum Teilzeitstudium in Deutschland, die in dieser Woche vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in einer Studie veröffentlicht wurden. Denn es ist – trotz steigender Nachfrage – eine Ausnahme geblieben, und wer sich dafür entscheidet, muss mit Hürden rechnen, die Vollzeitstudenten nicht kennen.

          Jedenfalls an staatlichen Hochschulen, denn dort ist ein Teilzeitstudium meistens ein streng geregelter Ausnahmefall. Für Privathochschulen gilt das nicht. Kein Wunder also, dass Hamburg unter allen deutschen Bundesländern die höchste Quote an Teilzeitstudenten hat. Dort studiert etwa jeder Fünfte nicht in Vollzeit, was vor allem an zwei privaten Fernhochschulen in der Stadt liegt, deren 17 000 Studenten überwiegend in Teilzeit studieren.

          Diese Quote von rund zwanzig Prozent liegt deutlich oberhalb des Durchschnitts in Deutschland, den das Statistische Bundesamt im vergangenen Jahr mit etwas mehr als sieben Prozent angegeben hat – das Ganze bei etwa 200 000 Teilzeitstudenten hierzulande. Für die stehen nur rund 13 Prozent aller Studiengänge in Deutschland in Teilzeit zur Verfügung, wobei das Angebot an Universitäten etwas größer ist als an Fachhochschulen. Unter den Bundesländern ist das Saarland, wo 65 Prozent aller Studiengänge in Teilzeit angeboten werden, der Spitzenreiter in dieser Kategorie. Allerdings liegt diese Quote in sechs Bundesländern unter 10 Prozent.

          Dabei haben es Teilzeitstudenten schon vor der Suche nach einem passenden Fach und einer passenden Uni schwer: Sie haben keinen Anspruch auf Bafög, eine studentische Krankenversicherung oder Werkstudentenverträge. Cort-Denis Hachmeister, einer der Autoren der CHE-Studie, bemängelt die uneinheitlichen Regelungen und sagt: „Wer während des Studiums auf ein Teilzeitstudium angewiesen ist, muss aktuell das Glück haben, an der richtigen Hochschule zu studieren.“

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