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Andere Mathe-Aufgaben : Einbruch in Stuttgarter Schule stellt Hamburger Abi auf den Kopf

  • Aktualisiert am

Aufgaben nochmal neu: Das gilt nicht ausschließlich für Baden-Württemberg. Bild: dpa

Anfang der Woche hatten Einbrecher einen Tresor in einem Stuttgarter Gymnasium geknackt, in dem Abituraufgaben gelagert waren. Nun müssen auch anderswo in Deutschland die Aufgaben ausgetauscht werden – etwa im weit entferten Hamburg.

          Weil Einbrecher Anfang der Woche in einem Stuttgarter Gymnasium den Tresor mit den aktuellen Abituraufgaben geknackt hatten, müssen nun Mathematik- und Englisch-Aufgaben in ganz Baden-Württemberg und auch in einigen anderen Bundesländern ausgetauscht werden. Das teilte das baden-württembergische Kultusministerium mit. Die Kultusministerkonferenz der Bundesländer (KMK) erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa: „Es gibt einen Sicherheitsmechanismus, der in solchen Fällen greift.“

          Den Angaben zufolge haben die Unbekannten in der Nacht zum Dienstag den Tresor aufgebrochen und versiegelte Umschläge geöffnet, die die Aufgaben enthielten. Was sie damit wollten und ob sie sie möglicherweise abfotografiert haben, war unklar. Gestohlen wurden die Aufgaben nicht. Möglich sei auch, dass die Einbrecher etwas ganz anderes gesucht und dabei nur zufällig die Abituraufgaben gefunden hätten, sagte die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

          Die Prüfungen könnten trotz allem wie geplant stattfinden, betonte sie. Die Schulen erhielten nun Ersatzaufgaben aus dem für alle Bundesländer offenen Aufgabenpool. Am 28. April ist die Prüfung im Fach Englisch geplant, am 3. Mai in Mathematik.

          Andere Bundesländer seien betroffen, sofern sie die gleichen Aufgaben aus dem bundesweiten Pool gezogen hätten wie Baden-Württemberg, hieß es weiter. „Die konkret betroffenen Länder sind der KMK nicht bekannt“, sagte ein KMK-Sprecher der dpa. Es liege auch in der Natur der Sache, dass der Umgang mit den Abituraufgaben einer strengen Geheimhaltung unterliege. Klar ist aber schon, dass auch Berliner Schüler neue Mathe-Aufgaben für die schriftliche Abiturprüfung bekommen. Rund 10.000 Schüler in Grund- und Leistungskursen in Berlin seien betroffen, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung.

          Auch in Hamburg ist schon klar, dass Geometrieaufgaben ausgetauscht werden müssen, die mit sogenannten Computer-Algebra-Systemen zu lösen seien, wie die dortige Bildungsbehörde mitteilte. Es  seien bereits alternative Aufgaben aus dem Aufgabenpool des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen gezogen worden. An den Prüfungsterminen ändere sich nichts.

          Allein in Baden-Württemberg legen in diesem Frühjahr rund 35.000 Schüler an allgemein bildenden Gymnasien, Kollegs, Abendgymnasien und Waldorfschulen die Abiturprüfungen ab. Bundesweit sind es den Angaben zufolge rund 286.000.

          Für den Umgang mit den Abituraufgaben haben alle Schulen in Baden-Württemberg eine Checkliste mit Sicherheitsvorkehrungen bekommen. So müssen die Aufgaben unter anderem verschlossen an einem gesicherten Ort aufbewahrt werden, zu dem nur die Schulleitung Zugang hat. Zugestellt werden sie von einem Paketdienst, der die Lieferung vorher exakt ankündigt. Sobald die Sendung bei ihr eingegangen ist, muss die Schule das melden.

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