15.07.2008 · Deutschland ist unter ausländischen Studenten sehr beliebt - inzwischen machen sie 12 Prozent der Studierenden aus. Vor allem junge Chinesen zieht es zum Wirtschaftsstudium in die großen Städte.
Von Cara WarmuthDer Studienort Deutschland ist bei ausländischen Studierenden sehr gefragt: 2007 waren an deutschen Hochschulen 246.369 ausländische Studierende eingeschrieben. Im internationalen Vergleich belegt Deutschland damit den dritten Platz nach den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Zusammenarbeit mit der HIS Hochschul-Informations-System GmbH.
Von den bundesweit knapp 2 Millionen Studierenden kamen nach Angaben der Studie im Jahr 2007 etwa 12 Prozent aus dem Ausland. Mit 188.000 sogenannter Bildungsausländer hat ein Großteil der hier ausländischen Studierenden auch seine Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erhalten. Diese Zahlen haben sich seit 2004 kaum verändert. Studenten aus China bilden mit derzeit 25.651 Studierenden die größte Gruppe der ausländischen Studierenden. Es folgen Studenten aus osteuropäischen Staaten wie Bulgarien, Polen und Russland mit jeweils ungefähr 12.000 jungen Leuten.
Beliebte Wirtschaftswissenschaften
Wirtschaftswissenschaften sind auch in diesem Jahr das beliebteste Studienfach der Studierenden aus dem Ausland. Für dieses Fach entscheiden sich an der Universität etwa 13 Prozent, an der Fachhochschule sogar 25 Prozent. Zudem beliebt sind an den Universitäten Germanistik und Informatik, an den Fachhochschulen Maschinenbau und Elektrotechnik. Der gesamten Entwicklung entsprechend, kommen die meisten ausländischen Studierenden dieser Fächer aus China; einzig Germanistik scheint für die Asiaten weniger interessant. Für dieses Studienfach entscheiden sich vor allem Studierende aus Polen und Russland.
Der Frauenanteil an ausländischen Studierenden beträgt insgsamt etwa 50 Prozent. Aber auch hier gibt es Unterschiede. In den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern sind ungefähr zwei Drittel der Studenten weiblich, für Mathematik und Naturwissenschaften liegt der Frauenanteil hingegen bei knapp 40 Prozent.
Gerne nach München und Berlin
Die meisten Ausländer studieren an der TU Berlin, an der Universität München oder an der Uni in Heidelberg - hier sind durchschnittlich etwa 3000 Studenten für ein Erststudium immatrikuliert.
Zwar ist nach Aussagen von DAAD und HIS die Anzahl der Bildungsausländer an deutschen Universitäten leicht rückläufig, dafür steigt sie aber an den Fachhochschulen weiter an. 2007 kamen 75 Prozent der ausländischen Studierenden zum Erststudium nach Deutschland, etwa 20 Prozent entschieden sich für ein weiterführendes Studium, 5 Prozent strebten gar keinen Abschluss an. Damit sei die Zahl der Studienanfänger aus dem Ausland im Vergleich zu den Vorjahren weiter gesunken, die Bedeutung des weiterführenden Studiums in Deutschland sei für ausländische Studierende aber gewachsen.
76.000 Deutsche zieht es ins Ausland
Den fast 250.000 ausländischen Studieren in Deutschland stehen etwa 76.000 deutsche Studenten im Ausland gegenüber. Auch sie studieren hauptsächlich Wirtschaftswissenschaften, allerdings nicht in China. Beliebteste Studienziele der Deutschen sind Großbritannien, die Niederlande und die Vereinigten Staaten - dort beträgt der Anteil der ausländischen Studierenden insgesamt übrigens nur drei Prozent.