http://www.faz.net/-gyl-8m4uc

Studieren im Ausland (9) : Zürich - charmanter Streber

Nicht nur architektonisch anspruchsvoll: Das rechtswissenschaftliche Institut der Uni Zürich mit seiner originellen Bibliothek genießt einen ausgezeichneten Ruf. Bild: Caro / Kaiser

Zürichs Hochschullandschaft blüht. Die ETH ist sogar den amerikanischen und britischen Eliteunis auf den Fersen. Die Stadt steht ohnehin für höchstes Niveau - auch abseits des Campus.

          Zürich könnte ein reizendes Städtchen sein. Mit seiner Lage am unteren Ende eines lieblichen Sees, der auf beiden Seiten von gelassenen Hügeln umarmt wird - dessen hügelige Ufer aber nicht von Fabriken, sondern von Villen verschandelt sind. So ließ der Schweizer Schriftsteller Max Frisch die Romanfigur Stiller über seine Heimatstadt sinnieren. Trotzdem war sein Held von Zürich entzückt. „Es ist provinziell, ohne langweilig zu sein.“

          Maja Brankovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Mehr als 60 Jahre sind seither vergangen, doch am Bild der Stadt hat sich nicht viel verändert. Puppenhausartig wirkt ihr Kern, fast schon pittoresk. Aus dem schmalen Zürichsee speist sich ein kleiner Fluss, die Limmat, die vorbei an alten Häusern mit bunten Fensterläden durch die Altstadt fließt, dann von Wohngebiet zu Wohngebiet und schließlich, nach nur wenigen Kilometern, aus der Stadt hinaus ins Grüne. Das türkisblaue Wasser lädt zum Schwimmen ein, die Ufer zum Verweilen. Wer vom Seeufer oder einem der vielen Hänge der Stadt aus Richtung Süden schaut, kann im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Alpen sehen. Man könnte fast meinen: Wer in Zürich lebt, der lebt auf einer Postkarte.

          Studieren im Ausland
          Korrespondenten der F.A.Z. beleuchten die Hochschulszene in vielen aufregenden Studentenstädten.


          In vielen Belangen ist Zürich ein Gegenentwurf zu allem, was einen jungen Menschen an einem Studium im Ausland reizt. Die Stadt hat weder die vibrierende Kreativität Londons noch die Entspanntheit Barcelonas. Sie ist nicht so cool wie Kopenhagen, nicht so elegant wie Paris, nicht so abenteuerlich wie Moskau, nicht so exotisch wie Schanghai oder Singapur. Das Nachtleben ist nicht sonderlich berühmt, das Wetter nicht übermäßig gut. Und doch ist Zürich für ausländische Studierende ein regelrechter Magnet. Jahr für Jahr zieht er Tausende von Studenten in die kleine große Stadt an der Limmat, die meisten kommen aus Deutschland.

          Sauberkeit, Gemächlichkeit, Idylle

          Es gibt einige Gründe, die für Zürich sprechen: die Nähe zu den Alpen, der hohe Freizeitwert der umliegenden Natur, die Sauberkeit, die Gemächlichkeit, die Idylle. Doch der bestechendste Grund ist das Renommee ihrer Universitäten. Die Eidgenössische Hochschule Zürich, besser bekannt unter ihrem Kurznamen ETH, gehört zu den besten Universitäten der Welt. Im angesehenen „World University Ranking“, das die britische „Times“ erst vergangene Woche wieder veröffentlichte, liegt die ETH auf Rang 9 - und damit vor einer Reihe amerikanischer Eliteuniversitäten wie Berkeley oder Yale. Zum Vergleich: Als beste deutsche Universität landet die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München abgeschlagen auf dem 30. Platz.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Krise in Katalonien : Mit harter Hand gegen die Separatisten

          Die Zentralregierung greift härter als erwartet durch, aus Protest gehen hunderttausende Katalanen auf die Straße. Regionalpräsident Puigdemont bezeichnet Madrids Vorgehen gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens als „schlimmste Attacke“ gegen die Region seit der Franco-Diktatur.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.