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Studienförderung Zehn Prozent mehr Bafög

04.08.2008 ·  Weihnachten ist dieses Jahr für Studenten und Auszubildende schon im August. Der Staat erhöht den Zuschuss. Und finanziert jetzt auch das Studium im Ausland. Außerdem dürfen die Eltern mehr verdienen.

Von Dyrk Scherff
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Weihnachten ist dieses Jahr für Studenten und Auszubildende schon im August. Denn jetzt haben mehr Leute als bisher eine Chance auf Bafög. Und alle, die es erhalten, bekommen mehr Geld als bisher. Zwar hat der Gesetzgeber gleichzeitig ein paar Einschränkungen beschlossen, aber die fallen da deutlich weniger ins Gewicht. Für bestehende Bafög-Darlehen gelten die neuen Regelungen vom 1. Oktober an.

Per Bafög lässt sich nicht nur ein Studium an Universitäten, Fachhochschulen und Akademien finanzieren. Der Staat zahlt auch für Ausbildungen an Berufsfachschulen, unter Umständen selbst den Besuch von Gymnasium und Realschule. Es ist die erste Wahl, wenn das Einkommen für das Studium nicht reicht. "Das sollte sich niemand entgehen lassen, denn 50 Prozent zahlt der Staat, und die andere Hälfte ist zumindest zinslos", wirbt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Von der anderen Hälfte müssen Studenten nach ihrem Studium höchstens 10000 Euro zurückzahlen.

Antrag lohnt sich: 100.000 Studenten zusätzlich gefördert

Bisher bekommt ein Viertel der zwei Millionen Hochschüler Bafög. Die anderen müssen meist deshalb darauf verzichten, weil die Eltern zu viel verdienen. Dieser Fall wird nun seltener. Die Freibeträge dafür, was Vater und Mutter verdienen dürfen, steigen um acht Prozent auf 1555 Euro. Weil noch einige zusätzliche Vergünstigungen dazukommen, kann sich ein Antrag auch lohnen, wenn die Eltern mehr verdienen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass jetzt 100.000 Studenten zusätzlich gefördert werden können.

Wer schon Geld für Ausbildung oder Studium bekommt, kann sich ebenfalls freuen. Auch die derzeitigen Empfänger erhalten in Zukunft mehr Geld. Alle Bafög-Sätze steigen um zehn Prozent. Ein Student, der nicht bei den Eltern wohnt, bekommt künftig höchstens 643 Euro. Wohnt er noch zu Hause, erhält er maximal 473 Euro (siehe Tabelle). Für Schüler und Berufsfachschüler liegen die Obergrenzen bei 514 Euro, wenn sie nicht bei den Eltern wohnen. Schüler, die noch zu Hause leben, bekommen nichts. Wer aber zur Berufsfachschule geht, dem zahlt der Staat jetzt bis zu 271 Euro.

Nebenbei jobben erlaubt

Dabei müssen die Bafög-Empfänger sich von ihrem eigenen Einkommen weniger anrechnen lassen. Denn 400-Euro-Jobs werden in Zukunft nicht mehr berücksichtigt. Studenten können also nebenbei jobben, ohne dass das Bafög gekürzt wird.

Schon seit 1. Januar gibt es mehr Geld für Studenten mit Kindern und für das Auslandsstudium. Studierende Eltern bekommen jetzt einen Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro im Monat als Zuschuss, den sie nicht zurückzahlen müssen. Für das zweite und jedes weitere Kind kommen 85 Euro dazu.

Ebenfalls seit Jahresanfang wird ein Studium im Ausland schon vom ersten Semester an bezahlt. Das gilt für alle Länder der EU und der Schweiz, unter Umständen auch für Praktika außerhalb Europas. Weniger gibt es dafür in Zukunft an Auslandszuschlägen, für Studiengebühren und für Reisekosten.

Anträge auf Bafög stellen Studenten bei ihrem Studentenwerk, Schüler beim Amt für Ausbildungsförderung ihres Kreises oder der kreisfreien Stadt. Adressen für jede Stadt und Antragsformulare gibt es im Internet unter www.das-neue-bafoeg.de. Die Websites unter dieser Adresse klären auch über alle Bedingungen auf und errechnen schon mal vor dem Antrag, wie viel Geld es am Ende vermutlich gibt. Auch am Telefon gibt es Rat, und zwar unter der kostenlosen Hotline 0800/22363 41.

Wer kein Bafög erhält, für den gibt es auch andere Möglichkeiten, das Studium zu finanzieren: Studienkredite von Banken und der KfW zum Beispiel, Bildungsfonds für Begabte oder Stipendien.

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