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Studienfinanzierung : Hochschulen klagen über Wegfall der Gebühren

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Massenuni: Die Zahl der Studenten in Deutschland - derzeit gut 2,5 Millionen - wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Bild: dpa

Studienbeiträge stehen in Deutschland vor dem Aus. Allerdings sagen Hochschulvertreter voraus, dass es sie bald wieder geben wird. Angesichts steigender Studentenzahlen seien sie unverzichtbar.

          In Deutschland werden bald keine Studienbeiträge mehr erhoben werden. Auch Bayern und Niedersachsen, die letzten beiden Bundesländer, in denen es die Campus-Maut noch gibt, werden die Semesterbeiträge kippen. In Bayern verhandelt die CSU gerade mit dem Koalitionspartner FDP über die Bedingungen ihres Wegfalls. In Niedersachsen hat die neue Regierung aus SPD und Grünen vor wenigen Tagen ihre Abschaffung in den Koalitionsvertrag geschrieben. Allerdings werden die Beiträge frühestens zum Wintersemester 2014 wegfallen. Bis dahin sei der Haushalt bereits verplant, heißt es zur Begründung. Rund 100 Millionen Euro fließen dem Land Niedersachsen jedes Jahr durch die Studiengebühren zu.

          Die Hochschulen sehen den Wegfall mit Sorge. So hatte Erich Barke, der Präsident der Leibniz-Universität Hannover, vor der Wahl in Niedersachsen mehrfach betont, für wie wichtig er die Studiengebühren halte. Sollte diese wichtige Finanzquelle wegfallen, dann fürchte er um die Konkurrenzfähigkeit der niedersächsischen Universitäten, sagte Barke. In Deutschland fehle es nicht nur an steuerlichen Rahmenbedingungen, um aus den Studiengebühren ein Erfolgsmodell zu machen, auch die Tradition, für Hochschulbildung zu zahlen, sei zum Beispiel im Vergleich zu den Vereinigten Staaten nicht vorhanden, beklagte Barke.

          Hippler: In ein paar Jahren kommt die Diskussion wieder

          Auch andere Vertreter der Hochschulen machen sich für die Studiengebühren stark. Horst Hippler, der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, sagt zudem voraus, dass die Diskussion über die Beiträge in ein paar Jahren wiederkommen werde, sobald die öffentliche Schuldenbremse richtig greife und deshalb an den Hochschulen weiter gespart werden müsse, während die Zahl der Studierenden stetig steige. Die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hat sogar prognostiziert, dass es 2017 in Deutschland überall Studiengebühren geben werde. Wegen der Notwendigkeit ausgeglichener Haushalte werde den Ländern gar nichts anderes übrigbleiben, als die Studierenden zur Kasse zu bitten. Derzeit sind mehr als 2,5 Millionen Studenten an den deutschen Hochschulen eingeschrieben. Zahlten sie alle Studiengebühren, so könnten die Hochschulen mit rund 2 Milliarden Euro im Jahr rechnen.

          Im Jahr 2008, als noch sieben Bundesländer Studiengebühren erhoben, kamen mehr als 870 Millionen Euro in die Kassen - das waren rund 5 Prozent der Gesamteinnahmen der Hochschulen in diesen Ländern. Nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln wanderte die eine Hälfte des Gebührenaufkommens in Beratungsangebote und eine bessere Ausstattung der Hochschulen; mit der anderen Hälfte sei neues Lehrpersonal eingestellt worden, so dass zusätzliche Seminare und Vorlesungen angeboten werden konnten. „Dass die Gebühren zu besseren Studienbedingungen beigetragen haben, mussten selbst die Studenten allen Unkenrufen zum Trotz registrieren“, schreibt das IW. Aufgrund der steigenden Erstsemesterzahlen kommen derzeit nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 63 Studierende auf einen Professor.

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