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Studentische Wohnungsnot 50 Zimmerangebote nach Schaufenster-Schlaf

Not macht erfinderisch: In Münster schlief ein Student zwei Nächte lang in einem Schaufenster, um zu zeigen, dass er keine Studentenbude fand. Mit Erfolg. Doch das Beispiel zeigt: Zum kommenden Wintersemester wird der Kampf um Wohnheimplätze wieder groß sein.

© dpa Schaufenster-Schlaf: Der Student Fabian Sauer hatte damit in Münster Erfolg.

Studenten können sehr erfinderisch werden, wenn die Wohnungsnot überhand nimmt und sie partout kein bezahlbares Zimmer finden. In Münster hatte am vergangenen Wochenende ein junger Mann zwei Nächte lang in einem Kaufhaus-Schaufenster übernachtet – um darauf aufmerksam zu machen, dass er keine Studentenbude fand. Unter den Augen der gesamten Öffentlichkeit schlief er auf einem Bett in der Auslage.

Mit Erfolg, wie sich jetzt herausstellte: Nach dem Protest-Schlaf haben mehr als 50 Vermieter dem Studenten mittlerweile ein Zimmer angeboten. Der Vorsitzende des örtlichen Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta), Christian van Bebber, wertete die Aktion als Erfolg. „Eine Frau hat uns erzählt, dass sie schon immer vermieten wollte, aber jetzt durch diese Aktion den nötigen Anstoß bekommen habe“, sagte van Bebber. Er kündigte weitere Aktionen an. Das Kaufhaus habe signalisiert, dass es abermals mitmachen wolle.

Wohnungsnot bleibt groß

Die Wohnungsnot unter Studenten wird auch im kommenden Wintersemester wieder groß sein. Schon vor zwei Monaten ließ sich das Deutsche Studentenwerk damit zitieren, dass sich die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt seit Anfang des Jahres nicht gebessert habe. Von den Notunterkünften etwa in Turnhallen werde man nicht so schnell wegkommen hatte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde damals gesagt und darauf verwiesen, dass die Zahl der Studierenden bis 2020 hoch bleiben werde.

Seit dem Wegfall der Wehrpflicht und seitdem immer wieder doppelte Abiturjahrgänge an die Universitäten und Fachhochschulen strömen ist die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt besonders angespannt. In den Unistädten explodieren die Mieten, auch weil das Wohnen in zentralen städtischen Lagen generell teurer wird. Schon seit Jahren fehlen in vielen Städten Wohnheimplätze.

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Quelle: FAZ.NET mit DPA

 
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