Home
http://www.faz.net/-gyq-7h21x
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Studentische Wohnungsnot 50 Zimmerangebote nach Schaufenster-Schlaf

Not macht erfinderisch: In Münster schlief ein Student zwei Nächte lang in einem Schaufenster, um zu zeigen, dass er keine Studentenbude fand. Mit Erfolg. Doch das Beispiel zeigt: Zum kommenden Wintersemester wird der Kampf um Wohnheimplätze wieder groß sein.

© dpa Vergrößern Schaufenster-Schlaf: Der Student Fabian Sauer hatte damit in Münster Erfolg.

Studenten können sehr erfinderisch werden, wenn die Wohnungsnot überhand nimmt und sie partout kein bezahlbares Zimmer finden. In Münster hatte am vergangenen Wochenende ein junger Mann zwei Nächte lang in einem Kaufhaus-Schaufenster übernachtet – um darauf aufmerksam zu machen, dass er keine Studentenbude fand. Unter den Augen der gesamten Öffentlichkeit schlief er auf einem Bett in der Auslage.

Mit Erfolg, wie sich jetzt herausstellte: Nach dem Protest-Schlaf haben mehr als 50 Vermieter dem Studenten mittlerweile ein Zimmer angeboten. Der Vorsitzende des örtlichen Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta), Christian van Bebber, wertete die Aktion als Erfolg. „Eine Frau hat uns erzählt, dass sie schon immer vermieten wollte, aber jetzt durch diese Aktion den nötigen Anstoß bekommen habe“, sagte van Bebber. Er kündigte weitere Aktionen an. Das Kaufhaus habe signalisiert, dass es abermals mitmachen wolle.

Wohnungsnot bleibt groß

Die Wohnungsnot unter Studenten wird auch im kommenden Wintersemester wieder groß sein. Schon vor zwei Monaten ließ sich das Deutsche Studentenwerk damit zitieren, dass sich die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt seit Anfang des Jahres nicht gebessert habe. Von den Notunterkünften etwa in Turnhallen werde man nicht so schnell wegkommen hatte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde damals gesagt und darauf verwiesen, dass die Zahl der Studierenden bis 2020 hoch bleiben werde.

Seit dem Wegfall der Wehrpflicht und seitdem immer wieder doppelte Abiturjahrgänge an die Universitäten und Fachhochschulen strömen ist die Lage auf dem studentischen Wohnungsmarkt besonders angespannt. In den Unistädten explodieren die Mieten, auch weil das Wohnen in zentralen städtischen Lagen generell teurer wird. Schon seit Jahren fehlen in vielen Städten Wohnheimplätze.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Studentenwohnungen Auch in Darmstadt wird es eng bei der Zimmersuche

Das neue Semester beginnt, doch Wohnplatz gibt es nicht: In Frankfurt sind Studentenbuden besonders rar. Doch auch die Lage in Gießen, Darmstadt und Wiesbaden hat sich verschlechtert. Mehr

01.10.2014, 06:23 Uhr | Rhein-Main
Studenten boykottieren Unterricht

In Hongkong haben Hunderte Studenten für demokratische Wahlen demonstriert. Geplant ist ein einwöchiger Boykott des Unterrichts. Mehr

23.09.2014, 15:50 Uhr | Politik
Unruhen in Hongkong Das Zittern der Zehntausend

Am dritten Tag der Occupy-Central-Bewegung in Hongkong ist von der Polizei kaum etwas zu sehen. Trotzdem macht sich unter den jungen Demonstranten leise Nervosität breit. Am Mittwoch ist Nationalfeiertag - wird die chinesische Regierung den Protest trotzdem noch zulassen? Mehr Von Petra Kolonko, Hongkong

30.09.2014, 19:48 Uhr | Politik
Diplomatischer Streit um einen Botschafter

Die Regierung der Vereinigten Staaten verweigert dem neuen iranischen UN-Botschafter Hamid Abutalebi die Einreise. Washington wirft Abutalebi vor, er sei 1979 unter den Studenten gewesen, die die amerikanische Botschaft in Teheran stürmten und rund 50 Amerikaner über ein Jahr als Geisel hielten. Abutalebi bestätigte, dass er damals als Übersetzer für die Geiselnehmer gearbeitet habe. Mehr

13.04.2014, 13:44 Uhr | Politik
Gesetzentwurf Linkspartei wettert gegen Mietpreisbremschen

Die Mietpreise steigen dramatisch, in manchen Städten um 30 Prozent. Nun will das Bundeskabinett eine Mietpreisbremse beschließen. Doch mit dem Entwurf ist kaum jemand zufrieden. Mehr

01.10.2014, 04:54 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 31.08.2013, 08:15 Uhr