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Studentische Fachzeitschriften : Die Retter der Abschlussarbeiten

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An die Arbeiten! Jana Eisberg (vorn, Mitte) und ihre Redaktionskollegen Markus Sperl, Eyrind Venske, Daniel Schneiss und Tobias Heinz (v.l.n.r.) Bild: Edgar Schoepal

Die meisten Studenten scheuen sich, ihre Arbeiten zu publizieren. Hohe Hürden und die eigene Unsicherheit schrecken sie ab. Hier helfen studentische Fachzeitschriften.

          Ein Referat halten, eine 10- bis 15-seitige Hausarbeit schreiben, Credits verbuchen — Alltag im Leben eines Studenten. Dabei kommen im Laufe eines Studiums bis zu 20 Seminararbeiten zusammen. Die meisten haben genau einen Leser — den Dozenten — und landen dann in der Schublade. Als der 90 Seiten starken Masterarbeit von Hares Sarwary dasselbe Schicksal drohte, machte ihn seine Kommilitonin auf eine Alternative aufmerksam. Die studentische Fachzeitschrift „Soziologiemagazin“ bat um Einsendungen zum Thema Gewaltsoziologie, genau Sarwarys Forschungsgebiet. Er kürzte und überarbeitete seine Masterarbeit und konnte sie dann publizieren.

          Gute Ideen vor der staubigen Schublade bewahren — an dieser Stelle setzen studentische Fachzeitschriften wie das „Soziologiemagazin“ an. Es gibt zwar einige Möglichkeiten für Studenten, schon während ihres Studiums zu publizieren — bei einem renommierten Journal, auf Blogs, als Teil einer Forschungsgruppe —, aber nur die wenigsten nutzen dies auch. Statistische Erhebungen, wie viele es genau sind, gibt es allerdings nicht. Der Mainzer Universitätsprofessor und Historiker Jan Kusber, Spezialist für osteuropäische Geschichte, schätzt den Prozentsatz sehr gering und beobachtet bei seinen eigenen Studenten, „dass selbst die, die einen Preis für ihre Arbeiten gewonnen haben, sich nicht zutrauen, die Arbeit zu publizieren“.

          Akribische Redaktionsarbeit beim studentischen Journal 360 Grad
          Akribische Redaktionsarbeit beim studentischen Journal 360 Grad : Bild: Edgar Schoepal

          Das haben studentische Fachzeitschriften erkannt und bieten in ganz Deutschland über verschiedene Disziplinen hinweg eine Plattform für studentische Arbeiten an. In eigens gegründeten Redaktionen wählen die Studenten Texte aus und lektorieren sie, alles geschieht ehrenamtlich. Einige Zeitschriften wie das „Soziologiemagazin“ richten sich an Studenten eines bestimmten Studiengangs, andere, wie „360 Grad“, geben ein Oberthema vor. Die Einsendungen kommen dann aus ganz verschiedenen Studienrichtungen. Zurzeit arbeitet die Redaktion von „360 Grad“ an einem Heft über „Liebe“. Gearbeitet wird über Skype, denn die Mitglieder der Redaktion sind über ganz Deutschland verstreut und studieren an verschiedenen Universitäten. Einmal im Semester treffen sie sich persönlich zu einer Redaktionskonferenz, wie kürzlich in Münster, und sichten die eingereichten Texte.

          Ähnliche Auswahl wie bei Fachjournalen

          Die Standards, die dabei an die eingereichten Texte angelegt werden, sind hoch. Die studentische Redaktion prüft: Ist die Argumentation stimmig, und wurden alle wissenschaftlichen Quellen berücksichtigt? Das Auswahlverfahren ähnelt bei vielen studentischen Fachzeitschriften denen renommierter Fachjournale. Mehrere Redaktionsmitglieder prüfen die Texte und geben den Autoren die Möglichkeit, diese mehrmals zu überarbeiten. Bei einigen Zeitschriften gehen die Texte dann noch in einen wissenschaftlichen Beirat, in dem Professoren ihr Votum abgeben, ob die Arbeit publizierfähig ist.

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