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Steigende Zahl der Studienanfänger Universitäten schlagen Alarm

 ·  Die Zahl der Studienanfänger steigt im Jahr 2011 um etwa 70.000. Hochschulen sehen dem mit Sorge entgegen: „Ohne zusätzliche Unterstützung werden die Universitäten kollabieren“, heißt es beim Hochschulverband.

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Hochschulen, Lehrerverbände und Studierendenvertreter sehen dem nächsten Studienjahr überwiegend mit Sorge entgegen. Der Pressesprecher des Hochschulverbands, Matthias Jaroch, sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.): „Ohne zusätzliche Unterstützung werden die Universitäten kollabieren.“ Hintergrund ist der erwartete zusätzliche Ansturm von Studenten wegen der Aussetzung der Wehrpflicht.

Vorige Woche hatte die Hochschulrektorenkonferenz mitgeteilt, im Jahr 2011 würden wegen der Aussetzung der Wehrpflicht etwa 40.000 zusätzliche Studienanfänger an die Universitäten strömen. Im selben Jahr verdoppeln sich die Abiturjahrgänge in den Ländern Bayern und Niedersachsen durch die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre. Dadurch steigt die Zahl der Studienanfänger insgesamt um etwa 70.000. Das wäre ein Anstieg von fast einem Sechstel gegenüber 440.000 Studienanfängern in diesem Jahr. „Für die zusätzlichen Studierenden müssen zügig zusätzliche Mittel bereitgestellt werden“, sagte Jaroch.

„Organisatorisches Desaster ist programmiert“

Schon heute sind die Hochschulen teilweise überlastet. „Volle Hörsäle, insbesondere in Vorlesungen, sind aufgrund der dramatischen Unterfinanzierung leider kein Ausnahmefall“, sagte Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, der F.A.S. „Insofern werden die kaum zu verantwortenden schlechten Betreuungsrelationen lediglich auf weitere Mengen von Studierenden übertragen.“

Auch die Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) in München sieht sich „von ihrer räumlichen Kapazität her schon seit Jahren ausgelastet“. Weil zusätzliche Gebäude errichtet und gemietet werden sollen, sieht sich die Universität aber für das nächste Jahr gewappnet. „Es wird sicherlich eng, aber wohl nicht überfüllt“, sagte eine Sprecherin des Präsidenten. Der Geschäftsführer der Studierendenvertretung der LMU, Friedrich Siemers, sagte dagegen: „Ein organisatorisches Desaster ist programmiert.“

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