12.03.2011 · Lange hatten Experten vermutet, dass die Bologna-Reform dazu führen werde, dass weniger Studenten für einige Zeit ins Ausland gehen. Doch der Deutsche Akademische Austauschdienst berichtet nun: Die Zahl der Erasmus-Studenten ist sogar gestiegen.
Immer mehr deutsche Studenten wollen zwischenzeitlich ins Ausland: Das Erasmus-Programm der Europäischen Union hat mit rund 29.000 Teilnehmern aus Deutschland einen Rekordwert erzielt. Im Hochschuljahr 2009/2010 hätten etwa 1000 Studierende mehr als im Vorjahr teilgenommen, teilte der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) mit.
Zudem hätten mit Erasmus 2805 deutsche Dozenten an einer ausländischen Hochschule lehren können, 525 Hochschulvertreter hätten Weiterbildungsmaßnahmen im Ausland absolviert.
Bologna-Reform hatte wohl doch wenig Folgen für Mobilität
Da die Studierenden größtenteils aus den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen stammten, habe die sogenannte Bologna-Reform offenbar anders als erwartet keine negativen Auswirkungen auf die Mobilität der Hochschüler.
Experten hatten lange das Gegenteil vermutet: Denn die Studienreform hat über den Weg ins Ausland bürokratische Fallstricke gespannt, die sich aus der Modularisierung der Studiengänge ergeben. Wer die Regelstudienzeit einhalten will, muss im Ausland im Prinzip dieselben Kurse finden, die der Studienplan in der Heimat vorsieht.
Studierende können mit dem Erasmus-Programm Universitäten in 31 europäischen Ländern besuchen. Die
beliebtesten Länder für ein Auslandsstudium sind dabei Spanien, Frankreich und Großbritannien. Am reiselustigsten hätten sich die Angehörigen der Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften gezeigt, berichtete der DAAD.