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Semesterbeginn Studieren, jobben, Geld sparen

17.10.2006 ·  Die meisten Studenten arbeiten nebenbei. Sie müssen dabei aber genau rechnen. Wer zuviel einnimmt, zahlt Steuern und Rentenbeiträge oder verliert das Kindergeld.

Von Patrick Bernau
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Um in Hamburg einen Studentenjob zu ergattern, muß man früh aufstehen. Vermittelt wird morgens, und zwar von sieben bis neun in der zentralen Arbeitsagentur. Dort gibt es zum Beispiel dauerhafte Dolmetscher-Stellen für Thai und Japanisch, aber auch Eintagsjobs als Möbelpacker.

Viele Studenten brauchen solche Stellen, denn sie bringen Praxiserfahrung und Geld. Die Unterstützung der Eltern und des Staates reicht nicht immer - besonders an Unis, die bald Studiengebühren verlangen. Denn gegen diese Gebühren läßt sich nichts weiter tun, als die Hochschule zu wechseln - oder auf die Gerichte zu hoffen.

Kellner verdienen oft besser als Hiwis

In der Zwischenzeit gehen viele Studenten auf Stellensuche. Die ist erstaunlich oft erfolgreich: Nur drei Prozent der Studenten suchten 2003 vergeblich, wie das Deutsche Studentenwerk erfragt hat. Es werde aber schwieriger, schätzt der Studentenwerks-Geschäftsführer, Achim Meyer auf der Heyde. Denn die Arbeitgeber hätten lieber Angestellte, die länger dabeiblieben als Studenten. Doch die Chancen bleiben gut für Leute, die ihren Job zur richtigen Zeit suchen - zum Beispiel in Hamburg, wie Arbeitsagentur-Sprecher Knut Böhrnsen weiß: „Zu Messen und anderen Veranstaltungen werden verstärkt Studenten gesucht.“ Kurz nach Ferienbeginn gebe es dagegen eher zu viele Jobsucher.

Auch an den Schwarzen Brettern der Universitäten finden sich Stellen, oft als „Hiwi“, als Hilfskraft beim Professor. Diese Arbeit ist meist schlecht bezahlt: Zwischen drei und acht Euro verdienen diese Helfer pro Stunde in den meisten Bundesländern. Beim Kellnern gibt es mehr. Der Kölner Betriebswirtschaftsstudent René Cyranek hat so eine Stelle trotzdem angenommen: „Man hat immer die Leute vom Lehrstuhl vor der Nase und kann sie etwas fragen, man erhält tiefe Einblicke in die Forschung - und man findet heraus, ob man in Zukunft an der Uni oder einem Institut bleiben will.“

Minijob, Kindergeld und Versicherung über die Eltern

Wer viel arbeitet, muß aufpassen, denn es gibt viel zu verlieren. Solange ein Student kein eigenes Einkommen hat, erhält er eine Menge Vergünstigungen vom Kindergeld bis zur Krankenversicherung über die Eltern. Das fällt weg, wenn er zuviel verdient.

Am einfachsten ist es bis etwa 4200 Euro im Jahr (350 Euro im Monat). Bis zu dieser Grenze rechnet der Staat das Einkommen nicht einmal auf das Bafög an, der Student darf alles behalten. Wer kein Bafög bekommt, für den ist erst die Minijob-Grenze bei 400 Euro im Monat wichtig. Minijobs unter diesem Betrag schaden weder der Versicherung noch dem Kindergeld. Um alle Steuern und Abgaben muß sich der Arbeitgeber kümmern. Vorsicht: Das Weihnachtsgeld zählt für das Bafög und für die Minijob-Grenze mit.

8600 Euro sind die absolute Obergrenze

Wer mehr verdient, fällt leicht aus der Krankenversicherung der Eltern. Es sei denn, die Arbeit dauert weniger als 20 Stunden in der Woche. Auch für ein Praktikum oder eine Aushilfsstelle müssen Studenten sich nicht selbst krankenversichern - solange sie nur in den Semesterferien arbeiten. Rentenversicherungsbeiträge fallen aber trotzdem an. Ganz fein raus sind diejenigen, deren Praktikum von der Uni vorgeschrieben wird: Sie können sich auch die Beiträge zur Rentenversicherung sparen.

Richtig teuer wird es ab 8600 Euro im Jahr (etwa 715 Euro im Monat). Wer als Angestellter so viel Geld verdient, verliert das Kindergeld und muß anfangen, Steuern zu zahlen. Wer selbständig arbeitet, den trifft das schon früher. Stipendien rechnen die Ämter in diesen Betrag ein. Auch vom Bafög zählt der Teil, der nicht zurückgezahlt werden muß. Deshalb ist das für die meisten Studenten die absolute Obergrenze im Nebenjob.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.10.2006, Nr. 41 / Seite 56
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Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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