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Selfpublishing : Der Traum vom eigenen Buch

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Einmal etwas veröffentlichen - und wenn es „nur“ digital ist: Die Motivation vieler Selfpublisher. Bild: dpa

Viele Akademiker veröffentlichen ihre Arbeiten ohne Verlag auf speziellen Plattformen im Internet. Reich wird man damit nicht. Doch es gibt einige andere Vorteile.

          Aus Eitelkeit wollte er seine Diplomarbeit über Möglichkeiten und Grenzen der Satire unbedingt veröffentlicht sehen, gibt Till Erdenberger unumwunden zu. Der Online-Redakteur hatte aber auch grundsätzlichere Erwägungen: „Mir lag am Austausch mit anderen Diplomanden über das Thema.“ Der zweite Wunsch hat sich jedenfalls nicht erfüllt. Ganze vier gedruckte Exemplare seiner Bücher konnte er über eine Selfpublishing-Plattform im Internet verkaufen. Zwei davon hat er selbst gekauft, von den anderen beiden Käufern hat sich nie jemand zum erhofften Austausch bereitgefunden.

          Dass Autoren ihre Texte über Selfpublishing-Plattformen veröffentlichen, kann aber noch andere Gründe als die reine Eitelkeit haben. Geht es vor allem um den Wunsch nach Anerkennung, als dessen Nebeneffekt noch ein kleines Taschengeld herausspringt? Oder wollen die Autoren selbstpublizierter Werke ernsthaft an wissenschaftlichen Diskussionen teilhaben? Viel Geld kann ein Autor auf diese Art und Weise jedenfalls nicht verdienen.

          „Ein Bestseller kann mal einen vierstelligen Betrag erlösen“, sagt Patrick Hammer, Gründer und Verlagsleiter des Marktführers Grin Verlag. Aber das sei sehr selten. „Ihr Wissen ist wertvoll. Teilen Sie es!“ Mit dieser Aufforderung begrüßt Grin auf seiner Internetseite Besucher und potentielle Autoren. In der Nische der auf wissenschaftliche Arbeiten spezialisierten Selfpublishing-Plattformen im Internet ist Grin der bekannteste Anbieter. Weitere Anbieter sind etwa diplom.de oder Examicus.

          Das gute Stück soll nicht verstauben

          Das Geschäft der Selfpublishing-Dienstleister funktioniert nach einem ganz einfachen Prinzip: Die Betreiber bieten eine Plattform, auf der Autoren ihre Arbeiten hochladen und verkaufen können. Im Gegensatz zu Wissenschaftsverlagen verlangen Selfpublishing-Plattformen kein Eintrittsgeld in Form eines Druckkostenzuschusses von den Autoren. Wie jeder andere Verlag auch, verdienen die Selfpublishing-Plattformen aber an jedem verkauften Exemplar mit. Einem Grin-Autor etwa bleiben zwischen 10 und 40 Prozent des Verkaufspreises als Honorar, der Rest geht an den Dienstleister. Hausarbeiten, aber auch Unterrichtsentwürfe, Mitschriften aus Seminaren und Vorlesungen, Abschlussarbeiten wie Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten und Dissertationen finden sich im Portfolio der Selfpublisher.

          Patrick Hammer, Gründer des GRIN-Verlags. Bilderstrecke

          Vertrieb und Marketing sind die beiden wichtigsten Dienstleistungen für Autoren: Die Texte stehen nicht nur auf den Plattformen selbst zum Verkauf, sondern bekommen eine ISBN und sind somit auch über den Buchhandel zu beziehen. Bevor ein Text veröffentlicht wird, prüft ein Lektorenteam die Arbeit auf wissenschaftliche Güte, nicht aber auf Relevanz. Käufer können die Arbeiten als PDF-Datei, in einem gängigen eBook-Format oder als gedrucktes Buch erwerben. Die Autoren decken viele wissenschaftliche Themengebiete ab, Werke von Wirtschafts- und Geisteswissenschaftlern finden die meisten Käufer. Die Idee, eine Online-Vertriebsplattform für akademische Texte zu gründen, kam dem Verlagsleiter von Grin, Patrick Hammer, 1998 in seinem Studentenzimmer. Seine Hausarbeiten verstaubten im Schrank. Das wollte er ändern.

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