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Selbständigkeit Gründergeist an den Fachhochschulen

 ·  Der eigene Chef sein - an den FHs ist der Wille dazu stärker verbreitet als an Universitäten. Insgesamt liebäugelt jeder dritte Student mit der Idee.

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In welchem Bereich möchten Hochschulabsolventen direkt nach dem Studium arbeiten? Auf diese interessante Frage gibt eine gerade veröffentlichte Untersuchung der Universität Hohenheim eine Antwort. Rund 56 Prozent möchten abhängig beschäftigt in der Wirtschaft arbeiten - 29 Prozent im Mittelstand und 27 Prozent in einem Großunternehmen. Eine Karriere in der Wissenschaft streben 17 Prozent an, in die öffentliche Verwaltung wollen nur 5 Prozent. Ganz hinten steht der Wunsch, ein eigenes Unternehmen zu gründen: Das können sich nur 1,6 Prozent der mehr als 12 000 Befragten an 45 Hochschulen vorstellen.

Fragt man die Studenten allerdings, wo sie sich fünf Jahre nach dem Abschluss sehen, dann gibt es deutliche Verschiebungen: Nur noch 12 Prozent sehen sich im Mittelstand; 14 Prozent glauben nun, dass sie ein eigenes Unternehmen gründen werden. Zählt man noch die hinzu, die fünf Jahre nach dem Abschluss freiberuflich tätig sein möchten und die ein Unternehmen übernehmen wollen, dann wünscht sich fast ein Drittel der Befragten eine unternehmerische Tätigkeit. Am Ende werden es freilich deutlich weniger sein. So zeigen Untersuchungen, dass fünf Jahre nach Studienabschluss der Anteil der Selbständigen rund 10 Prozent beträgt.

Vor allem Mathematiker, Informatiker und Naturwissenschaftler

Schon während des Studiums haben 2,4 Prozent der Befragten ein Unternehmen gegründet; unter den Mathematikern, Informatikern und Naturwissenschaftlern ist der Anteil mit 3,2 Prozent am höchsten. Sie verfügten über Kenntnisse zum Beispiel in EDV, die sich gut für eine unternehmerische Tätigkeit eigneten, vermuten die Forscher. Mit dem Gedanken, ein Unternehmen zu gründen, spielen aber vor allem Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler sowie Ingenieure (jeweils gut 40 Prozent).

Unter den Studenten der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist der Wille zur Gründung an der privaten Zeppelin-Universität in Friedrichshafen besonders ausgeprägt: Zwei Drittel können sich vorstellen, ein Unternehmen zu gründen, 5 Prozent haben schon eines ins Leben gerufen. Ansonsten findet man besonders viele Gründungswillige an den Fachhochschulen und seltener an den Universitäten. Dies liege daran, dass FH-Studenten mehr Berufserfahrung hätten, glauben die Forscher. Und auch daran, dass Universitätsabsolventen in einer angestellten Tätigkeit mehr verdienen könnten als FH-Absolventen.

Unter den Studenten der Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften gibt es an der Hochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin auffallend viele Gründer und Gründungswillige. Mehr als 12 Prozent haben schon ein Unternehmen gegründet; fast 60 Prozent können es sich vorstellen. Ein wichtiger Grund könnte nach Ansicht der Autoren sein, dass in vielen Studiengängen der Hochschule Veranstaltungen zum Unternehmertum verpflichtend sind.

Eine Atmosphäre und eine Infrastruktur, die das Unternehmertum fördern, finden Studenten wiederum vor allem an der Zeppelin-Universität, und außerdem an der privaten Universität Witten-Herdecke. Recht gute Werte erreichen ansonsten noch kleinere Fachhochschulen. Den großen Universitäten bescheinigen die Autoren ein Gründungsklima, welches das Unternehmertum nicht fördert. „Die Anonymität, die an vielen großen Universitäten in Deutschland herrscht, ist nicht hilfreich für das Kennenlernen von Kommilitonen oder Kommilitoninnen, die unternehmerisch engagiert sind, obgleich es natürlich auch an diesen Universitäten entsprechend interessierte und engagierte Studierende gibt.

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Jahrgang 1966, Redakteurin in der Wirtschaft

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