http://www.faz.net/-gyl-774ki

Schulabschlüsse : Vom Abitur in die Lehre

Immer mehr Azubis haben Abi oder Fachhochschulreife Bild: F.A.Z.

Immer mehr Auszubildende haben die Hochschulreife und könnten theoretisch auch studieren gehen. Warum entscheiden sie sich trotzdem für eine Lehre?

          Mehr junge Menschen entscheiden sich für eine Berufsausbildung, auch wenn sie theoretisch die Möglichkeit hätten, zu studieren. Das besagen neue Statistiken des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Statistischen Bundesamts. Laut Statistischem Bundesamt hatten schon 22,1 Prozent der Auszubildenden im Jahr 2011 das Abitur oder die Fachhochschulreife. Im Jahr 2007 waren das erst 18,8 Prozent gewesen. Noch höher liegt der Anteil der studienberechtigten Azubis in den „IHK-Berufen“: Dort waren es nach DIHK-Angaben 25,9 Prozent im Jahr 2007; im Jahr 2011 hatten schon 29,1 Prozent der Lehrlinge ein (Fach-)Abitur; 2012 stieg dieser Anteil nochmals auf 29,9 Prozent.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die beliebtesten Ausbildungsberufe unter Jugendlichen mit Studienberechtigung sind laut DIHK kaufmännische Berufe wie Industriekaufmann, Bankkaufmann und Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Im technischen Bereich wählten besonders viele Abiturienten eine Ausbildung als Fachinformatiker oder als Mechatroniker.

          Doppelte Abiturjahrgänge und demographischer Wandel

          Es gebe viele Gründe dafür, warum mehr Abiturienten eine Lehre machten, sagt Esther Hartwich, Leiterin des Bereichs Ausbildung des DIHK. „Ein Teil des Anstiegs ist sicherlich auf die doppelten Abiturjahrgänge zurückzuführen.“ Auch die demographische Entwicklung spiele eine Rolle: „Durch die Ausbildungslücke gibt es heute beispielsweise auch mehr freie Stellen in sehr anspruchsvollen Ausbildungsberufen; die Jugendlichen sehen das häufig als gute Alternative zu einem Studium.“ Hochschulen und Betriebe stünden heute in größerer Konkurrenz um gute Schulabsolventen. Das führe dazu, dass mehr Arbeitgeber ihren Azubis Möglichkeiten böten, die früher meist nur Studenten gehabt hätten, zum Beispiel einen Auslandsaufenthalt.

          Einen großen Einfluss auf die Entwicklung habe zudem die wachsende Beliebtheit der Option „Ausbildung plus Studium“, also der dualen Studiengänge. „Die Anzahl der Jugendlichen, die sich für diesen Bildungsweg entscheiden, ist von 2010 auf 2011 um mehr als 20 Prozent gestiegen“, sagt Hartwich.

          Ob der Trend auch in Zukunft weitergeht, sei noch abzuwarten, sagt Hartwich. „Die Abiturienten sind schon jetzt heiß umkämpft. Wenn immer mehr geburtenschwache Jahrgänge von der Schule kommen, wird sich das noch verschärfen.“ Das hätten die Unternehmen erkannt. Sie öffneten sich schwächeren Schulabsolventen. Dies könne dazu führen, dass auch in Berufen, in denen sonst Abiturienten gefragt wären, Realschüler künftig wieder mehr Chancen bekämen.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Ich bin's, der Barack Video-Seite öffnen

          Ex-Präsident besucht Schule : Ich bin's, der Barack

          Die Schüler der McKinley Tech High School staunten nicht schlecht, als plötzlich Barack Obama durch die Tür schneite. Der Ex-Präsident sprach mit den Jugendlichen über ihre Ziele und darüber, was sie der Gesellschaft zurückgeben können.

          Proteste gegen Polizeigewalt enden in Krawallen Video-Seite öffnen

          Ausschreitungen : Proteste gegen Polizeigewalt enden in Krawallen

          In St. Louis im US-Bundesstaat Missouri haben Hunderte Menschen den dritten Tag in Folge gegen Polizeigewalt protestiert. Hintergrund der Kundgebungen ist der umstrittene Freispruch für einen weißen früheren Polizisten, der 2011 einen Afroamerikaner erschossen hatte

          Topmeldungen

          Freund im Feindesland: Irans Präsident Rohani vor der UN-Vollversammlung

          Atomabkommen : Mit Iran gegen Trump

          Amerika verdammt das Atomabkommen und schweigt über ein weiteres Vorgehen. Hassan Rohani gibt sich als Freund der Europäer. Die fürchten böse Folgen für Nordkorea.

          Streit in der AfD : Kein Wort, zu niemandem

          Kurz vor der Bundestagswahl kann auch die AfD keinen Skandal mehr gebrauchen. Wie der Vorsitzende Jörg Meuthen verhindern will, dass Äußerungen von Frauke Petry weitere Kreise ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.