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Schülerwettbewerbe Forschen wie an der Universität

In Wettbewerben wie „Jugend forscht“ lernen schon Schüler, Hypothesen aufzustellen und richtig zu zitieren. Das weckt oft das Interesse für ein entsprechendes Studium.

© Peter von Tresckow Vergrößern

Von Atomphysik über Geschichte und Neuroscience bis hin zur Ökonomie - Schülerwettbewerbe decken viele Themengebiete ab. In internationalen Vergleichstudien schneidet das deutsche Bildungssystem nur durchschnittlich ab; die deutsche Wettbewerbslandschaft ist hingegen internationaler Spitzenreiter. Nach Informationen der Arbeitsgemeinschaft bundesweiter Schülerwettbewerbe gibt es inzwischen mehr als 200 Wettbewerbe. Unterschieden wird zwischen Motivationswettbewerben, Aufgabenwettbewerben, Präsentations- und Einreichungswettbewerben, wie Ulf Marwege, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, erläutert. In ihr haben sich mehr als zwanzig Wettbewerbe zusammengefunden, darunter auch die beiden wohl bekanntesten: „Jugend forscht“ und der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten und der Körber-Stiftung.

So unterschiedlich die Formen und Themengebiete auch sind, eines haben Schülerwettbewerbe gemeinsam: „Sie sind Inseln der Kulturbetätigung“, sagt Rudolf Messner, Professor emeritus für Erziehungswissenschaften an der Universität Kassel. Denn die meisten seien ein Instrument der wissenschaftlichen Propädeutik. Das bedeutet, dass die Teilnehmer schon in der Oberstufe lernen, wissenschaftlich zu arbeiten. Sie lernen, Hypothesen aufzustellen, diese auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen, Theorien anzuwenden und richtig zu zitieren. Damit erfüllten die Wettbewerbe eine Funktion, die der Oberstufenunterricht zumeist nicht leisten könne, sagt Messner. Außerdem seien sie oft richtungweisend für die Studienwahl.

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In Einreichungs- und Präsentationswettbewerben wie „Jugend forscht“ und dem Geschichtswettbewerb stehen der wissenschaftliche Aspekt und die Methodenschulung aber deutlich mehr im Vordergrund als in Aufgabenwettbewerben wie dem Bundeswettbewerb Mathematik. Dort müssen die Teilnehmer zwar auch ihre intellektuellen Fähigkeiten beweisen, indem sie Aufgaben aus der Geometrie, Kombinatorik oder Zahlentheorie lösen, eine wissenschaftliche Ausarbeitung zu einem bestimmten mathematischen Thema ist jedoch nicht Bestandteil des Wettbewerbes.

Der größte naturwissenschaftliche Wettbewerb Europas ist „Jugend forscht“. In sieben verschiedenen Fachgebieten treten die Teilnehmer auf Regional-, Landes- und die Besten auch auf Bundesebene gegeneinander an. Zu den angebotenen Disziplinen gehören nicht nur Naturwissenschaften im engeren Sinn, sondern auch Geo- und Raumwissenschaften, Technik sowie Mathematik und Informatik. „Der Wettbewerb soll in erster Linie ein Katalysator der Interessen der jungen Forscher sein“, erklärt Daniel Giese, Sprecher der „Jugend forscht“-Stiftung.

Neun von zehn erfolgreichen Teilnehmern studieren ein verwandtes Fach

Im Jahr 1965 hatte der damalige Chefredakteur des „Stern“, Henri Nannen, den Wettbewerb unter dem Motto: „Wir suchen die Forscher von morgen“ ins Leben gerufen. Dass das gelungen ist, zeigen die Statistiken. Nach Angaben von „Jugend forscht“ studieren neun von zehn erfolgreichen ehemaligen Teilnehmern auch Naturwissenschaften oder ein verwandtes Fach.

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