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Robert Huqi „Akademischer Reisepass“

10.12.2007 ·  Obwohl Erfurt eine kleine Stadt ist, bietet es viele Möglichkeiten für ein angenehmes Studium. Der Master wird mir nicht nur in Albanien, sondern auch in internationalen Organisationen helfen.

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Ein Stipendium der Haniel-Stiftung war der erste wichtige Grund für mich, in Erfurt zu studieren. Die Stiftung unterstützt aus Tradition albanische Studenten, die im Ausland studieren wollen - und in diesem Jahr war ich einer der Glücklichen. Außerdem hatte ich in Tirana einige Workshops zusammen mit einem Gründungsprofessor der Erfurt School of Public Policy und lernte so das Master-Programm besser kennen. Er riet mir sehr zu - das Programm könne ein Wendepunkt für mein Leben und meine Ausbildung warden.


Das Erfurter Programm passte sehr gut zu meinen Ansprüchen. Es wird auf Englisch in einer internationalen Umgebung gelehrt. So kann ich meine Englisch-Kenntnisse verbessern und meine Kenntnisse kultureller Unterschiede vertiefen. Die Gelegenheit, auch Deutsch-Kurse nehmen zu können, ist ein zusätzlicher Gewinn - eine weitere Fremdsprache wird für meine Karriere von Vorteil sein.

Ich wollte schon immer in einem westlichen, entwickelten Land wie Deutschland studieren. Jetzt habe ich die Möglichkeit, diese Erfahrung zu machen. Ich lebe seit zwei Monaten in Erfurt und habe schon sehr viel Neues über die deutsche Kultur und das deutsche Universitätssystem gelernt. Die akademische Ausbildung in Albanien unterscheidet sich davon sehr stark - auch wenn dort kontinuierlich daran gearbeitet wird, die Standards des Westens zu erreichen. Außerdem ist der professionelle Zugang zu Informationen und Forschungsergebnissen überwältigend. Obwohl Erfurt eine kleine Stadt ist, bietet es Studenten viele Möglichkeiten, hier eine angenehme Zeit zu haben. Hier kann ich meine Ansichten mit meinen Kommilitonen und Professoren aus aller Welt teilen. Das bringt uns neue Perspektiven.

Das Master-Programm behandelt aktuelle Probleme der „public policy“ auf nützliche Art und Weise. Unsere Professoren kommen aus aller Welt, sie haben Berufserfahrung auf diesem Gebiet. Die ESPP ist eine junge Schule, es ist normal, dass es für sie nicht leicht ist, die angesehensten Professoren zu bekommen. Aber ich bin sicher, dass das Team nach einiger Zeit noch effektiver sein wird. Außerdem wächst das Interesse an dem Programm - meine Klasse beispielsweise ist (mit 25 Teilnehmern) groß im Vergleich zu den Vorjahren. Meiner Meinung nach wird die warmherzige Atmosphäre dazu beitragen, das Ansehen der ESPP zu verbessern.


Ich glaube, dass ich diese Erfahrungen nutzen muss, um in meinem Land erfolgreich zu sein. Mehr öffentliche Systeme müssen aufgebaut werden, den neuen Herausforderungen der Globalisierung muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Der Master in Public Policy wird mir womöglich für meine Karriere helfen, nicht nur in Albanien, sondern auch in internationalen Organisationen. Für einen Albaner, der immer noch Probleme hat, sein Land ohne ein Visum zu verlassen, können diese internationale Erfahrung und Ausbildung wie ein akademischer Reisepass wirken.

Robert Huqi kommt aus Tirana und studiert zurzeit in Erfurt.

(Aus dem Englischen übertragen von Sebastian Balzter)

Quelle: F.A.Z.
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