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Private Hochschulen „Business Schools waren früher zu bequem“

 ·  Wenn ein Privatmann eine Hochschule kauft, ändern sich die Sitten. Zum Beispiel in Zürich, wo die Professoren ihre Büros abgeben mussten. Peter Lorange, der Präsident der Wirtschaftshochschule Lorange Institute of Business, im Gespräch.

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Herr Lorange, Sie haben vor anderthalb Jahren für rund 4,5 Millionen Franken die Managerschule GSBA in Zürich gekauft. Wollten Sie vor allem Ihren eigenen Namen groß rausbringen?

Das ist mir selbst peinlich, aber wir haben eine Marktstudie mit zweierlei Ergebnissen durchgeführt: Erstens sollte unser Name zur Nische passen, die wir besetzen wollen, deshalb Institut und nicht Akademie oder Schule. Und zweitens sollten wir einen Eigennamen verwenden - und da kam eigentlich nur mein eigener in Frage.

Die alte GSBA galt als ein Beispiel für viele umstrittene Anbieter auf dem Markt für private Weiterbildung. Wie reinigend hat die Krise gewirkt?

Man kann immerhin in Europa kaum noch Titel kaufen, wie das früher zwar nicht hier, aber anderswo möglich war. Private Hochschulen wie unsere müssen streng sein, anders geht es nicht. Und sie müssen auf ihre Kosten achten. Ich schätze, dass sonst ein Fünftel der britischen Business Schools bis 2015 bankrott sind.

Gelitten hat auch das Ansehen des MBA. Ist der Titel sein Geld noch wert?

Wir wollen einen Master of Bullshit vermeiden. Deshalb starten unsere Studenten, denen es vor allem um ihren Job geht, mit einem Master of Science. Das dauert ein Jahr, ist näher dran an den Herausforderungen ihres Berufs und kostet berufsbegleitend 49.000 Franken. Danach können sie für rund 20.000 Franken einen MBA aufsatteln, die klassische Weiterbildung für Manager mit Führungsaufgaben.

Inzwischen äußern sich große Business Schools mit Respekt über Ihr Modell. Worin besteht das Erfolgsrezept?

Bei uns haben die Professoren zum Beispiel keine Büros. Auch ich sitze mitten unter den Studenten. Unsere Dozenten sind nicht fest bei uns angestellt, es ist eher ein Netzwerk von Professoren. Außerdem wollen wir wenig an die Tafel schreiben; uns geht es darum, miteinander zu sprechen. Das kommt bei den Studenten gut an. Auf altmodische Gepflogenheiten verzichten sie gerne, stattdessen wollen sie Schnelligkeit, Zugänglichkeit auch am Wochenende. Mein Eindruck ist, dass viele Business Schools früher vor allem ein bequemer Ort für die Professoren waren.

In der Wirtschaft hat China anderen Märkten den Rang abgelaufen. Sollten künftige Manager nicht auch dort statt am Zürichsee ihr Handwerk lernen?

In zehn Jahren werden die Schulen dort vermutlich so weit sein, aber noch ist die Managerausbildung in den Vereinigten Staaten am besten, gefolgt von europäischen Anbietern.

Woran lassen sich unter den vielen Angeboten die seriösen erkennen?

Das ist tatsächlich ein Dilemma. Es gibt die großen Akkreditierungsorganisationen. Aber oft schauen sie für ihre Entscheidungen in den Rückspiegel, sie bewerten die Vergangenheit. Wir dagegen müssen nach vorne schauen, um die richtigen Angebote für morgen zu machen. Für verlässlich halte ich deshalb vor allem persönliche Empfehlungen und die Reputation der Lehrenden.

Das Gespräch führte Sebastian Balzter.

Quelle: F.A.Z.
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