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Onlinekurse für Flüchtlinge : Studenten aus der Ferne

Offen sind die Kurse auch für deutsche Studenten, allerdings nicht ganz kostenfrei. „Für Flüchtlinge ist auch die Prüfung gratis, für andere Studierende kostet sie 95 Euro“, sagt Wulff. Weitere Online-Kurse nach ähnlichem Muster seien schon in Planung, ebenfalls im April soll ein Angebot namens E-Business-Management starten. Daneben gibt es schon jetzt zahlreiche weitere Kurse für Flüchtlinge auf der Oncampus-Seite, die aber nur der Studienvorbereitung dienen: Hier gibt es keine Prüfungen, keine ECTS-Punkte, nichts, das sich aufs reguläre Studium anrechnen ließe.

„Das Fernlernen ist für die Zielgruppe ideal“

Angebote wie das aus Lübeck haben Konjunktur. Viel gelobt und viel zitiert wird dabei nicht zuletzt ein Projekt zweier studentischer Gründer: die Kiron University, eine neu geschaffene Online-Hochschule für Migranten. Die Idee: Die Flüchtlinge brauchen für die ersten beiden Studienjahre keine Papiere, also keine Zeugnisse oder Nachweise über Deutschkenntnisse. In diesen zwei Jahren studieren sie online, ganz informell über so genannte „Massive Open Online Courses“ (Moocs), die Kiron von verschiedenen deutschen und internationalen Hochschulen zusammengetragen hat. Wenn die Studenten dann nach und nach ihren Papierkram erledigt haben und offiziell studienberechtigt in Deutschland sind, können sie im dritten Jahr an eine Partnerhochschule wechseln und sich die früheren Leistungen anerkennen lassen.

Vincent Zimmer und Markus Kreßler, die beiden jungen Gründer dieser innovativen Fernuniversität, haben mittlerweile Berühmtheit in der Fernstudien-Szene erlangt. „Was die beiden auf die Beine gestellt haben, ist einfach genial“, sagt etwa Linda Wulff aus Lübeck. „Deshalb arbeiten wir auch mit Kiron zusammen und stellen ihnen unsere betreuten Kurse zur Verfügung. Umgekehrt wollen wir einige Studiengänge der FH Lübeck für Kiron-Studenten öffnen, sobald diese ihre Online-Lernphase bei Kiron beendet haben und die Voraussetzungen für eine Immatrikulation bei uns erfüllen.“ Auch andere Universitäten haben schon zugesagt, mit Kiron auf ähnliche Art zusammenzuarbeiten, etwa die RWTH Aachen, die Hochschule Heilbronn oder die HNE Eberswalde.

Das Online-Lernen hat noch weitere Vorteile: Hochschulen können sich recht einfach untereinander vernetzen, um gemeinsam etwas für die Flüchtlinge zu tun. So geschieht es gerade in der Virtuellen Fachhochschule (VFH), einem Zusammenschluss von 12 Fernhochschulen. „Das Fernlernen ist für die Zielgruppe ideal“, glaubt der VFH-Geschäftsführer Friedhelm Mündemann und hat sich zum Ziel gesetzt, dass mindestens die Hälfte der Hochschulen in seinem Verbund mittelfristig Online-Kurse für Flüchtlinge zur Verfügung stellen - „gern auch in Zusammenarbeit mit dem Kiron-Programm“, sagt Mündemann.

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