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Offene Onlinekurse : Früherer Bitkom-Chef will MOOCs populärer machen

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Offene Onlinekurse auf Hochschulniveau sind im Trend. Im Fachjargon heißen sie „MOOCs“. In Amerika funktionieren sie gut, in Deutschland erst leidlich. Jetzt versucht ein neuer Anbieter sein Glück - mit Ex-Bitkom-Präsident August-Wilhelm-Scheer im Rücken.

          In Deutschland startet eine hochschulübergreifende Plattform für kostenlose, offene Lehrangebote auf Hochschulniveau im Internet, im Fachjargon „Massive Open Online Courses“ (MOOCs) genannt. Hinter der Seite namens „Opencourseworld“ steht der E-Lerning-Technologieanbieter IMC AG und dessen Gründer, der frühere Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.

          Nach Angaben Scheers versucht die neue Plattform, im Stile der in den Vereinigten Staaten stark frequentierten Plattform „Coursera“ Hochschulen, die gerne MOOCs anbieten möchten, „die Technologiefrage“ abzunehmen.

          Derzeit bietet „Opencourseworld“ allerdings erst zwei Onlinekurse an. Das Portal arbeitet mit aktiven und ehemaligen Dozenten der Universität des Saarlandes, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technischen Universität München zusammen. Das Teilnahmezertifikat wird von der Universität des Saarlandes ausgestellt. Scheer war früher dort Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik. „Das Konzept der MOOCs wird unsere Bildungslandschaft massiv verändern“, glaubt er.

          MOOCs funktionieren, indem Hochschullehrer mit Hilfe von Videos, Quiz-Anwendungen, Foren und Blogs die Inhalte von Vorlesungen online stellen. Sie diskutieren sie im Netz mit ihren Studenten und bieten eine Ausgangsplattform, damit Kommilitonen über die Inhalte sprechen und gemeinsam lernen können. Statt hohe Studiengebühren zu zahlen, harte Auswahltests zu bestehen und hinterher zu fester Zeit an festem Ort zu lernen, öffnen MOOCs jedem Interessierten die Tür zu universitärem Wissen. Einzige Voraussetzung: ein Internetanschluss.

          Bisher sind MOOCs vor allem in den Vereinigten Staaten verbreitet. Doch zeichnet sich in der jüngeren Vergangenheit ab, dass auch immer mehr deutsche Universitäten und Professoren mit dem Format experimentieren. Erst Mitte 2012 startete etwa das Hasso-Plattner-Institut seine Plattform „Open HPI“.

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