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Nicht nur für Maschinenbauer : Hochschulen unter 3D-Druck

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Gut in Form: Diese Skulptur entstand in einem 3D-Drucker an der Hochschule Luzern. Bild: Picture-Alliance

Am Anfang steht eine Idee, wenig später hält man das Produkt in der Hand: 3D-Druck hat Charme. Das entdecken nun auch Hochschulen – und nicht nur die für Maschinenbau.

          Die Pinnwandnadel im Büro von Professor Günther Gravel steht mächtig unter Druck: 16 Flyer hielt sie schon zusammen, als zuletzt auch noch die „17. Fachtagung Rapid Prototyping“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) hinzukam. „Wir haben den 3D-Druck schon lange als Technik gesehen, mit dem man schnell Prototypen als Anschauungsteile erstellen kann“, erklärt Gravel das langjährige Engagement seiner Hochschule in Sachen Rapid Prototyping, auch 3D-Druck genannt. Genauso lange hat der studierte Maschinenbauer auch die Professur für Produktionstechnik an der HAW inne. Er arbeitet an einem Zukunftsthema – aber sind die Hochschulen über Einzelbeispiele hinaus wirklich schon bereit für diese Zukunft?

          Alternativ hätte Gravel vor 17 Jahren auch ein Labor für Hydraulik leiten können. Aber da gab es diese alte Uhr an der Wand, die wohl schon länger stehengeblieben war – und die für den früheren Messtechniker zum Symbol wurde: „Ich wollte etwas Neues entwickeln.“ Mit der Zeit gehen, das heißt für ihn: Jeder angehende Maschinenbauer lernt den 3D-Druck in einer Laborübung kennen; wer mehr will, vertieft im Master den Bereich „Additive Manufacturing“, der über die Fertigung von Prototypen hinausgeht und Gebrauchsteile durch Schichtbauweise herstellt. Und für alle Interessierten gibt es die Fachtagung, die Praktiker und Talente zusammenbringt. „80 Prozent der Tagungsbesucher kommen aus der Industrie, 20 Prozent sind Studenten“, sagt er.

          Damit noch mehr von ihnen mit der innovativen Technik in Kontakt kommen, hat Gravel eine neue Idee entwickelt. Seit dem Sommersemester gibt es an der HAW einen „3D-Space“: Das sind drei benachbarte Räume, ausgerüstet mit vier unterschiedlichen 3D-Druckern und studentischen Hilfskräften. „Offen für die Ideen und Vorhaben von 6 500 Studierenden, geöffnet an fünf Tagen die Woche jeweils für fünf Stunden“, sagt der frühere Gesellschafter einer Messtechnikfirma, der auch die Selbstorganisation der Studierenden fördern will. „Man hat eine Idee, man denkt digital und überträgt das Digitale in das Körperliche – und wenig später hält man seine Idee in den Händen“, zählt Gravel die Vorteile des additiven Verfahrens auf und warnt zugleich alle, die sich hier einfach nur ausprobieren wollen: „Das ist kein Spielzeug.“

          „Es geht darum, neu zu konstruieren“

          Vor allem wird es schnell langweilig, wenn man nur nachdruckt, was andere programmiert haben: „Es geht darum, neu zu konstruieren, unkonventionell zu denken und seinen eigenen Datensatz zu erstellen“, sagt auch Martin Kreymann, Projektleiter am „3D-Kompetenzcenter Niederrhein“. Es verbindet die Hochschulen Rhein-Waal, Ruhr West und RWTH Aachen, die ähnlich wie die HAW Hamburg jeweils eine Werkstatt aus Druckern, Scannern und Lasercuttern für selbstentworfene Produkte vorhalten. Allerdings steht diese nicht nur Studierenden offen, sondern auch der örtlichen Wirtschaft und interessierten Tüftlern, vom Schüler bis zum Pensionär. Das „Fab-Lab“ ist nicht untereinander, sondern nach einem Konzept des berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) global vernetzt.

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