Home
http://www.faz.net/-gyl-76hrd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Neue OECD-Studie Gerechtere Chancen im deutschen Bildungssystem

Der Bildungserfolg eines Kindes in Deutschland hängt stark von seinem Elternhaus ab. Soweit, so bekannt. Doch nun zeigt eine OECD-Studie: In den vergangenen Jahren hat sich hierzulande viel verbessert; die Lücke hat sich verkleinert.

© dapd Frühes Vorlesen: Das findet bei weitem nicht in jedem Elternhaus statt.

Lob für die Verbesserungen im deutschen Bildungssystem: Zwar hängt hierzulande der Bildungserfolg von Kindern noch immer stark von ihrem Elternhaus ab, doch hat sich die Lücke zwischen den Leistungen von Kindern aus bildungsfernen Schichten und Kindern aus besser situierten Elternhäusern in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich verkleinert. Das berichtet die OECD in ihrer neuesten Bildungsstudie und führt Deutschland explizit als Beispiel an für die Möglichkeiten, durch ein entsprechendes Bildungssystem mehr Chancengerechtigkeit herzustellen.

„Obwohl kein Bildungssystem hundertprozentige Chancengerechtigkeit herzustellen vermag, können durchaus Verbesserungen dieser Chancengerechtigkeit erzielt werden, selbst wenn gleichzeitig auch die gesamte Performanz des Bildungssystems verbessert wird“, schreiben die Forscher.

Wahrscheinlichkeit für Defizite im Lesen ist doppelt so hoch

Im OECD-Durchschnitt ist für Schüler aus bildungsfernen Schichten die Wahrscheinlichkeit schlechte Lesekompetenzen zu erwerben doppelt so hoch, wie für Schüler aus gebildeterem Elternhaus. Ein Schüler mit so genannten sozio-ökonomischen Vorteilen erzielt im Durchschnitt im Pisa-Lesetest 88 Punkte mehr als ein Schüler mit „sozio-ökonomischen Nachteilen“. Das bedeutet, dass Schüler aus bildungsnahem Elternhaus ihren gleichaltrigen Mitschülern aus bildungsferneren Schichten ungefähr zwei Schuljahre voraus sind.

Vergleichsweise besser als der Durchschnitt schnitten der Studie zufolge Schüler aus Kanada, Estland, Finnland, Hong-Kong, Island, Südkorea, Liechtenstein und Norwegen ab. Am ungerechtesten verteilt seien die Chancen dagegen für Schüler aus Argentinien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Dubai, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Israel, Luxemburg, Neuseeland, Panama, Peru, Uruguay und aus den Vereinigten Staaten.

Allerdings haben sich die Ergebnisse mit Blick auf die Ungleichheit in einigen Ländern zwischen den Pisa-Studien von 2000 und 2009 verbessert. Dies ist in Deutschland der Fall gewesen; Deutschland wird an dieser Stelle ausdrücklich als Positivbeispiel gewürdigt. Hierzulande habe sich die Lücke zwischen den Kindern mit guten Chancen und den benachteiligten Kindern ein gutes Stück weit geschlossen - wobei sich gleichzeitig auch die Gesamtleistung aller deutschen Schüler verbessert habe. Dies zeige, dass Verbesserungen im Bildungssystem zu faireren Chancen für alle Kinder führen könnten.

Mehr zum Thema

Quelle: nab./FAZ.net

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Deutscher Arbeitsmarkt Hohe Löhne, viel bezahlte Freizeit

Deutschland steht für starke Industrie und geringe Arbeitslosigkeit. Doch es ist gleichzeitig das Land des bezahlten Müßiggangs - nirgends in Europa gibt es mehr Urlaubs- und Ferientage als hierzulande. Mehr Von Dietrich Creutzburg, Berlin

23.08.2015, 19:09 Uhr | Wirtschaft
Finanzkrise Giannis Varoufakis tritt zurück

Nach eigenen Angaben ist er jetzt: Minister no more: Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis hat nach der deutlichen Rückendeckung der Bürger für die griechische Regierung seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Damit will der Minister die Chancen von Regierungschef Alexis Tsipras auf eine Einigung mit den Spitzenvertretern der sogenannten Institutionen verbessern. Mehr

06.07.2015, 16:33 Uhr | Politik
Kitas und Krippen in Hessen Ein bisschen besser betreut

In Hessen hat sich die Betreuung in den Kitas und Krippen leicht verbessert. Statt im Schnitt 4,1 Krippenkinder kümmern sich die Erzieher nur noch um 3,8 Kinder. Trotzdem steht Hessen ziemlich schlecht da. Mehr

24.08.2015, 17:01 Uhr | Rhein-Main
Taiwan Mountain-Biker radelt über 3000 Stufen hoch

Ein polnischer Sportlehrer ist in Taiwan 3139 Stufen hochgeradelt. Er wollte damit seinen eigenen Weltrekord verbessern. Mehr

23.03.2015, 16:01 Uhr | Sport
Bertelsmann-Studie Personal in Kitas noch immer nicht ausreichend

Die Zahl der Erzieher in deutschen Kindertagesstätten hat zugenommen - aber nicht ausreichend. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es große Unterschiede. Mehr

24.08.2015, 10:33 Uhr | Politik

Veröffentlicht: 12.02.2013, 14:49 Uhr