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Neue OECD-Studie : Gerechtere Chancen im deutschen Bildungssystem

  • Aktualisiert am

Frühes Vorlesen: Das findet bei weitem nicht in jedem Elternhaus statt. Bild: dapd

Der Bildungserfolg eines Kindes in Deutschland hängt stark von seinem Elternhaus ab. Soweit, so bekannt. Doch nun zeigt eine OECD-Studie: In den vergangenen Jahren hat sich hierzulande viel verbessert; die Lücke hat sich verkleinert.

          Lob für die Verbesserungen im deutschen Bildungssystem: Zwar hängt hierzulande der Bildungserfolg von Kindern noch immer stark von ihrem Elternhaus ab, doch hat sich die Lücke zwischen den Leistungen von Kindern aus bildungsfernen Schichten und Kindern aus besser situierten Elternhäusern in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich verkleinert. Das berichtet die OECD in ihrer neuesten Bildungsstudie und führt Deutschland explizit als Beispiel an für die Möglichkeiten, durch ein entsprechendes Bildungssystem mehr Chancengerechtigkeit herzustellen.

          „Obwohl kein Bildungssystem hundertprozentige Chancengerechtigkeit herzustellen vermag, können durchaus Verbesserungen dieser Chancengerechtigkeit erzielt werden, selbst wenn gleichzeitig auch die gesamte Performanz des Bildungssystems verbessert wird“, schreiben die Forscher.

          Wahrscheinlichkeit für Defizite im Lesen ist doppelt so hoch

          Im OECD-Durchschnitt ist für Schüler aus bildungsfernen Schichten die Wahrscheinlichkeit schlechte Lesekompetenzen zu erwerben doppelt so hoch, wie für Schüler aus gebildeterem Elternhaus. Ein Schüler mit so genannten sozio-ökonomischen Vorteilen erzielt im Durchschnitt im Pisa-Lesetest 88 Punkte mehr als ein Schüler mit „sozio-ökonomischen Nachteilen“. Das bedeutet, dass Schüler aus bildungsnahem Elternhaus ihren gleichaltrigen Mitschülern aus bildungsferneren Schichten ungefähr zwei Schuljahre voraus sind.

          Vergleichsweise besser als der Durchschnitt schnitten der Studie zufolge Schüler aus Kanada, Estland, Finnland, Hong-Kong, Island, Südkorea, Liechtenstein und Norwegen ab. Am ungerechtesten verteilt seien die Chancen dagegen für Schüler aus Argentinien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Dubai, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Israel, Luxemburg, Neuseeland, Panama, Peru, Uruguay und aus den Vereinigten Staaten.

          Allerdings haben sich die Ergebnisse mit Blick auf die Ungleichheit in einigen Ländern zwischen den Pisa-Studien von 2000 und 2009 verbessert. Dies ist in Deutschland der Fall gewesen; Deutschland wird an dieser Stelle ausdrücklich als Positivbeispiel gewürdigt. Hierzulande habe sich die Lücke zwischen den Kindern mit guten Chancen und den benachteiligten Kindern ein gutes Stück weit geschlossen - wobei sich gleichzeitig auch die Gesamtleistung aller deutschen Schüler verbessert habe. Dies zeige, dass Verbesserungen im Bildungssystem zu faireren Chancen für alle Kinder führen könnten.

          Quelle: nab./FAZ.net

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