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Mercator Kolleg Erste Schritte auf internationalem Parkett

07.01.2010 ·  Das Mercator Kolleg bereitet Absolventen auf eine internationale Karriere vor - egal ob Mediziner, Biologe, Ingenieur oder Politologe. Wichtigste Voraussetzung ist eine gute Idee.

Von Uta Jungmann
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Nass und grau ist es in Deutschland, in Beirut strahlt die Sonne. „Hier hat es 25 Grad“, berichtet Johanna Schubert aus dem Libanon. Sie klingt vergnügt, obwohl ihre Aufgabe schwierig ist - die Psychologin aus München gibt Stress- und Traumatrainings für humanitäre Helfer, etwa vom Roten Kreuz. Sie will wissen: Wie können Helfer mit Stress umgehen lernen und ihre Arbeitsbedingungen verbessert werden, damit es nicht zu posttraumatischen Belastungsstörungen kommt?

Angeregt von ihrem Studienschwerpunkt Traumaprävention, ihrem Interesse für Weltpolitik und einem Auslandsjahr, hat sich die Fünfundzwanzigjährige ihre Aufgabe selbst gesucht - und sich dann beim Mercator Kolleg für internationale Aufgaben beworben: Finanziell von der Stiftung Mercator gefördert, praktisch von der Studienstiftung des deutschen Volkes und dem Auswärtigen Amt unterstützt, bereitet das Kolleg jährlich 20 junge Deutsche und 3 Schweizer auf eine Karriere in internationalen Organisationen vor. Das monatliche Stipendium beträgt 1250 Euro, dazu kommen Fördermittel für Auslandsaufenthalte und Sprachkurse.

Zu Johanna Schuberts Jahrgang zählen Industriedesigner, Ökonomen, Physiker. Breit gestreut sind auch ihre Projekte, von Waldinvestitionen in China bis zur Eindämmung von Tuberkulose in Osteuropa. 13 Monate dauert die Kollegphase, Sprachkurse nach Wahl gehören dazu und ein Seminarpaket. Die Kurse umfassen Fragen der Tisch- und Kleiderordnung, ein Rhetorik- und Verhandlungstraining. Und eine Übung zur Bewegung im Minenfeld. „So lerne ich besser zu verstehen, was in meinen Klienten vorgeht“, hofft Schubert.

Wie eine Art Minibotschafterin

Als Deutsche werde sie im Libanon so oft angesprochen, berichtet Schubert, dass sie sich bisweilen wie eine Art Minibotschafterin fühle. „Gut, wenn man da in einem unserer Seminare vorher hochrangige Praktiker zu politischen Vorgängen berichten gehört hat.“ Nach ihrem Libanon-Einsatz, den sie zusammen mit einem Medizinunternehmen organisiert hat, plant sie ihre nächsten Stationen mit den Vereinten Nationen und der Bundeswehr. Ihr Jahr als Kollegiatin will die Psychologin trotz erster Stellenangebote zu Ende bringen. „Damit lässt sich entscheiden - welche Organisation, welche beruflichen Erfahrungen gefallen mir, wo kann ich am meisten bewirken.“

Die Ziele der Mercator-Stiftung erläutert Projektleiter Oliver Haack. „Wir wollen international denkende und handelnde Manager ausbilden, die ein Problem sowohl auf der Makroebene wie auf der lokalen Ebene sehen.“ Seit das Kolleg von der Robert-Bosch- auf die Mercator-Stiftung übergegangen ist, werden dabei auch Nichtregierungsorganisationen stärker berücksichtigt. „NGOs sind zu einem Player bei globalen Angelegenheiten geworden“, formuliert Haack die Beweggründe dafür. Später sollen die Kollegiaten verantwortungsvolle Führungsaufgaben übernehmen - ob für die Vereinten Nationen, Greenpeace oder ein international agierendes Unternehmen.

Das Studienfach spielt keine große Rolle

Seit 14 Jahren gibt es das Programm inzwischen, die bisher 267 Alumni haben sich über die ganze Welt verteilt. Rund 90 Prozent arbeiten nach Haacks Auskunft mit internationaler Ausrichtung - vom Leiter des Wasserprogramms der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) bis zum Lufthansa-Direktor für Zentraleuropa. Über den Ehemaligen-Verein, das Netzwerk des Kollegs, halten sie Kontakt miteinander. Sei es bei der Wohnungssuche oder einem fachlichen Problem, sie finde für alles die richtigen Ansprechpartner, lobt Johanna Schubert. „Sogar in Beirut.“

Wer sich für das Kolleg bewerben möchte, braucht vor allem so gute Projektideen wie die Psychologin. Welches Fach dahinter steht, spielt keine große Rolle, versichert Astrid Irrgang, die in der Studienstiftung für das Kolleg verantwortlich ist. „Mediziner, Biologen und Ingenieure sind genauso gefragt wie tolle Politologen.“

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