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Interview Schwänzen ist respektlos

 ·  Der Vorsitzende des Philosophischen Fakultätentages, Tassilo Schmitt, fordert die Anwesenheitspflicht an der Hochschule. Allerdings: Nur dasitzen reicht ihm nicht aus. „Man muss sich aktiv einbringen“, sagt er.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (15)
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Sebastian Freitag

Abstimmung mit den Füßen.

Meine Erfahrung:
Gute Vorlesungen wurden regelmäßig von nahezu 90% der für die zugehörige Prüfung angemeldeten Studenten besucht.

Schlechte Vorlesungen wurden regelmäßig von weniger als 25% der für die zugehörige Prüfung angemeldeten Studenten besucht.

"Pflichtveranstaltungen" und andere "Massenveranstaltungen" mit über hundert Prüflingen waren in der Regel dem zweiten Typ zugehörig(wobei ich meine Mathematik Grundvorlesungen hier explizit ausnehme. Die waren oft hervorragend gestaltet und entsprechend gut besucht).

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Wolfgang Weinmann

Langweilige Vorlesung provoziert Wegbleiben

Es gab Vorlesungen in meinem Studium, die waren mir das Weckerklingelnlassen nicht wert. Das lag aber am Professor und seiner Vorlesung. Der Soff wurde kopert und die Prüfung auch so bestanden. Wenn ein Prof vor leerem Saal doziert, dann sollte er sich fragen, warum das so ist.

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Hans Klein
Hans Klein (buzzsaw) - 23.04.2013 14:16 Uhr

Das mit dem Einbringen ist so eine Sache

Es gibt Dozenten, bei denen das gut funktioniert, ich habe aber auch schon mehrfach Dozenten erlebt, die sich bei einer kritischen Nachfrage eher angegriffen fühlen. Eine Diskussion ist oft noch schwieriger zu führen, weil dabei nach meiner Erfahrung nicht alle mitkommen und sich dann komplett ausschalten (selbst bei kleinen Gruppen).

In einem Vorlesungssaal mit mehr als 100 Studenten, dürfte das Einbringen - im Übrigen - allein schon aus organisatorischen Gründen recht schwierig werden, da bleibt dann nur das Absitzen.

Da wären dann auch noch die Gegenbeispiele wie Stephen Wolfram - ein mathematisches Genie - und vielleicht denen ein Begriff, die mit der Software "Mathematica" schon einmal gearbeitet haben. Der hat nur die allernotwendigsten Vorlesungen und Veranstaltungen besucht, war aber trotzdem immer der Beste.

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Mark Erz
Mark Erz (Sterling) - 23.04.2013 13:00 Uhr

Dozenten und Studenten - wer hat mit wem das größere Problem?

Da hat ein Dozent mit den Studierenden ein Problemchen - wie niedlich. Soll dass von den massiven Problemen, die die Studierenden mit den Darbietungen ihrer Dozenten haben, ablenken?

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Dieter Zorn

Universität als Fiktion ...

... der dort Lehrenden, das drückt sich in den Worten des Herrn Professors aus. Schon vor vierzig Jahren galt: Ein gutes VWL Examen macht nur derjenige, der sein Studium klug strukturiert. Das heißt: Vorlesungen kaum besuchen, weil die Script AG die Inhalte besser und schneller liefert. Die guten Standardwerke lesen, weil die Mehrzahl der Dozenten vor Ort schlechter ist. Tutorien sind extrem hilfreich, weil da manchmal kluge Assistenten gezielt auf die Klausur vorbereiten. Und in einem kleinen Team von guten Studenten auf das Examen vorbereiten. Über den Professor muss man eigentlich nur wissen, wie er "tickt". Das ist sicher auch noch heute die Antwort auf die Verschulung der Universität. Und trotzdem ist die Anwesenheit in einem Seminar, das man gebucht hat, doch wohl auch heute selbstverständlich?

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Roberto Di Bono

Tassilo Schmitt ist respektlos!!!

mit der angeforderten Anwesenheitspflicht würde dafür gesorgt werden, dass nichtmehr jeder studieren kann.. es gibt viele Studenten, die arbeiten müssen um sich das Studium zu finanzieren.. meistens sind es ca. 2 Tage in der Woche.. da kommt es öfters vor, dass man nicht in die Vorlesung kann, dennoch werden Prüfungen geschrieben und auch bestanden.. zudem sollte das Niveau der Dozenten bei einer Anwesenheitspflicht auch erheblich gesteigert werden, da viele Vorlesungsfächer von sehr schlechten Dozenten belegt werden.. da ist ein Selbststudium effizienter als in eine Vorlesung zu gehen..

Herr Schmitt, sie diskriminieren damit alle Studenten, die ihr Studium nicht von Papas Tasche finanzieren können..

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Michael Meier
Michael Meier (never1) - 23.04.2013 08:19 Uhr

im wesentlichen klingt das vernünftig...

... die Anwesenheitspflicht nur für Übungen und Seminare. Allerdings verstehe ich nicht, warum die Unis in den Prüfungsordnungen nicht vorgeben, wieviele solcher Veranstaltungen ein Student regelmäßig besucht haben muss. Dann wäre doch alles geregelt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.04.2013 10:42 Uhr
Jim Zu

Aber warum nur?

Ist die Frage, wieso es eine Anwesenheitspflicht geben sollte? Heute ist Informationsbeschaffung mehr, als in die Bibliothek zu gehen und Vorlesungen zu besuchen. Es geht heute effizienter und gezielter, als vor 30 Jahren. Wenn man das nicht ausnutzt, kastriert man seine Studenten. Es ist gut, dass Studenten eigenverantwortlich handeln müssen, ansonsten blickt niemand mehr über den Tellerrand. Prüfung ablegen und bestanden ist bestanden. Was gibt es dann noch zu diskutieren...

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axel greve
axel greve (AGreve) - 22.04.2013 22:29 Uhr

Wie immer bietet die Kommentarfunktion viel zu wenig Platz

Wie ein anderer Kommentar es schon nahegelegt hat, diesem Interview fehlt es am nötigen roten Faden. Die paar Krümel von Inhalt, die Herr Schmitt in der kurzen Zeit einbringen kann, erübrigen im Grunde Kommentare, die sich mit mehr als der Form des Artikels beschäftigen.
Angesichts dessen nehme ich mir die Freiheit, der Welt der Kommentarleser etwas Grundsätzliches mitzuteilen: Geisteswissenschaftliche Dozenten denken zumeist, Studenten wären auf ihr Wissen angewiesen, um Hausarbeiten etc. zu verfassen. Das ist ein Irrtum. Aus diesem Irrtum speist sich der Glaube der Dozenten, die Studenten zu Lernzwang verpflichten zu können / müssen.

Primärliteratur ist im Allgemeinen nicht deswegen relevant geworden, weil sie unverständlich ist, sondern weil sie eingängig genug ist, für genügend Menschen. Für alle anderen sind Tutorien nötig.

Der Dozent selber ist unnötig, das ist: nicht notwendig - aber das macht ihn keineswegs nutzlos. Mit ihm verhält es sic wie: Lateinunterricht an der Schule

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Klaus Letis

Die Geisteswissenschaften

Der Geist scheint nur anwesend zu sein (s. Frau Schavan)

Der Trick ist, dass die Studenten dann ein langes Studium lang brauchen, um sich die Methoden dieser ritualisierten Verdummung anzueignen.

Denn die Inhalte erscheinen nur durch die Form (Sprache: Intelligentes Dummschwätz) als etwas nicht-Triviales.

Die Herren vermittler scheinen etwas sauer zu sein, dass man ihren "hohen" Gedankenf/lügen nicht folgen mag.

Aber ich sehe schon: Demnächst muss man auch seine halbe Stunde ARD oder ZDF absitzen.

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John Cypher
John Cypher (Joyc) - 22.04.2013 17:22 Uhr

Wenn man es mit vielen Studenten zu tun hat, die sonst nicht wußten, was zu studieren...

...braucht man sich auch nicht über mangelndes Interesse, Motivation oder Belastbarkeit beschweren. Wenn die Vorlesung tatsächlich interessant ist und prüfungsrelevant ist, dann kommen die Studenten gerne - sofern es am Ende überhaupt eine Prüfung gibt und nicht nur eine Seminarteilnahme nachgewiesen werden muss.
.
Meine Erfahrungen mit Geisteswissenschaftlern waren durch die Bank so, dass sie sich im Schnitt nie mehr als 15 SWS aufgehalst haben. Die durchschnittlichen 30-35 SWS der ING-Studenten waren für sie der absolute Albtraum.
.
Analog zur Telefon-Werbung: 11 Scheine in 88 Semestern und 0 Stress

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Mark Möschl
Mark Möschl (Cimpoler) - 22.04.2013 16:32 Uhr

Ochs !

Was für ein Ochs !
"Das ist mangelnder Respekt sowohl den Lehrenden als auch den Kommilitonen gegenüber."

Es ist mangelnder Respekt den erwachsenen Studenten gegenüber, die bitte immer noch selber entscheiden dürfen müssen welche Prioritäten sie setzen ! Das sind keine kleinen Schulkinder, das ist ausserordentlich respektlos einen Respekt immer nur für für/vor sich und seinen Themen einzufordern wo man doch selber nur Rädchen im grossen Getriebe ist.
Und sowas ist Philosoph !

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.04.2013 17:00 Uhr
Hans Werner Danuser

nicht Philosoph, Historiker

Herr Schmitt ist Althistoriker, als solcher freilich Teil der philosophischen Fakultät.

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Ulrich Baare
Ulrich Baare (Zagreus) - 22.04.2013 16:13 Uhr

Idealistische Vorstellungen

Selbstverstndliuch kommt es auf die jeweilige Hochschule an.

Aber: Einbringen in Seminare ist schon das erste Hinterniss für viele - denn viele Seminare (zumindest die beliebteren) laufen mit 25 -30 und noch mehr Teilnehmern ab. Bei dieser Masse ist es illusorisch zu erwarten, dass sich viele teilnehmer einbringen können. Oft ist es so, dass 3-4 öfters etwas sagen, dann noch 4-5 abundzu und manche das komplette Semester - bis auf ihr Referat - nichts.
Das am ende des Semesters einiges Ausfällt, liegt auch daran, dass Seminare unterschiedlich gewichtet werden - in manchen muss man eine Prüfung schreiben, in manchen eine Hausarbeit und manche eben nur teilnehmen, weil man eine bestimmte Anzahl von Veranstaltungen benötigt, die über Prüfungs-SEminare/HA-Anzahl hinausgeht.
Wenn jemand z. B. 34 Semesterwochenstd. im Hauptstudium benötigt, es pro Senminar/Vorlesung/Übung etc. je 2 gibt, und er nur 4 HA schreiben muss, dann muss er ohne HA immer noch an 13 Veranstaltungen teilnehmen.

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Thomas Fehmel
Thomas Fehmel (fehmel) - 22.04.2013 16:01 Uhr

Von der Kunst, nichts zu sagen

Mir fällt als allererstes die Diskrepanz zwischen Titelunterschrift und Interview auf. Mit keinem Wort "fordert" er die Anwesenheitspflicht, er kommentiert nur es gäbe sie nicht. Richtiger lässt sich Schmidt über den Qualitätsverfall seiner "Seminare" aus.
Ein Seminar mit über 100 Teilnehmern? Ein kurzer Blick in die Prüfungsordnung und Webseite der Universität Bremen lässt vermuten das ein jeder Teilnehmer einer der Modulvorlesugnen auch ein Proseminar besuchen muss. Laut PO eine Hausarbeit mit 15 Seiten Umfang.
Macht grob überschlagen mind. 1500 Seiten zu korrigierende Seminararbeiten pro Veranstaltung.
Es lässt sich also vermuten, dass die Mitarbeiter und Hilfswissenschaftler keine Lust haben, den minderwertigen Abfall zu korrigieren, den die Studenten ohne den "geichen Stand" abgeben. Vielleicht vermisst er auch die Tage, als Dozenten ihre Studenten noch mit Namen kannten, und mündliche Prüfungen, die ein besseres Bild der Leistung abliefern als ein Stück Papier, die Regel waren.

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22.04.2013, 15:00 Uhr

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