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Infos per Whatsapp : Chatten mit dem Studienberater

  • Aktualisiert am

Junge Studienanfänger nutzen ohnehin Whatsapp. Warum nicht auch, um Infos über die Hochschule einzuholen? Bild: dpa

Achtzehnjährige kommunizieren meist mehr über Whatsapp als über E-Mail oder Telefon. Warum nicht für die Studienberatung nutzen, dachte sich eine Privathochschule. Andere sind da skeptischer.

          Wer die Kontaktdaten von Hochschulen sucht, findet in der Regel Adresse, E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Dabei sind viele Studenten und solche, die es werden wollen, eigentlich täglich auf Whatsapp unterwegs. Die private Wirtschaftshochschule Accadis in Bad Homburg bietet deshalb seit einem Jahr eine Studienberatung per Whatsapp an, die laut Markus Losert mehrmals wöchentlich genutzt wird. „Wir glauben, dass es einem Achtzehnjährigen normaler vorkommt, über Whatsapp zu schreiben, als einen Telefonhörer in die Hand zu nehmen“, sagt der Leiter des Hochschulmarketings. Auf dem Schreibtisch der Studienberatung liege deshalb stets ein Handy, über das Anfragen laut Losert meist binnen eines Arbeitstags erledigt werden. Das funktioniere jedoch nicht immer.

          Bei einem Test dauert es dann auch 30 Stunden bis zur ersten Reaktion, was Losert mit W-Lan-Problemen begründet. Auf die Frage, welches Englisch-Niveau man für den Bachelor in Sport-Management benötige, erscheint dann immerhin eine ausführliche Antwort. Allerdings auch ein Verweis auf die Telefonnummer der Studienberatung: „Bei komplexen Fragen können wir Studenten so besser helfen“, sagt Losert. Außerdem bietet die Accadis-Hochschule auch Facetime und Skype als Kontaktkanäle an. Vor allem Interessenten aus dem Ausland nutzen diese Form der Beratung. „Wir wollen unsere Zielgruppe an möglichst vielen Berührungspunkten erreichen“, sagt Losert. Der Großteil der Anfragen erreiche die Hochschule trotzdem über Telefon oder E-Mail.

          Manche Hochschulen haben Datenschutzbedenken

          In Deutschland gibt es noch einige weitere Hochschulen, die eine direkte Studienberatung per Whatsapp anbieten. Die größten Universitäten verzichten jedoch darauf, so auch die Goethe-Universität in Frankfurt. Dort sind etwa neunzigmal mehr Studenten eingeschrieben als an der Accadis-Hochschule, weshalb auch die Zahl der Anfragen an die Studienberatung deutlich höher ausfällt. „Da ist es sehr schwer, schnell zu antworten“, sagt der Leiter der Studienberatungm Marco Blasczyk. „Das nimmt dem Ganzen natürlich seinen Charme.“

          Michaela Feldman, Leiterin des Projekts Online-Beratung, spricht außerdem von Datenschutzproblemen. „Die Server von Whatsapp liegen in Amerika, und wir können nicht garantieren, dass die Daten der Studenten sicher sind.“ Deshalb habe man sich gegen Whatsapp entschieden und arbeite stattdessen an einer Online-Beratung mit Chat-Funktion.

          Auch die Accadis-Hochschule bezweifelt, dass Whatsapp sich für eine effektive Studienberatung eignet. Die Gründe ähneln denen der Goethe-Universität. „Auf Whatsapp erwartet man eine zeitnahe Antwort. Anders als am Telefon klappt das aber nicht immer“, sagt Markus Losert. „Wir müssen noch weiter testen, ob diese Form der Beratung für uns auf Dauer sinnvoll ist.“ Gut möglich also, dass das Whatsapp-Handy demnächst wieder vom Schreibtisch der Accadis-Studienberatung verschwindet.

          Quelle: dwue./F.A.Z.

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