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Numerus Clausus in Deutschland : Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge zum Teil stark gesunken

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Bitte einfach einschreiben: Viele Hochschulen senken oder streichen den Numerus Clausus bei etlichen Studiengängen. Bild: dpa

Der Ansturm auf deutsche Hochschulen wird immer größer. Das hat auch Einfluss auf den NC. Allerdings anders als gedacht: Anstatt ihn anzuheben, senken viele Unis ihn – oder streichen ihn ganz.

          Im kommenden Wintersemester 2018/2019 liegt die Quote der zulassungsbeschränkten Studiengänge in Deutschland bei gut 40 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Numerus Clausus-Check des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Grundlage des „CHE Numerus Clausus-Check 2018/19“ waren die NC-Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz für rund 19.000 Studiengänge im Wintersemester 2018/19 sowie entsprechende Daten der vergangenen Jahre. Ebenso dienten Bundesland, Hochschultyp, Anschlussart und Fächergruppe als Analysekriterien.

          Bei den größeren Hochschulstädten weist derzeit Hannover die höchsten NC-Quoten auf, auf Länderebene sind es Berlin und Hamburg. Bei den Bundesländern gehören die drei deutschen Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie das Saarland zu den Bundesländern mit den höchsten NC-Quoten. Den mit 64,8 Prozent größten Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge gibt es im Wintersemester 2018/19 in Berlin, knapp vor Hamburg mit 64,4 Prozent. Auf den Plätzen drei und vier folgen das Saarland und Bremen mit jeweils rund 60 Prozent.

          Die niedrigste NC-Quote gibt es in Thüringen (20,3 Prozent). Hier können sich Studieninteressierte im kommenden Wintersemester in vier von fünf Studiengängen direkt einschreiben, ohne dass vorab eine Auswahl unter den Bewerbern, etwa anhand der Abiturnote, getroffen wird. Bundesweit sind 41,1 Prozent aller Studiengänge mit einem NC belegt. Das entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. In zwölf Bundesländern ist der Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge gesunken – in Hamburg und Thüringen mit rund elf bzw. acht Prozentpunkten zum Teil sehr deutlich.

          Bei der Wahl der Hochschule flexibel bleiben

          In den vergangenen fünf Jahren sind rund 2500 der aktuell 19.000 Studienangebote hinzugekommen. Gleichzeitig ist der Anteil der Numerus-Clausus-Studiengänge um 4,4 Prozent gesunken. CHE Geschäftsführer Frank Ziegele bewertet diese Entwicklung positiv: „Die deutlich gesunkene bundesweite NC-Quote zeigt, das sich die Hochschulen immer besser auf den Studierendenboom einstellen.“

          Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften sind bundesweit auf Fächerebene mit gut 52 Prozent die Gruppe mit den höchsten NC-Quoten. In den Sprach- und Kulturwissenschaften können sich dagegen Studierende in rund 70 Prozent aller Studiengänge ohne zahlenmäßige Beschränkung einschreiben.

          Studiengänge an Universitäten sind weiterhin zu einem geringeren Anteil (37,4 Prozent) mit einem NC belegt als die an Fachhochschulen (45,6 Prozent). Bei den Bachelor- und Masterstudiengängen stellten die CHE Experten seit Jahren eine Annäherung der Quoten fest. Insbesondere sinken die Werte bei den Bachelor-Studiengängen. Aktuell ist der Anteil der Zulassungsbeschränkungen im Bachelorbereich mit 43,4 Prozent aber noch immer höher als im Master mit 39 Prozent.  

          In vielen zulassungsbeschränkten Fächern endet Mitte Juli die Bewerbungsfrist für einen Studienplatz. Studienautor Cort-Denis Hachmeister rät angesichts der deutlichen Unterschiede bei den Zulassungsbeschränkungen zur Gelassenheit bei Studieninteressierten: „Wer nicht gerade Medizin, Pharmazie oder Psychologie studieren möchte und beim Studienort oder Hochschultyp flexibel ist, findet in vielen Fällen auch einen gleichwertige Alternative ohne Numerus Clausus.“

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