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Im Gespräch: Merith Niehuss „Unsere Alumni sind als Manager gefragt“

18.01.2009 ·  Als Frau und Geisteswissenschaftlerin ist Merith Niehuss an der Bundeswehr-Uni in München eine Exotin - und seit drei Jahren Präsidentin.

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Als Frau und Geisteswissenschaftlerin ist Merith Niehuss an der Bundeswehr-Uni in München eine Exotin - und seit drei Jahren Präsidentin.

Frau Niehuss, die Mehrheit Ihrer Studenten sind Zeitsoldaten. Wie wirkt sich das auf die Studiengänge aus?

Wir bilden für die Truppe aus, unsere Fächer sind deshalb auch so gelagert, dass es eine militärische Verwendung für sie gibt. Aber unsere Absolventen haben, wenn sie später aus der Bundeswehr ausscheiden, auch in der Wirtschaft gute Chancen. Die Arbeitslosenquote ist jedenfalls noch niedriger als die anderer Akademiker.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Die Unternehmen schätzen die Verbindung aus akademischem Abschluss und der in der Offizierslaufbahn erworbenen Führungserfahrung. Gerade für Positionen im Management stellen sie unsere Alumni deshalb sehr gerne ein.

Ist deren Abstand zu den akademischen Inhalten nach acht Jahren in der Truppe nicht schon zu groß?

Wir haben gerade ein Weiterbildungsinstitut gegründet, das unsere Alumni nach den Jahren im Dienst auch fachlich wieder auf den Stand der Dinge bringen soll. Der Berufsförderdienst ermöglicht es Zeitsoldaten im letzten Jahr ihres Dienstes, an solchen Maßnahmen teilzunehmen. Für Ingenieure gibt es einen Auffrischungskurs, außerdem bieten wir auch ein "Master of Business Administration"- Programm an, das gerade für Geisteswissenschaftler interessant sein dürfte.

Wo sehen Sie die akademischen Stärken der Münchener Bundeswehr-Uni?

Unser Ruf in der Luft- und Raumfahrttechnik, in der Mikro- und Nanotechnologie ist exzellent. Und jetzt widmen wir Professuren auf neue geisteswissenschaftliche Schwerpunkte wie Medienpädagogik und interkulturelle Pädagogik um.

Werden sich die Bundeswehr-Universitäten für Zivilisten öffnen?

Auch in der Zukunft wird nicht jeder hier studieren können, das ist in einem Grundlagenvertrag geregelt. Wir nehmen als zivile Kandidaten außer Erasmus-Austauschstudenten nur Stipendiaten aus der Industrie auf - denn ein Ingenieurstudium ist teuer, mit 10 000 Euro im Jahr muss man rechnen.

(Lesen Sie über Karriere nach dem Militär Offiziere: Weggetreten!)

Die Fragen stellte Sebastian Balzter

Quelle: F.A.Z.
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