14.12.2008 · Wenn die meisten Studierenden sich grundsätzlich Kinder wünschen, sollte ihnen klar sein, dass die Erziehung eines Kindes auch während eines Studiums völlig akzeptabel ist, sagt die Hochschulforscherin Elke Middendorff.
Frau Middendorff, sind Kinder an deutschen Hochschulen unerwünscht?
Studierende mit Kind fühlen sich oft ausgegrenzt, bisweilen sogar angefeindet. Leider ist die Solidarität unter den Studierenden gegenüber Kommilitonen mit kleinen Kindern nicht besonders groß.
Woran liegt das?
Als Lebensentwurf zählt unter Studierenden heute überwiegend, das Leben zu genießen und sein eigenes Ding durchzuziehen. Kommilitonen mit Kind gelten dabei als nicht dazugehörig.
Was können Studenten tun, um an dieser Lage etwas zu ändern?
Das Wichtigste ist, für eine familienfreundliche, tolerante Atmosphäre an den Universitäten und Fachhochschulen zu sorgen und die Anwesenheit von Kindern grundsätzlich zu akzeptieren. Das heißt aber zum Beispiel auch, den Kommilitonen die Seminarunterlagen vorbeizubringen, wenn die einmal nicht kommen können, weil ihr Kind krank ist.
Sollte man mit dem Nachwuchs nicht besser bis zum Ende des Studiums warten?
Studien belegen, dass sich die meisten Studierenden grundsätzlich Kinder wünschen. Ihnen sollte klar sein, dass die Erziehung eines Kindes in jeder Lebenslage schwierig ist - und dass es deshalb auch während eines Studiums völlig akzeptabel ist.