21.08.2008 · Der private Universität Witten/Herdecke und die Düsseldorfer Beratungsgesellschaft Droege International haben ein Jahr lang mehr schlecht als recht zusammengearbeitet. Jetzt sind nur noch gegenseitige Vorwürfe übrig.
Die private Universität Witten/Herdecke (UWH) und die Düsseldorfer Beratungsgesellschaft Droege International Group AG haben sich alles andere als einvernehmlich voneinander getrennt. Vor zwei Monaten hatte Walter Droege, der im vergangenen Sommer eine über sieben Jahre verteilte Spende von 12 Millionen Euro in Aussicht gestellt hatte, die Fortsetzung seines Engagements ausdrücklich an die Bedingung geknüpft, dass die UWH weitere Sponsoren finde und sich auf gemeinsam vereinbarte „Meilensteine“ zubewege.
Jetzt wirft das Unternehmen der Leitung der 1983 gegründeten und wegen klammer Kassen schon mehrfach in die Schlagzeilen geratenen Hochschule vor, immer noch keinen Business- und Finanzierungsplan für das Geschäftsjahr 2007/08 vorgelegt und sich auch zu möglichen Einsparmaßnahmen nicht geäußert zu haben. Außerdem sei Droeges Ehefrau Hedda im Brahm-Droege, die Vorsitzende des Stiftungskuratoriums der Hochschule, nicht ausreichend über eine Kapitalerhöhung informiert worden, die ihrer Ansicht nach gegen die Grundsätze guter Unternehmensführung verstößt; deshalb lege sie ihr Mandat mit sofortiger Wirkung nieder.
Auf die geballte Kritik hat die Hochschulleitung am Donnerstag ihrerseits mit heftigen Vorwürfen reagiert: Droege International habe „versucht, massiven Einfluss auf die Freiheit von Forschung und Lehre zu nehmen“. Der vermeintliche Mäzen, wegen dessen Spendenankündigung 2007 ein Angebot des Bildungskonzerns SRH nicht angenommen worden sei, habe Zusagen nicht eingehalten und den Abbau von 90 Stellen gefordert. Außerdem habe er für eine zunächst als Darlehen, nun als Spende deklarierte Zuwendung von 2,4 Millionen Euro einen 50-prozentigen Gesellschafteranteil an der Universität gefordert und erhalten, was bei vielen anderen Partnern auf Unverständnis gestoßen sei.
Nun solle ein neues Trägerkonsortium die Unabhängigkeit der Universität, an der gut 1000 Studenten eingeschrieben sind, gewährleisten. In finanzielle Schwierigkeiten gerate die Hochschule durch die unversöhnliche Trennung von ihrem Kurzzeit-Förderer nicht.