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Graduate Management Admission Test 800 Punkte und ein Grundkurs Meeresbiologie

18.01.2010 ·  Viele Managerschulen verlangen von Bewerbern die Teilnahme am Graduate Management Admission Test (GMAT). Der Test hat seine ganz eigene Logik. Darauf sollte man sich vorbereiten.

Von Sebastian Balzter
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Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt, vor den MBA die Managerschulen den GMAT. Was unter Abiturienten der Führerschein und unter angehenden Diplomaten die Aufnahmeprüfung des Auswärtigen Amts ist, heißt für ambitionierte Jungmanager oder im Alltagsfrust gestrandete Führungskräfte „Graduate Management Admission Test“. Keine der großen Schulen nennt zwar eine bestimmte Mindestpunktzahl als formales Aufnahmekriterium. Viele verlangen aber, dass Bewerber ihr Teilnahmezertifikat einsenden - und prahlen damit, wie viele Punkte ihre vergangenen Jahrgänge im Durchschnitt erreicht haben.

Entsprechend voll sind die einschlägigen Internetforen von Tipps und mehr oder minder glaubhaften Berichten über Prüfungstriumphe und Prüfungsdesaster. Als Faustregel gilt: Irgendwo zwischen 550 Punkten und den maximal erreichbaren 800 Punkten sollte landen, wer sich für eine der Eliteschulen in Amerika bewirbt.

„GMAT ist ein Test, der Ihre Fähigkeit misst, GMAT zu bestehen“

„Aber was zur Hölle ist GMAT eigentlich?“ Julien Machot vom Unternehmen MBA Center, das auf Zugangsprüfungen aller Art vorbereitet, stellt die Eingangsfrage zu Beginn seines Vortrags im Frankfurter „House of Finance“ ganz bewusst so plump, um die Luft aus den Spekulationen zu lassen - und beantwortet sie sich und den 16 Hörern im Auditorium gleich selbst: „GMAT ist ein Test, der Ihre Fähigkeit misst, GMAT zu bestehen. Mehr nicht.“

So viel Tabula rasa muss sein, bevor Machot den Aufbau der Prüfung erklärt, die von einer Gruppe von Wirtschaftshochschulen organisiert und im Jahr von rund 100.000 Studenten in ausgewählten Test-Lokalen überall auf der Welt absolviert wird: Aus drei aufeinanderfolgenden Teilen besteht sie. Zunächst gilt es, in 60 Minuten zwei Essays zu vorgegebenen Themen zu schreiben, dann in je 75 Minuten 37 mathematische und 41 sprachlich-logische Aufgaben zu lösen. „Sie haben 1,9 Minuten je Antwort und mit Pausen insgesamt vier Stunden Prüfungssituation vor sich. Zeitmanagement und Ausdauer sind also das A und O.“

250 Dollar kostet die Prüfung

Der anschließende Übungstest mit Fragen aus alten Jahrgängen macht außerdem klar, dass zur Vorbereitung auf die 250 Dollar teure Prüfung außer der Wiederholung von Oberstufen-Mathematik und englischer Grammatik vor allem eine Einführung in die Fragetechniken der GMAT-Entwickler gehören sollte. So gilt es zu wissen, dass GMAT zwar standardisiert am Computer absolviert wird, die Schwierigkeitsstufe der Fragen aber von den zuvor gegebenen Antworten abhängt: Wer danebenliegt, bekommt aus dem Fragenpool eine einfachere Variante serviert - kann dann aber auch nicht mehr mit der Höchstpunktzahl rechnen. Und wer damit nicht zufrieden ist, kann den Test zwar wiederholen, auf dem neuen Zeugnis wird aber auch das Resultat früherer Anläufe verzeichnet.

Außerdem sind die Kategorien „Problemlösung“ aus dem mathematischen Teil mit ihren klassischen Dreisatz-Aufgaben und „Fehlerkorrektur“ aus dem sprachlichen den meisten Teilnehmern vermutlich aus Schule oder Studium bekannt, für zwei andere Felder gilt dies jedoch nicht: Unter dem Stichwort „data sufficiency“ gilt es herauszufinden, ob sich aus zwei vorgegebenen Daten die gestellte Frage hinreichend begründet beantworten lässt - und nicht etwa die Antwort auf diese Frage zu geben. Die Abteilung „reading comprehension“ schließlich serviert Sachtexte aus abgelegenen Fächern wie der Meeresbiologie, zu denen dann eine Reihe von Verständnis- und Logikfragen gestellt werden, die sich zwar ohne Vorkenntnis beantworten lassen - aber nicht ohne millimetergenaues Lesen. Wer daran nicht von der ersten Zeile an denkt, lernt etwas über die Fortpflanzungsgewohnheiten von Algen, verschwendet aber auch Zeit. Davor aber warnt Julien Machot die MBA-Bewerber in spe noch in einer anderen Hinsicht: Zwei bis drei Monate sollten sie sich auf den GMAT vorbereiten, keinesfalls länger - sonst schwinde die Motivation.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Wirtschaft.

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