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Girls-20-Gipfel : „Die Initiative ergreifen, um etwas zu verändern“

Marleen Och ist 23 Jahre alt und die deutsche Delegierte des Girls-20-Gipfels. Sie studiert Jura. Bild: Privat

Wer das Geld hat, hat die Macht. Frauen und Mädchen mangelt es oft an beidem. Dies zu ändern, dafür setzt sich der Girls-20-Gipfel ein. Die deutsche Delegierte, Marleen Och, erklärt im Interview die Ziele.

          Frau Och, Sie sind eine 23 Jahre junge Jurastudentin aus Hamburg und die deutsche Delegierte des 8. G(irls) 20-Gipfel, der diesmal in München stattfindet. Was ist das für eine Initiative?

          Ursula  Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Gegründet wurde diese unabhängige, gemeinnützige Organisation in Kanada. Uns geht es darum, dass Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt Zugang zur Berufswelt bekommen. Wir wollen, dass die Gleichstellung der Geschlechter im Rahmen der Wachstumsziele auf der Agenda der G-20-Staats- und Regierungschefs steht. Entscheidend ist, selbst die Initiative zu ergreifen, um etwas zu verändern.

          Wer genau trifft sich in München?

          Wir sind zwischen 18 und 23 Jahre alt, fast alles Studentinnen, es gibt ein Delegationsmitglied aus jedem G-20-Land und eine Vertreterin der Europäischen und Afrikanischen Union. Das ist klasse, fachübergreifend und unkompliziert so viele jungen Frauen von Australien über China bis Russland und Mexiko kennenzulernen.

          Angekündigt wurden auch zwei Frauen aus Afghanistan und Pakistan.

          Wir haben bestürzt erfahren, dass beiden das Visum verwehrt worden ist. In Afghanistan wird nach dem Anschlag auf die Botschaft keine Reisegenehmigung erteilt. Das macht nicht nur mich traurig. Wir haben untereinander viel Kontakt über Facebook und Whatsapp, so fehlen sie unserer Gruppe. Das zeigt, wie wichtig Frauenförderung ist, wie wichtig ein Netzwerk ist, das diese Frauen unterstützt.

          Was machen Sie konkret in München?

          Wir treffen uns in Räumen der KPMG zu Workshops, die von den beteiligten Unternehmensberatungen geleitet werden. Da sind Vollprofis am Werk, es geht zum Beispiel darum, wie man eine Idee bewirbt und ein Projekt plant. Ich finde das gut, wir werden an die Hand genommen, um zu lernen und andere davon profitieren zu lassen.

          Die Arbeitsgruppen heißen „Pitching your idea“ oder „Strategic planning“. Was interessiert Sie am meisten?

          Ich finde den Workshop über Führung spannend. Das war anfangs schwer, sich vorzustellen, was sich hinter den Schlagworten verbirgt. Wir haben aber schon vorab Unterlagen bekommen, um uns vorzubereiten. Ich habe einen spannenden Test zum Persönlichkeitstyp gemacht.

          Was ist dabei herausgekommen?

          Es ging darum, wie man besser mit sich selbst umgehen, aber auch, wie man mehr aus sich herausholen kann. Bei mir kam heraus, dass ich extrovertiert bin und analytisch.

          Also beste Voraussetzungen für die Konferenz. Das alles hört sich für eine kleine, exquisite Gruppe toll an. Können denn andere zu Ihnen stoßen?

          Das wäre toll und möglich am Mittwoch. Am 21. Juni gibt es einen öffentlichen Summit, in den Räumen von KPMG in der Ganghofer Straße 29 in München. Dort gibt es spannende Redner aus Wirtschaft und Politik. Auch der Vater der Nobelpreisträgerin und Kinderrechtsaktivistin Malala wird da sein. Er ist zum ersten Mal in Deutschland. Besucher sind willkommen, man muss sich vorher auf der website des G(irls)20-Gipfel registrieren.

          Was bewegt sie persönlich am meisten?

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