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Gehaltsunterschiede : Im Maschinenbau ist der Master nur knapp vor dem Bachelor

Maschinenbau: Lohnt sich der Master? Bild: dpa

Wie viel mehr Gehalt bringt ein Master-Abschluss im Vergleich zum Bachelor? Nicht ganz so viel, wie mancher denkt! Zumindest im Bereich Maschinenbau.

          Über den Vorteil eines Master-Abschlusses gegenüber dem Bachelor wird häufig debattiert. Beim Gehalt etwa sei er gar nicht so groß, heißt es. Eine der Schlüsselbranchen der deutschen Industrie hat diesen Aspekt durchleuchtet. Egal, ob Ingenieur, Jurist oder Kaufmann: Wer als Bachelor im Maschinenbau anfängt, kann mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 45.000 Euro im Jahr rechnen, geht aus einer aktuellen Umfrage des Branchenverbandes VDMA hervor. Dessen „Gehaltsstudie 2016 für Fach- und Führungskräfte“ ergab, dass Anfänger mit einem Master-Abschluss auf ein Jahresgehalt von 48.000 Euro kommen. Allerdings variierten die Einstiegsgehälter nach Angaben der befragten Unternehmen stark, je nach Aufgabe und Arbeitsfeld.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für eine fundierte Ausbildung durch ein Studium spricht danach einiges. Denn der Verband nannte als ein zentrales Ergebnis seiner Studie, dass nicht das Alter, sondern die Qualifikation der Beschäftigten entscheidend für die Höhe des Gehalts sei. „Es wird immer wichtiger, gut ausgebildete Fachkräfte ins Unternehmen zu bekommen und an das Unternehmen zu binden. Deshalb ergeben sich neue Gehaltsgefüge“, sagte Bianca Illner, die Leiterin der Abteilung Betriebswirtschaft im VDMA. „Dabei ist die Qualifikation das wichtigste Kriterium für die Einordnung in das Vergütungssystem eines Unternehmens.“

          Detailanalyse in mehr als 120 Unternehmen

          Der Verband habe in Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg/Weiden erstmals eine Untersuchung umgesetzt, die nicht nur regionale Gehaltsvergleiche ermöglicht, sondern auch mehr als 120 Positionen in den Unternehmen im Detail analysiert. Fazit: Es gebe in beinahe allen Positionen altersunabhängige Tendenzen bei der Vergütung. Die Qualifikation sei entscheidender. Der regionale Vergleich brachte die üblichen „Verdächtigen“ an die Spitze. Danach werden die höchsten Gehälter im Maschinenbau in Baden-Württemberg bezahlt - dort also, wo es der Wirtschaft ohnehin gutgeht und wo die meisten jener Maschinenbauer sitzen, die überregional zwar wenig bekannt, oft aber Weltmarktführer sind.

          Hier treibe auch die lokale Konkurrenz mit der Automobilindustrie die Gehälter nach oben. In Baden-Württemberg beträgt das durchschnittliche Jahresgehalt rund 62.000 Euro, das reicht für Platz eins vor dem Rhein-Main-Gebiet, Teilen von Rheinland-Pfalz (60.000 Euro) und Südbayern (knapp 60.000 Euro). Nordhessen sowie Teile von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen liegen am Ende der Rangliste mit durchschnittlich 48.000 Euro.

          Große Teile Ostdeutschlands waren jedoch nicht Teil der Untersuchung. Zum Trend passt auch das Ergebnis, dass in Großstädten besser verdient wird als auf dem Land. Die Gehälter lägen hier um bis zu 19 Prozent höher. Schließlich hätten die meisten Unternehmenszentralen besser bezahlte Bereiche wie Forschung und Entwicklung in Ballungsräumen angesiedelt. Für die Gehaltsstudie haben der VDMA und die Hochschule die Antworten von 135 Unternehmen mit insgesamt etwa 49.000 Beschäftigten untersucht.

          Quelle: F.A.Z.

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