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Frühkindliche Erziehung Ein Taschengeld für die Bildungsexperten

 ·  Malen, spielen, basteln - das war gestern. Heute müssen Erzieher mehr können. In neuen Studiengängen sollen sie es lernen. Eine adäquate Bezahlung für sie ist aber zurzeit nicht mehr als ein frommer Wunsch.

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Ricarda Schügner

Man sollte das anwenden, was man in der Schule gelernt hat...

Meine Schwester ist Erzieherin und hat die Schule 3-jährig (wg. Abschluss Abi) besucht. Sie hat dort auch sehr viel theoretischen Unterricht gehabt, der jedoch auch mit sehr viel praktischer Tätigkeit gekoppelt war. Für die Praxis waren jeweils - auch für spielen, basteln, malen - Konzepte zu erstellen und theoretisch zu begründen. Das bedeutet: Wie und weshalb (was ist das Ziel der Aktion) leite ich die Kinder an. Vor allem kann ich mit angeleitetem spielen, basteln und malen vor allem auch wichtige soziale, motorische und kreative Fähigkeiten schulen. Soweit die Theorie - - - leider geht vermutlich bei vielen im späteren Arbeitsalltag einiges von dem verloren was gelernt wurde. Allerdings gibt es immer die Möglichkeit von Weiterbildungen, z. B. Montessori Pädagogik etc. Zu dem arbeiten längst nicht mehr nur Erzieher in einem Kindergarten, sondern (weil billiger) als Zweitkraft KinderpflegerInnen... Meines Erachtens ist die schulische Ausbildung mit Theorie und Praxis gut und die Probleme liegen bei der Umsetzung. Hier würde auch ein 3-jähriger Bachelor-Studiengang nicht wirklich helfen. Bei Lehrern mit einer akademischen Ausbildung gibt es ein ähnliches Problem - WAS sind gute Lehrer und WIE verbessere ich die Ausbildung?

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Herrmann Mueller

Den untengenannten Zusammenhängen fehlt etwas.

Es geht bei der Bezahlung nicht nur um die Frage, ob ein Gehalt für eine ganze Familie reichen muß oder ob der Familie sogar zwei Gehälter zur Verfügung stehen.

Man muß sich in die Lage eines frischgebackenen Abiturienten versetzen: Warum sollte er eine akademische Ausbildung, z.B. das Studium der Sozialpädagogik mit dem Berufsziel "akademischer Erzieher", anstreben, wenn er damit später gerade mal ein "Taschengeld" verdienen kann?

Der Abiturient wird sicher die zu erwartenden Gehälter verschiedener Branchen miteinander vergleichen und schließlich seinen weiteren Weg nicht ausschließlich von seinen persönlichen Interessen, sondern auch von ökonomischen Kriterien abhängig machen. Und bei letzteren schneidet der Erziehungsbereich vergleichsweise schlecht ab.

Gleiches gilt übrigens zunehmend für den Bereich Schule und Hochschule (den man vielleicht als Bildungsbereich im traditionellen Sinne bezeichnen könnte). Die nach TV-L bezahlten Lehrer im Angestelltenverhältnis sind nicht gerade gut bezahlt, und die Hochschulen werden in den nächsten Jahren immer mehr Lektoren anwerben, also Lehrsklaven, die für wenig Geld viel gute Lehre bieten sollen.

Der so wichtige Erziehungs- und Bildungsbereich ist für Arbeitskräfte unattraktiv.

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claudia otlo
claudia otlo (claudiao) - 29.12.2007 15:50 Uhr

Zusammenhänge erkennen

Die Autoren fordern ein Gehalt für Erzieher "von dem man eine Familien ernähren kann" , doch gerade die Einverdiener-Familie und deren staatliche Förderung ist die Ursache für das geringe Gehalt der Erzieher.

Der deutsche Staat fördert intensiv die Einverdienerfamilie und die Erziehung von Kleinkindern zuhause. Angefangen über die freie Krankenversicherung von nicht-berufstätigen Ehegatten, Elterngeld, Anrechnung in der Rentenversicherung, Witwenrentensystemen, Unterhaltsansprüche im Scheidungsfall, Ehegattensplitting USW.

Wozu hoch qualifizierte Erzieher, wenn das Kind sowieso am besten bei der Mutter aufgehoben ist, und dies auf alle erdenkliche Weise gefördert wird?

Die Forderung das ein Gehalt eine Familie ernähren können muss, halte ich für falsch:
Normalerweise sind mindestens 40 Jahre Berufstätigkeit vorgesehen. Das Zuhausebleiben eines Elternteils ist aber nur für wenige Jahre angemessen. Für über 3/4 der Berufszeit stehen damit beide Eltern zur Finanzierung der Familie zur Verfügung.

Einverdiener sind so gut wie nie Frauen, die daher wohl auch weniger das entsprechende Gehalt fordern, - daher die niedrigen Einkommen in Frauenberufen - wie Erzieher.

Und der Kreis schliesst sich.

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Torsten Klier

Is ja ´n Ding

Vor 10 Monaten (oder so) hat uns von der Leyen erheitert mit der Feststellung, die Krippenpläne würden gerade mal 3.000.000.000€ kosten. Noch besser die Prognose des Deutsche Jugendinstituts. Das hat (ganz „wissenschaftlich“, wie wir das aus dem Femi-Bereich kennen) ausgerechnet, der Krippenausbau würde in der Summe gar nichts (in Worten: Null Euro) kosten, weshalb Direktor Rauschenbach gleich mal einen "gewaltigen positiven ökonomischen Nebeneffekt des Krippenausbaus“ herbeifantasierte.

Auf den Leserbriefseiten der FAZ habe ich mir in dieser Zeit erlaubt vorzurechnen, dass die Pläne von v.d. Leyen im Gegensatz zu den vor der vorgelegten „Berechnungen“ (Frau und rechnen, was soll dabei rauskommen?) das zehnfache, nämlich 30.000.000.000€ kosten werden.
Oh, weh, da habe ich aber Haue bekommen von den Progressiven, den Modernen, den Aufgeklärten.

Und hier auf einmal (wie schnell der Wind sich dreht) wird wie selbstverständlich dargelegt, dass die Ausgaben für die Kinderbetreuung unbedingt erhöht werden müssen. Das „ob“ ist so gut wie entschieden, beraten wird nur noch im wie viel Milliarden.

War nicht anders zu erwarten. Mal sehen, mit welchen Absurditäten die Progressiven uns noch erfreuen werden.
Ich freu mich drauf.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Wirtschaft.

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