16.03.2007 · Die Freie Universität Berlin testet ein neues Verfahren, um die Zahl der Studienabbrecher zu reduzieren: Wer Psychologie studieren will, muss einen Eignungstest bestehen.
Die Freie Universität Berlin (FU) bereitet für dieses Frühjahr erstmals einen Eignungstest für Studienanfänger vor. In einer Pilotphase will die Hochschule im Fachbereich Psychologie von Mai an Abiturienten auf ihre allgemeine Leistungsfähigkeit an einer Hochschule testen. Ziel sei es, die hohen Abbrecherquoten in vielen Studiengängen zu senken, sagte FU-Präsident Dieter Lenzen.
Die FU starte diesen Pilotversuch als einzige deutsche Hochschule. Rund die Hälfte der Studenten setze heute ihr Erststudium nicht fort, berichtete Lenzen. Entweder brechen die Hochschüler ihr Studium komplett ab oder wechselten später das Fach. Bisher zählt an deutschen Universitäten bei zulassungsbeschränkten Fächern häufig die Abiturnote bei der Bewerbung um einen Studienplatz. Es gibt auch Bewerbungsschreiben und Auswahlgespräche.
Drei Stunden lang Fragen beantworten
Der neue FU-Test, der von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie ausgearbeitet wird, lehnt sich zum Teil an Vorbilder aus den Vereinigten Staaten an. Abiturienten müssen dafür an der FU zwei bis drei Stunden lang an einem Computer Fragen beantworten. Untersucht würden dabei unter anderem Intelligenz und Problemlösungsfähigkeit, sagte Lenzen. Es würden aber auch allgemeine Fachfragen gestellt, um das bereits vorhandene individuelle Wissen über Psychologie besser einschätzen zu können.
Der Bildungswissenschaftler würde sich bei Erfolg des Pilotmodells ähnliche Tests in allen Fächern an deutschen Universitäten wünschen, die durch ein zentrales Institut durchgeführt werden. Für Berlin schlägt Lenzen eine einjährige Kollegstufe als Bindeglied zwischen der Schule und den Universität vor. Bisher gibt es Brückenkurse, um Abiturienten den Übergang auf das Hochschulniveau zu erleichtern.
Der falsche Weg
Steffen Pawelczack (Pawelczack)
- 17.03.2007, 00:00 Uhr