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Veröffentlicht: 30.06.2017, 06:25 Uhr

Falsches Studienfach „Ein Wechsel ist nicht schlimm“

Dass Studenten im ersten Anlauf scheitern, ist gar nicht selten. Aber die wenigsten brechen ihr Studium komplett ab, viel mehr wechseln das Fach. Ein Gespräch mit dem Studienberater Christian Eckert.

von Sarah Backhaus
© Felix Seuffert Hadern mit dem Studium - das kommt immer wieder vor

Wie sind Ihre Erfahrungen als Studienberater an der Bauhaus-Uni Weimar: Warum brechen Studenten ihr Studium ab?

Manche Studenten erkennen einfach, dass ein Studium nicht das Richtige für sie ist. Oft sind es aber auch ganz simple Gründe: Manch einer muss für das Studium von zu Hause wegziehen und bekommt Heimweh. Es kommt auch vor, dass Studenten sich etwas anderes unter ihrem Studienfach vorgestellt haben oder dass das Leistungspensum zu hoch ist.

Überschätzen sich viele Abiturienten?

Nein, denn die allermeisten sind Studienwechsler. Sie fangen entweder an derselben Hochschule ein neues Studienfach an oder gehen an eine Universität, die ein anderes Fächerangebot hat. Studienabbrecher verlassen die Universität komplett, das sind aber die wenigsten. Falls Studienabbrecher eine Berufsausbildung oder Lehre anfangen möchten, werden Studienleistungen nur schwer anerkannt. Für Studienwechsler ist die Situation einfacher: Sie kennen den Studienalltag sowie die Hochschulstruktur und müssen sich nicht komplett neu orientieren. Ein vorzeitiger Wechsel ist überhaupt nicht schlimm, die Erfolgsquote im neuen Studiengang ist auch um einiges höher.

Wie erkennen Studenten, dass ihr Studium nicht zu ihnen passt?

Die meisten erkennen an den Lehrveranstaltungen, ob das Studienfach ihnen zusagt und sie gerne hingehen oder eben nicht. In diesem Fall kann es ratsam sein, den Rest des Semesters zur Umorientierung zu nutzen und vorrangig zu Veranstaltungen zu gehen, die sich bei einem Wechsel in einen artverwandten Studiengang anrechnen lassen.

Wann sollten Studenten in jedem Fall wechseln?

Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt dafür. Generell sind die ersten zwei bis drei Semester dazu da, ins Studium zu kommen und sich eventuell umzuorientieren. Viele Studenten wechseln nach dem ersten Semester. Für diejenigen, die Bafög beziehen, sollte ein Wechsel bis zum Ende des zweiten Semesters stattfinden, um den Anspruch nicht zu verlieren.

Unternehmen Universitäten genug, um Studenten die Wahl zu erleichtern?

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Ja, das tun sie. Wir veranstalten wie viele andere Universitäten auch jedes Jahr einen Hochschulinformationstag. Hier können sich Studieninteressierte über das ganze Angebot informieren. Außerdem besuchen wir die großen Bildungsmessen. Es gibt auch die Möglichkeit eines Schnupperstudiums. In der Studieneinführungswoche steht Erstsemestern ein studentischer Tutor zur Seite, der im ersten Semester ihr Ansprechpartner bleibt.

Wie bereiten sich Abiturienten richtig auf ein Studium vor?

Viele wollen schnell nach dem Abitur studieren und beschäftigen sich nicht intensiv genug mit den Hochschulen und den Inhalten der Studiengänge. Manche wollen von zu Hause weg und schreiben sich für irgendein Fach in einer weit entfernten Stadt ein. Ich empfehle, vorab die eigenen Stärken genau einzuschätzen und sich nicht zu sehr von anderen unter Druck setzen zu lassen. Studieninteressierte sollten vor allem die Orientierungs- und Kennenlernangebote der Universitäten vor Ort in Anspruch nehmen.

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