18.03.2010 · Auch wenn Nordrhein-Westfalen viel dafür tut: Noch hat keine der Ruhr-Universitäten den begehrten Elite-Status der Exzellenz-Initiative errungen. Nun hat die Stiftung Mercator für einen Zeitraum von fünf Jahren 22 Millionen Euro investiert und ein „Mercator Research Center Ruhr“ gegründet.
Von Heike SchmollAuch wenn Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsminister Pinkwart (FDP) alles dafür tut: Noch hat keine der Ruhr-Universitäten den begehrten Elite-Status der Exzellenz-Initiative errungen. Um die Stärken der benachbarten Ruhr-Universitäten sichtbar zu machen, hat die Stiftung Mercator in Essen für einen Zeitraum von fünf Jahren 22 Millionen Euro investiert und ein „Mercator Research Center Ruhr“ gegründet.
Geleitet wird es vom früheren Vorsitzenden des Wissenschaftsrates, dem Historiker Winfried Schulze, der zuletzt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München war. Die Biowissenschaften in Bochum, die Ingenieurwissenschaften in Dortmund und die Nanophysik in Essen könnten noch stärker werden, wenn sie die Kooperation suchten und ihre Universitäten eindeutige Prioritäten zu ihren Gunsten setzten, sagt Schulze.
Keinen Zweifel ließ er jedoch daran, dass auch geistes- und kulturwissenschaftliche Projekte gefördert werden könnten. Es gehe nicht darum, Geld zu verteilen, sondern gezielt Forschung zu fördern, sagt Schulze und verweist auf das dem DFG-Verfahren ähnliche Antragsverfahren. Bis zum späten Frühjahr müssen die Anträge, über die alle drei Universitäten seit Herbst nachdenken konnten, vorliegen; sie werden dann begutachtet, und zwar von einem wissenschaftlichen Beirat mit acht Persönlichkeiten unterschiedlicher Fachrichtungen, die keine unmittelbare Verbindung zu den begutachteten Universitäten haben.
Center soll Modellfall für Hochschulkooperationen werden
Die am Research Center beteiligten Universitäten können über ihre Rektorate künftig in vier Förderlinien Mittel beantragen. Sie können Forschungsprojekte, Strukturförderung, Personenförderung und strategisch-explorative Förderung (Mittel bei Berufungsverhandlungen, Anschaffung von Geräten für Gastwissenschaftler) beantragen. Das Center fördert sowohl die Zusammenarbeit als auch den Ausbau verteilter Forschungsschwerpunkte innerhalb der drei Universitäten. Das neue Center soll nach den Vorstellungen der Stiftung zu einem Modellfall für Hochschulkooperationen werden. Für die Wissenschaftler der Universitäten ergeben sich neue Möglichkeiten der Entwicklung von Forschungsprojekten, die die Attraktivität des Ruhrgebiets als Wissenschaftsstandort deutlich erhöhen werden. Das wird sich - so erwarten es die Rektoren der drei beteiligten Universitäten - künftig auch bei Berufungsverhandlungen auswirken.
Besonders gefördert werden sollen interuniversitäre Zentren (Strukturförderung), die die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre zwischen den Universitäten vertiefen. Einzelne Hochschullehrer werden bis zu einem Jahr von ihren akademischen und administrativen Pflichten freigestellt, um sich in dieser Zeit an ihrer Universität einem besonderen Forschungsprojekt oder einer Buchpublikation zu widmen oder eine neue Lehrveranstaltung zu konzipieren. Langfristig soll sich aus dem Mercator Research Center eine Universitätsallianz Metropole Ruhr entwickeln, die als exzellenter Standort in der nationalen und internationalen Wissenschafts- und Studienlandschaft hervorsticht.
Heike Schmoll Jahrgang 1962, politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.
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