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Digitale Lehre : Studenten lieben die gute alte Tafel

  • Aktualisiert am

Noch immer geschätzt: Ein klassischer Tafelanschrieb. Bild: dpa

Das kommt überraschend: Deutschen Studenten ist es mehrheitlich egal, ob Dozenten an der Uni digitale Medien einsetzen. Statt dessen legen sie auf andere Dinge Wert.

          Junge Menschen gelten als Freunde des Digitalen. Diese Studie kommt deshalb etwas überraschend: Studenten ist es nämlich offenbar ziemlich egal, wie stark ihre Dozenten digitale Medien in der Lehre einsetzen. Zwar sind die Hochschüler aufgeschlossen, wenn die Professoren Lernmanagement-Systeme, digitale Texte oder Ähnliches benutzen, für die Mehrheit ist das aber kein Muss, um eine gute Qualität von Vorlesungen und Seminaren sicherzustellen. Die höchsten Zustimmungswerte erhalten zudem klassische Unterrichtsmittel wie die Tafel.

          Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann-Stiftung in ihrer Befragung von mehr als 2750 Studierenden für den „Monitor Digitale Bildung“, der an diesem Donnerstag veröffentlicht wurde. „Digitale Enthusiasten“ seien deutsche Studenten nicht, so das Fazit. Das Fachliche sei für die meisten Befragten schlicht wichtiger als die Frage, welche Medien die Dozenten einsetzten.

          Fast alle nutzen Powerpoint

          Die Befragung kommt ferner zu dem Ergebnis, dass kaum eine Vorlesung ohne Powerpoint und Co stattfindet. Digitale Medien sind an den deutschen Hochschulen längst zur Normalität geworden, verdrängen die gute alte Tafel aber nicht. Die überwiegende Mehrheit der befragten Dozenten gab in der Studie an, neben klassischen Lehrmitteln zumindest gelegentlich Videos (59), digitale Texte (74 Prozent) oder Präsentationen (92 Prozent) für Lehrveranstaltungen zu nutzen. Allerdings fühlen sich noch immer viele gestört davon, wenn Studenten während der Vorlesung Laptops oder Tablets nutzen: 60 Prozent der Lehrenden war dieser Ansicht.

          Jeder zweite der mehr als 660 befragten Lehrenden stellt Materialien in elektronischer Form über Lernmanagement-Systeme zur Verfügung. Luft nach oben sehen die Experten beim Einsatz neuerer Techniken: So kommen digitale Lernspiele (von 23 Prozent der Lehrenden genutzt), elektronische Tests (28 Prozent) oder Apps (8 Prozent) noch eher selten in den Hörsälen zum Einsatz.

          Die meisten Hochschulen in Deutschland sind der Befragung zufolge technisch gut gerüs­tet. 80 Prozent der Lehrenden sind zufrieden mit der entsprechenden Ausstattung und der W-Lan-Qualität an ihrer Hochschule. Von den Studierenden erhält die IT-Ausstattung sogar noch bessere Noten.

          Quelle: nab./dpa

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