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Hochschulen : Die RWTH Aachen kriegt die meisten Drittmittel

  • Aktualisiert am

Drittmittel-Spitzenreiter 2015: RWTH Aachen. Bild: dpa

Die Unis bestreiten einen beträchtlichen Teil ihrer Forschung über Drittmittel. Aber wer kriegt die meisten? Und in welchen Fächern? Neue Zahlen geben Aufschluss.

          Projekte, besondere Forschungsbereiche, interdisziplinäre Vorhaben: All das wird an Hochschulen häufig über Drittmittel finanziert, also über Geld, das nicht von den Ländern kommt, sondern zusätzlich zum normalen Uni-Haushalt von außerhalb. Die Mittel stammen beispielsweise von Stiftungen, öffentlichen Einrichtungen, Privatleuten oder Unternehmen. Mittlerweile bestreiten die Unis einen beträchtlichen Teil ihrer Forschung aus solchen Mitteln. Fast 258.000 Euro hat jeder Universitätsprofessor im Durchschnitt im Jahr 2015 an solchen Drittmitteln eingeworben, ein halbes Prozent mehr als im Vorjahr.

          Das geht aus einer neuen Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Nicht mitgerechnet sind dabei medizinische Fakultäten und Universitätskliniken, die traditionell besonders viele Gelder von außerhalb erhalten – im Jahr 2015 vereinten sie etwas mehr als ein Viertel aller universitären Drittmittel auf sich. Die Fachhochschulen bekamen weniger Drittmittel als im Vorjahr. Durchschnittlich waren es dort 32.400 Euro je Professor – ein Minus von 2,7 Prozent. Bei den Kunsthochschulen haben die Einnahmen fast stagniert; je Professor fielen sie von 17600 Euro auf 17400 Euro. Insgesamt erhielten alle Hochschulen (einschließlich der Medizin-Fakultäten und Unikliniken) rund 7,4 Milliarden Euro an Drittmitteln.

          Das Geld stammt überwiegend aus öffentlichen Quellen; einen hohen Anteil bestritten die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Bund. Den zusätzlichen Einnahmen stand im Jahr 2015 ein Ausgabenrekord der Hochschulen gegenüber: Zum ersten Mal überhaupt waren die Ausgaben der öffentlichen, kirchlichen und privaten Hochschulen im Jahr 2015 auf 50 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus früheren Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Darin enthalten ist allerdings nicht nur die Forschung, sondern auch die Lehre und die Behandlung von Kranken in Unikliniken.

          Vor allem die Ingenieursdisziplinen werben viele Drittmittel ein

          Rechnet man die Medizin heraus, sind vor allem die Ingenieursdisziplinen im Jahr 2015 drittmittelstark gewesen: 570.700 Euro je Professor flossen dort an die Universitäten. Auch die Mathematik und die Naturwissenschaften haben vergleichsweise viele Drittmittel eingeworben, wenn auch ein bisschen weniger als im Vorjahr: 319.100 Euro je Professor schlugen in diesen Fachbereichen zu Buche. Dahinter folgte der Bereich Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften und Tiermedizin, danach kommt der Fachbereich Sport. Erst hinter den Geisteswissenschaften rangieren die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

          Kein Wunder, dass eine Hochschule, die im Bereich Ingenieurwesen und Naturwissenschaften ganz stark ist, die Drittmittelkönigin geworden ist: Die RWTH Aachen steht ganz an der Spitze der Hochschulen – und zwar nicht zum ersten Mal in ihrer Geschichte: 875.900 Euro warb jeder Professor dort im Schnitt ein. Dahinter folgten die Universität Stuttgart mit 664.900 Euro je Professor und die Technische Universität München mit 633.100 Euro. Auch kleinere Hochschulen wie die Technische Universität Bergakademie Freiberg oder die Deutsche Sporthochschule Köln belegten vordere Ränge.

          Quelle: nab.

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