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Britische Universitäten : Zum Studium ab auf die Insel

What’s best? In Frankfurt bahnt sich der eine oder andere Wechsel an eine britische Hochschule an. Bild: Patricia Kühfuss

Es muss nicht immer Oxford oder Cambridge sein - und auch nicht immer London. Viele britische Hochschulen werben mit guten Argumenten für sich. Derzeit sind sie auf Deutschland-Tour.

          An dieser Frage dürfen Studenten ohne schlechtes Gewissen scheitern - sofern sie nicht gerade in Geographie eingeschrieben sind: Wo genau auf der britischen Insel liegt noch mal Stirling? Die Antwort: recht weit im Norden, noch ein gutes Stück oberhalb von Glasgow und Edinburgh nämlich. Das schottische Städtchen mit seinen noch nicht mal 50.000 Einwohnern kann man leicht übersehen, und zwar nicht nur auf der Landkarte, sondern auch bei einer Präsentation britischer Hochschulen, wie sie vergangene Woche an der Goethe-Universität in Frankfurt stattgefunden hat. Auch hier war Stirling nicht gerade auf den ersten Blick zu erkennen. Aber das lag nicht an der Randlage im Foyer des Hörsaalzentrums, sondern an der bloßen Masse der Universitäten, die sich hier vorstellten. Es waren 29, von Birmingham bis Sussex, von Cardiff in Wales bis York. Und natürlich jede Menge aus London, ob nun City University, King’s College oder London Metropolitan. Und so weiter, und so weiter. Trotzdem sagte Neil McGillivray, sogenannter Student Recruitment Manager der Universität von Stirling, mit entwaffnender Gelassenheit: „Wir haben keine Probleme, neben den großen Universitäten zur Geltung zu kommen.“

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Zahl der Studenten oder Abiturienten, die sich in Frankfurt am Informationsstand der wackeren Schotten anstellten, war tatsächlich konkurrenzfähig. Aber das kennen sie beim British Council schon, Großbritanniens internationaler Organisation für Kulturbeziehungen, die gerade eine Deutschland-Tour britischer Universitäten organisiert. Der British Council ist eine Art englische Mischung dessen, was hierzulande das Goethe-Institut und der Deutsche Akademische Austauschdienst sind. Seine Hochschulmesse machte allein in dieser Woche viermal Station in Deutschland - in München, Frankfurt, Köln und Berlin. Im Januar kommen noch mal drei Stationen dran: Bochum, Hannover und Hamburg.

          Dabei herrscht schon jetzt kein Mangel an deutschen Studenten in Großbritannien. Aktuell seien es rund 19.000, sagt Ailsa Kienberger, die das Projekt für den British Council leitet. Das ist im Ranking der größten Studentengruppen aus dem Ausland Platz fünf - hinter China, den Vereinigten Staaten, Indien und Nigeria. „Die britischen Universitäten wollen international bleiben“, sagt die Schottin Kienberger, deshalb gehe die Suche nach geeigneten Kandidaten weiter. Zumal in Deutschland, wo viel intensiver geworben werde als etwa in Frankreich oder Spanien.

          Gute Englischkenntnisse

          Für die Internationalität steht allein schon so ein vermeintlich zwergenhafter Standort wie Stirling. Dass dort Studenten aus 120 Nationen eingeschrieben sind, berichtet Neil McGillivray mit Stolz. Das wird noch gesteigert, als es um die Herkunft der Lehrkräfte für die etwa 11.000 Studenten geht: Sie kommen aus 140 verschiedenen Ländern, berichtet er. Womit auch die Frage beantwortet wäre, ob der sehr spezielle schottische Akzent Interessenten denn abschrecke. Ein Studium in englischer Sprache trauen sich viele zwar zu, aber bei höherem Schwierigkeitsgrad könnten ja die Bedenken wachsen. Das sei kein Thema, versichert McGillivray. Schon gar nicht bei den Deutschen, die unter den europäischen Studenten die größte Gruppe in Stirling bildeten.

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